Fahrrad-Diebstahl: ADFC warnt vor Sperrmüll-Transportern

Fahrrad-Diebstahl : ADFC warnt vor Sperrmüll-Transportern

Direkt vor der Polizeiwache an der Bornheimer Straße hält ein Kleintransporter, das Dach vollgepackt mit Fahrrädern. Dreistigkeit oder Zufall? Sind es Sperrmüllsammler mit Glück bei der Altmetallsuche oder professionelle Fahrraddiebe? Es gibt den Verdacht, dass Banden die Sperrmülltage in Bonn nutzen, um Fahrräder in großem Stil zu klauen.

Die Hehlerware soll anschließend auf illegalen Fahrradmärkten am Sportpark Nord und an der Rheinaue verkauft werden, so Recherchen des Allgemeinen Deutsche Fahrradclubs (ADFC). Die Bonner Polizei hatte allerdings bei Kontrollen "keine konkreten Verdachtsmomente", so Daniela Lindemann aus der Pressestelle: "Bei den zuletzt überprüften Transportern haben wir festgestellt, dass Schrotträder und ältere Räder geladen waren."

Der ADFC hat das Thema in seinem aktuellen Magazin "Rückenwind" am Beispiel des Musikerviertels aufgegriffen. Es kamen laut Pressesprecher Axel Möhrer-Funk daraufhin Hinweise aus verschiedenen Ortsteilen, dass am Abend vor der Sperrmüllabfuhr auffällige Lieferwagen beobachtet wurden.

"Das ist kein einzelnes Rad, das man so im Sperrmüll gefunden hat", sagt Möhrer-Funk mit Blick auf die Mengen. Es sei schon ungewöhnlich, wenn sich gut erhaltene Fahrräder gleich dutzendweise stapeln. Diese Beobachtung bestätigen auch Mitarbeiter des Abfallbetriebs bonnorange.

Die Bonner Polizei verzeichneten 2011 insgesamt 3151 Fahrraddiebstähle, 2012 waren es 2769, in diesem Jahr sei die Tendenz weiter rückläufig. Die Aufklärungsquote liegt bei rund fünf Prozent. "Wir verzeichnen die meisten Diebstähle an Plätzen, an denen die Fahrräder ganztägig abgestellt sind, zum Beispiel am Bahnhof, an Haltestellen oder an der Universität", so Lindemann.

Vermehrter Fahrraddiebstahl in Zusammenhang mit Sperrmüll könne die Polizei nicht belegen, es gebe aber einzelne Fälle. Problem sei, dass die Täter kaum Spuren hinterlassen. Viele Diebstahlopfer kennen die Rahmennummer ihres Fahrrades nicht, was erschwere, Fahrraddiebe dingfest zu machen.

Die Polizei rät zur Prävention: Fahrräder sollten mit massiven Bügelschlössern oder Stahlketten an festen Gegenständen angeschlossen werden. Diebstähle - auch von weniger wertvollen Rädern - sollten angezeigt werden, damit die Polizei Brennpunkte erkennen kann. Rahmennummer und Fahrraddaten muss sich niemand merken. Dabei hilft eine App fürs Handy, die unter www.polizei-beratung.de zu finden ist.