Raum für Forschung und Wissenschaft

Der Neubau der Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) kostet rund 110 Millionen Euro. Der Gebäudekomplex entsteht auf dem Gelände der Bonner Uniklinik.

Bonn. Der Planungswettbewerb zum Neubau des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) auf dem Gelände der Universitätsklinik ist entschieden. Bei einer Pressekonferenz im Forschungszentrum Caesar gab die DZNE die Gewinner bekannt: Der mit 112 000 Euro dotierte erste Preis geht an Wulf & Partner, Freie Architekten GmbH aus Stuttgart. Deren Entwurf überzeugte die gesamte Jury, die einstimmig urteilte. Der zweite Preis (93 000 Euro) ging an Hammeskrause Architekten BDA, Stuttgart, der dritte an SOW Planungsgruppe GmbH, Berlin (66 000 Euro).

An dem offenen Bewerbungsverfahren hatten sich insgesamt 58 Arbeitsgemeinschaften aus zehn Ländern beteiligt. Aus diesen wurden 14 ausgewählt und zur Teilnahme aufgefordert, wobei zwölf einen Wettbewerbsbeitrag abgaben. Alle eingereichten Entwürfe waren laut DZNE, gerade auch vor dem Hintergrund der komplexen Aufgabenstellung, von beachtlicher Qualität. Damit habe jeder einzelne Entwurf einen wichtigen Beitrag zur Diskussion der Jury dargestellt.

"Das DZNE ist seit seinem Bestehen enorm gewachsen und zählt schon in Bonn 170 Mitarbeiter, die bis jetzt in unterschiedlichen Gebäuden arbeiten. Mit der Juryentscheidung sind wir unserem Ziel, gemeinsam in einem hochmodernen Labor zu forschen, ein entscheidendes Stück näher gekommen", freute sich der wissenschaftliche Vorstand und Vorstandsvorsitzende des DZNE, Professor Pierluigi Nicotera. Er dankte den Geldgebern des Bauprojekts, dem Land NRW und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung für die stete Unterstützung.

Das DZNE ist bisher auf mehrere Gebäude verteilt. Mit dem Neubau sollen die einzelnen Forschungsbereiche zusammengeführt, auf den rund 15 600 Quadratmetern Platz für international exzellente Wissenschaft geschaffen werden. Ein Team aus 520 multinationalen DZNE-Mitarbeitern und Gastforschern bekomme durch das Projekt optimale Rahmenbedingungen, so das DZNE weiter.

Neben biomedizinischen Laboren werde es unter anderem auch einen klinischen Forschungsbereich und viel Raum für technische Methoden geben. Wichtige Kriterien seien vor allem die Vernetzung der einzelnen Zentren und die Verbindung zu den Gebäuden der Neurologie auf dem Campus der Uniklinik. Ebenfalls relevant seien kurze Wege und eine klare, ansprechende Ästhetik.

Diese Kriterien habe das Siegermodell "mehr als erfüllt", sagte Architektin Kirstin Schemel, Mitglied des Preisgerichts. Es sei übersichtlich in drei große Gebäudekomplexe für Forschung, Empfang und den Tierhaus-Trakt aufgeteilt, die untereinander über Gelenke verbunden sein werden. Optisch auffällig seien die großflächigen, bunten Glasfassaden, eine kantenlose Struktur und moderne Stilelemente innerhalb und außerhalb der drei Gebäude. Das Projekt sei dabei alleine logistisch durch den Standort auf dem Venusberg eine Herausforderung für die Bewerber gewesen.

Der Neubau soll bis zu 110 Millionen Euro kosten. 77 Prozent davon übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen, 23 Prozent sind Bundesmittel des Ministeriums für Bildung und Forschung. Baubeginn wird Anfang 2013 sein, die Fertigstellung ist für Ende 2014 geplant. Der Standort Bonn werde durch das Projekt einmal mehr in seiner internationalen Kompetenz gestärkt werden, sagte Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch.

Die zwölf eingereichten Arbeiten des Architektenwettbewerbs sind bis Donnerstag, 22. September, werktags jeweils von 8 bis 18 Uhr im Foyer des Forschungszentrums Caesar, Ludwig-Erhard-Allee 2, zu besichtigen.