Erinnerung an historischen Geländestreifen

Der heutige Streffenweg verbindet die Dornenkreuz- und die Kirchstraße in Küdinghoven.

KÜDINGHOVEN. Die Bezeichnung Streffenweg taucht vor mehr als 100 Jahren erstmals im Bonner Adressbuch auf.

Der Streffenweg verbindet heute die Dornenkreuzstraße und die Kirchstraße miteinander. 1907 verzeichnet das Bonner Adressbuch den Namen an dieser Stelle zum ersten Mal. Die Bezeichnung Auf der Streffe, Bei der Streffen, In der Streffen oder Unter der Streffen tauchte aber schon fast 200 Jahre früher auf, und zwar in der "Landtmaß-Description des Kirchspiels Küdinghoven" von 1726.

Streffen meinte einen langen Geländestreifen, der von Ramersdorf bis Küdinghoven reichte und sich in etwa mit dem heutigen Gerichtsweg deckt. In der Kataster-Uraufnahme von 1824 (heute im Archiv des Katasteramtes der Stadt Bonn) wird die Flur 32 mit Auf der Streffe bezeichnet.

Das Lagerbuch der Gemeinde Vilich vermerkt unter Nummer 513 einen Fahrweg auf der Streffen, von der Dorfstraße von dem Hause des Gemeinde-Verordneten Grafschaft bis auf die Chaussee.

Der ursprüngliche Bereich Auf der Streffe heißt seit 1907 Gerichtsweg und verläuft zwischen der Königswinterer Straße und Gallusstraße/Lindenstraße. In einem Haus an dieser Straße fanden - als Küdinghoven noch Sitz eines bergischen Untergerichts war - die Gerichtssitzungen statt. Der Richter selbst wohnte seinerzeit wiederum im Richterhaus an der Mehlemstraße, das heute noch im Komplex des Herz-Jesu-Klosters steht.

Der heutige Streffenweg hält nur noch die Erinnerung an die alte Streffe wach.

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