"Brezelhein"

Eines der letzten Bonner Originale ist tot

Bonn. Der "Mandelhein" wurde 79 Jahre alt - Seinen richtigen Namen kannte kaum einer

Wer kannte ihn nicht? Eines der letzten Bonner Originale. Er saß oft am Markt, verkaufte abends Brezeln in der Beethovenhalle, im Brückenforum und auf dem Museumsplatz. Sogar in Köln war der bärtige alte Mann mit der schiefen Nase und der Baskenmütze auf dem Kopf bekannt.

"Mandelhein" nannten sie ihn, weil er anfangs Tütchen mit Mandeln im Schokomantel verkaufte. Später brachte er Maronen unters Volk, zuletzt waren es Brezeln, so dass viele ihn "Brezelhein" riefen. Er selbst stellte sich meist kurz und knapp vor: "Jung, isch bin der Hein." Wer genauer nachfragte und ihn kannte, bekam zu hören: "Eva-Maria Venus Hein."

Seinen richtigen Namen kannte kaum einer. Als Egon Venus wurde er geboren, vor knapp 80 Jahren. Vieles danach bleibt im Dunkeln: So wie er selbst entschied, an wen er Brezeln verkaufte und an wen nicht, bestimmte er, was er aus seinem Leben erzählte. Seine Geschichten handelten von Krieg und Fremdenlegion, prominenten Schwestern und seinem Sohn, der General sei.

Was davon Wahrheit war, wusste nur er selbst. Zuletzt wurde der "Mandelhein" nur noch selten gesehen. Eine schwere Kehlkopferkrankung machte ihm das Sprechen schwer. Vorige Woche kam er mit Atemnot in ein Bonner Krankenhaus und schlief dort friedlich ein. Am Montag um 11 Uhr wird das Bonner Original auf dem Nordfriedhof beerdigt.