750 Hainbuchen für den Künstlergarten

750 Hainbuchen für den Künstlergarten

Auf dem Dach der Bundeskunsthalle wächst das grüne Paradies des Impressionisten Max Liebermann.

Bonn. Auf mehr als 200 Gemälden hat der deutsche Impressionist Max Liebermann ab 1910 die Gartenanlage seines Sommerhauses am Wannsee festgehalten. Auf dem Dach der Bundeskunsthalle lassen Gartenbauer das legendäre grüne Refugium nun auferstehen.

750 Hainbuchen und zwölf etwa drei Meter hohe Linden wurden am Dienstag mit einem Kran auf das Dach des Museums gehievt. Der Dachgarten wird begleitend zur Liebermann-Retrospektive angelegt, die am 21. April eröffnet wird.

"Es fehlen noch 20 Birken, unzählige Rosenstöcke, Buchsbäume und Hunderte Blumenzwiebeln. Nach den Frühlingsblumen werden später Sommerpflanzen gesetzt", erklärte der leitende Landschaftsgärtner Friedrich Meiberth.

Freilich kann die 1910 von Liebermann gemeinsam mit Alfred Lichtwark konzipierte Anlage nicht eins zu eins rekonstruiert werden. "Dafür fehlt hier einfach der Raum. Wir haben uns bei den Planungen von Liebermanns Garten inspirieren lassen und empfinden die Heckengärten, die Birkenallee und den Blumengarten in freier Anordnung nach", so Meiberth. Farbeindruck und Flair des mittlerweile am Berliner Liebermannhaus rekonstruierten Originals würden neu interpretiert.

Die Blickachsen des Gartens könnten weiter nachvollzogen werden, erläutert Sven Bergmann, Leiter der Unternehmenskommunikation der Bundeskunsthalle. Besucher könnten vor oder nach dem Ausstellungsbesuch das temporäre Ensemble erleben und zugleich den Rundumblick vom Museumsdach genießen.

Liebermanns Garten sei "einer der schönsten Künstlergärten in Deutschland". Nach dem Ende der Ausstellung Anfang September werden die Bäume eine neue Heimat finden. "Sie sind alle gemietet und können weiter verpflanzt werden", betont Meiberth.

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