1. Bonn

56 Quadratmeter großes Fastentuch ziert Bonner Münster

56 Quadratmeter großes Fastentuch ziert Bonner Münster

Es ist sieben Meter breit, mehr als acht Meter hoch und wiegt gut zehn Kilo: Seit Mittwoch hängt das 56 Quadratmeter große Fastentuch im Bonner Münster. Mit dem Aschermittwoch endete der Karneval - und die Fastenzeit begann.

Bonn. Es ist sieben Meter breit, mehr als acht Meter hoch und wiegt gut zehn Kilo: Seit Mittwoch hängt das 56 Quadratmeter große Fastentuch im Bonner Münster.

Mit dem Aschermittwoch endete der Karneval - und die Fastenzeit begann. Thematisch steht die Fastenaktion der Citypastoral am Bonner Münster unter dem Leitwort "mit.LEIDEN.schaft".

Laut Stadtdechant Wilfried Schumacher verberge sich dahinter ein Wortspiel, das verschiedene Aspekte des Leids ausdrücke: leiden - mitleiden - Leidenschaft, das Leid Anderer zu lindern - Mitleid.

Infos Weitere Informationen unter citypastoral-bonn.deSo gibt es während der 40 Tage bis Ostern beispielsweise jeden Freitag um 17.30 Uhr eine Meditation zum Fastentuch, bei der Menschen von ihrem und dem Leid anderer Menschen berichten werden.

Weitere Angebote sind unter anderem Heilige Messen mit Fastenpredigt (sonntags, 18.30 Uhr), Mittagsgebete (montags bis freitags, 12.15 Uhr) sowie das Wort zum Tag per SMS oder Twitter.

Entworfen hat das Tuch, wie auch die vergangenen beiden in den Jahren 2007 und 2008, der Fotografiker Norbert Bach.

Sind solche Tücher früher zur Verhüllung des Altars während der Fastenzeit verwendet worden, dienen sie laut Citypastoral-Pressesprecher Reinhard Sentis heute mehr dazu, die Betrachter auf die besondere Zeit aufmerksam zu machen.

Zentrales Element des Tuchs ist eine Darstellung des Schweißtuchs der Veronika, wofür ein Fresko im südlichen Querhaus des Münsters Vorbild war.

"Eine Frau mit Namen Veronika soll Jesus auf seinem Weg zur Kreuzigung ein Tuch gereicht haben, mit dem er sich den blutigen Schweiß abwischen konnte", erläutert Schumacher.

Wie die Legende weiter besage, habe Jesus ihr das Tuch zurückgegeben und auf ihm sein Abbild hinterlassen. Es sei gewiss eine Legende, so der Stadtdechant, aber mit einem wahren Kern.

"Wenn ich einem Menschen beistehe, bleibt immer etwas von ihm in mir zurück." Weitere Elemente des Tuchs sind Bilder leidender Menschen sowie Leerstellen für das persönliche Leid und die Hoffnung der Menschen, die das Tuch betrachten.

"Ich bin mir sicher, dass viele Menschen kommen werden, um es zu sehen", sagt Schumacher.