Einsatz gegen Terrorhelfer: 27-Jährige in Bonn festgenommen

Einsatz gegen Terrorhelfer : 27-Jährige in Bonn festgenommen

Im Rahmen einer bundesweiten Razzia gegen mutmaßliche Mitglieder einer in Syrien aktiven Terrorgruppe haben die Sicherheitsbehörden am Montag in Bonn eine 27-jährige Frau festgenommen. Karolina K. soll die Terrorgruppe "Isis" mit 4800 Euro unterstützt haben. Weitere Verhaftungen gab es in Berlin und Frankfurt.

Bei einem bundesweiten Großeinsatz gegen mutmaßliche Unterstützer unter anderem der Terrorgruppe "Islamischer Staat im Irak und Syrien" (Isis) ist am Montag in Bonn die 27-jährige Karolina R. verhaftet worden. Die Frau mit deutschem und polnischem Pass steht im Verdacht, die in Syrien operierende Gruppe finanziell unterstützt zu haben. Mit ihr sollen noch zwei weitere Verdächtige gestern dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt worden sein.

An der Razzia waren auch Beamte der Bonner Polizei beteiligt. Das bestätigte am Abend ein Beamter. Wie viele Bonner Wohnungen bei dem Einsatz durchsucht wurden und wie viele Einsatzkräfte der hiesigen Polizei beteiligt waren, dazu konnte er keine Angaben machen, weil es sich "nicht um einen Einsatz der Bonner Polizei" gehandelt habe.

Die bundesweit über 100 am Einsatz beteiligten Beamten standen unter Leitung der Generalbundesanwaltschaft. Sie durchsuchten Wohnungen auch in Berlin und Frankfurt/Main. In Berlin nahmen Beamte den 35 Jahre alten Fatih K. fest. Er soll sich von Juli bis September 2013 an Kämpfen im syrischen Bürgerkrieg beteiligt sowie Propagandamaterial hergestellt haben.

In Frankfurt wurde der 26-jährige Türke Fatih I. festgenommen, der sich in Syrien der Gruppe "Islamischer Staat im Irak und Großsyrien" angeschlossen haben soll. Nach seiner Rückkehr im Januar nach Deutschland soll Fatih I. versucht haben, Geld und Sachmittel für die Vereinigung zu beschaffen.

Mutmaßlich handelt es sich dabei um den in Syrien aktiven Al-Kaida-Ableger "Islamischer Staat im Irak und Syrien" (Isis), eine Terrororganisation, die für die Errichtung eines Gottesstaates in Syrien kämpft. Die Gruppe hat ihren Ursprung im irakischen Widerstand. Sie bekannte sich bereits früh zum Terrornetzwerk Al-Kaida und wird deshalb auch als "Al-Kaida im Irak" bezeichnet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz bezeichnet die Organisation als die "aktivste terroristische Gruppierung im Zentral- und Südirak".

Generalbundesanwalt Harald Range erklärte: "Die heutigen Maßnahmen zeigen, dass gewaltsame Konflikte wie der in Syrien sich unmittelbar auf uns in Deutschland auswirken. Wir müssen dieser Entwicklung entschieden entgegentreten auch mit Blick auf mögliche Gefahren, die von radikalisierten Rückkehrern aus Syrien für die Bevölkerung in Deutschland ausgehen können."

Mehr als 300 Islamisten aus Deutschland sollen dem Bundesamt für Verfassungsschutz zufolge bisher in den Nahen Osten gereist sein, um sich am Krieg in Syrien zu beteiligen. "Syrien ist weiterhin das zentrale Ausreiseziel für Dschihadisten aus Deutschland", erklärte Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen im vergangenen Sommer.

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