Insekten auf Balkon und Hauswand

Wanzen breiten sich in der Region aus

Wanzen lieben Wärme. Wird es kühler, werden sie fauler.

Wanzen lieben Wärme. Wird es kühler, werden sie fauler.

Bonn. Wanzen lieben Wärme. Klima und Wetter haben 2018 dazu beigetragen, dass die Sechsbeiner zur Zeit besonders häufig anzutreffen sind.

Bundesweit ist in Regionalzeitungen derzeit von einer „Wanzenplage“ zu lesen: "Invasion der Stinkwanzen", "Diese Wanze vermiest den Spätsommer" oder "Wanzen erobern die Wohnungen" lauten die Schlagzeilen. Gerade an von der Sonne beschienenen Flächen sollen die Insekten gehäuft auftreten.

Dass 2018 tatsächlich ein hervorragendes Jahr für die Sechsbeiner war, berichtet das Online-Wissenschaftsmagazin "spektrum.de". Demnach habe der lange und warme Sommer den Tieren optimale Bedingungen geboten, sich fortzupflanzen. Laut Monika Hachtel von der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft „Auch der milde Winter führte dazu, dass wenige gestorben sind.“ Nun, im Oktober, suchen die Insekten trockene, dunkle und nicht zu kalte Unterschlüpfe um zu überwintern und lassen sich deshalb auf Mauern und Fenstern nieder, verirren sich in Wohnungen und auf Balkone.

Wer sich vor den Tieren ekelt und sie loswerden will, sollte jedoch aufpassen, dass sie nicht zerquetscht werden. Wanzen sondern ein übelriechendes Warnsekret ab und werden deshalb im Volksmund auch "Stinkekäfer" genannt. Am einfachsten ist es, die Tiere auf ein Blatt Papier krabbeln zu lassen und nach draußen zu tragen.

Dass die „bunten Stinker auf dem Vormarsch“ sind, schreibt auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Weltweit gebe es rund 40.000 Wanzenarten, in Deutschland sind es knapp 1000. Tendenz zunehmend, denn durch den Klimawandel dehnen sich Arten wie die Grünen Reiswanzen, die in in der Landwirtschaft als Schädling gelten, die heimischen Grünen Stinkwanzen, die sogenannten grauen Gartenwanzen sowie die invasiven marmorierten Baumwanzen stark aus.