2018 Riesling Spätlese vom Hofgut Falkenstein

Purismus mit Kultstatus

Spätlese vom Hofgut Falkenstein

Spätlese vom Hofgut Falkenstein

Die Fässer des Hofguts Falkenstein an der Saar tragen Namen, denn jedes von ihnen nimmt Einfluss auf die Persönlichkeit des Weins. So auch auf die Spätlese aus dem Niedermenniger Herrenberg.

Es ist wie eine Art Geheimsprache: Diese Spätlese stammt aus "Meyer Nepal". Der Fan weiß: So heißt das Fass, in dem der Riesling aus einer Parzelle des Niedermenniger Herrenbergs vergoren wurde, bis die natürlichen Hefen nicht mehr wollten. Er endete als "feinherb", mit etwas Restzucker, aber nur genug, um die knackige Säure spielerisch auszutarieren.

Ob Meyer Nepal, Gisela oder Onkel Peter - die alten Fuder des Hofgut Falkenstein an der Saar tragen Namen, denn jedes von ihnen nimmt auf seine Art Einfluss auf die Persönlichkeit des Weins. Deshalb füllen Vater Erich und Sohn Johannes Weber auch jedes Fass einzeln ab. Zu erkennen ist das nur an der Amtlichen Prüfnummer, der A.P.-Nr., die in diesem Fall 11 lautet, deshalb also aus Meyer Nepal kommt.

Ein selbst auferlegter Purismus, der die Weine vom Hofgut Falkenstein in eine Art Kultstatus erhebt. Doch den Winzern geht es dabei nur um den Purismus im Riesling, der sich hier in seiner Jugendlichkeit noch unschuldig präsentiert: mit einem Anflug von Holunderblüten über einer Note von Zitronengras und der Anspielung auf reife Mirabellen. Im Geschmack ist das noch mit einem leicht salzigen Hauch unterlegt.

Wer die Geduld hat, sollte abwarten. Die Spätlese wird sich im Laufe der Jahre noch aufschlüsseln und jedes Mal eine andere Geschichte erzählen. Am besten ein paar Flaschen davon kaufen und immer mal wieder reinhören.

Info: 2018 Niedermenniger Herrenberg Riesling Spätlese feinherb, Hofgut Falkenstein, Saar. Preis: 19,90 Euro. Bei Olaf & Olaf, Goebenstr. 20, 53113 Bonn-Südstadt, Tel. (0228) 94 93 200