Düsseldorf erwägt Absage des Rosenmontagszugs

Orkan an Rosenmontag erwartet: Können die Züge stattfinden?

05.02.2016 Bonn. Der Beginn des Straßenkarnevals war mit reichlich Regen und niedrigen Temperaturen bereits alles andere als Jecken-freundlich. Jetzt gibt es die nächste Hiobsbotschaft für alle Karnevalisten.

Das Bangen um den Start der Rosenmontagszüge geht weiter: Der Deutsche Wetterdienst hat seine Prognose für den Tag der großen Umzüge im Rheinland zwar präzisiert - doch eindeutige Informationen, ob Sturmtief „Ruzica“ alles zunichte machen könnte, wird es erst am Sonntag geben.

Ein Hoffnungsschimmer könnte sein, dass der Sturm nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Essen schneller unterwegs ist als bislang erwartet. „Das Maximum mit den höchsten Windstärken hat sich laut den Modellen zeitlich etwas nach vorne verlagert“, sagte die diensthabende Meteorologin am Samstag. Sie erwartet die stärksten Windböen mit Stärke 9 bis 10 nun schon am Montagvormittag.

Am Nachmittag könnte es dann mit Böen zwischen Windstärke 8 und 9 zumindest etwas ruhiger werden. Das Sicherheitskonzept des Düsseldorfer Karnevals sieht allerdings vor, dass der Zug schon ab Windstärke 8 abgesagt wird. Eine Entscheidung wollen die Verantwortlichen frühestens Sonntagmittag fällen.

Bonn und Siegburg wollen noch abwarten

Der Festausschuss Bonner Karneval will sich auf die derzeitigen Prognosen noch nicht verlassen und bis zu verbindlicheren Vorhersagen am Karnevalssonntag abwarten. "Wir haben in Bonn mit Karsten Brandt unseren eigenen Meteorologen", sagte Zugleiter Axel Wolf dem GA. "Seiner Aussage nach soll es an Rosenmontag windig werden, aber nicht so stark, dass der Zug gefährdet ist." Die Sicherheit der Gäste und Teilnehmer habe Priorität.

Sobald Gefahr besteht, dass sie von Ästen oder Dachziegeln getroffen werden, müsse es eine Absage geben. Definitiv ist die laut Wolf sonst erst ab Windstärke elf (Windgeschwindigkeit 103 bis 117 Stundenkilometer). Wolf merkt noch an: Wenn der Deutsche Wetterdienst für die Köln-Bonner-Bucht Unwetter voraussagt, sei das großräumig zu sehen. Es müsse nicht für die Bonner Innenstadt gelten.

In Siegburg will man am Samstag entscheiden, ob der Zug stattfinden kann, teilte Günter Kringel, Präsident des Siegburger Karnevalskommitees, auf Anfrage des GA mit.

Stürmisch soll es auch in Köln werden. Der Leiter des Kölner Rosenmontagszuges, Christoph Kuckelkorn, erwägt bisher jedoch keine Absage des Zuges wegen der widrigen Wetterbedingungen.

Böen-Maxium für Montagmittag erwartet

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wird das Maximum der Böen für Montagmittag erwartet - also genau dann, wenn die meisten Rosenmontagszüge starten. "Dann sind auch orkanartige Sturmböen mit Windstärke 11 nicht auszuschließen", so die Meteorologin vom Dienst. Ab Montagmorgen setze außerdem ein länger anhaltender Regen ein. Von der Prognose zeigte sie sich weitgehend überzeugt. Die verschiedenen Computerberechnungen für die Vorhersage seien sich einig über die Lage des Windfeldes. Es gebe nur geringe Abweichungen bei der Windstärke.

1990 waren mehrere Züge abgesagt worden

Wegen Sturms waren zuletzt 1990 gleich mehrere Züge abgesagt worden - unter anderem in Bonn, Siegburg, Lohmar und Düsseldorf. In Lohmar wurde der Zoch dann am 1. Mai bei hochsommerlichen Temperaturen mit 1.200 Teilnehmern und rund 40.000 Besuchern nachgeholt. In Siegburg durften die Jecken am 20. Mai 1990 noch einmal Rosenmontag feiern. (Michael Wrobel / dpa)