Mikroklima in der Kölner Bucht

Deshalb ist es in Bonn so oft schwül

Die Kölner Bucht zieht sich von Bonn aus nordostwärts bis kurz vor Düsseldorf und Neuss.

Bonn. Mit durchschnittlich 35 schwülen Tagen liegt Bonn weit vor anderen deutschen Städten. Aber wie sehr beeinflusst das Wetter unser Wohlbefinden wirklich? Und wieso ist es ausgerechnet in Bonn immer wieder so schwül?

Macht das Bonner Klima "mööd"? Bonn, mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 10,3 Grad eine der wärmsten Regionen Deutschlands, ist am südöstlichen Ende der Kölner Bucht von Mittelgebirgen eingekesselt – in die Luftmassen kommt wenig Bewegung.

Gerade im Stadtgebiet ist es dadurch oft drückend warm, nicht selten fünf Grad wärmer als im nahen Umland. Durch die Lage kann es außerdem zu Inversionswetterlagen kommen, die die Feinstaubbelastung erhöhen.

Das maritime Klima wird vom Golfstrom über dem Atlantik und durch die nur wenige hundert Kilometer entfernte Nordsee beeinflusst. Bei hoher relativer Luftfeuchtigkeit und steigenden Temperaturen mehren sich dann die schwülen Tage in der Bundesstadt – nach Angaben der Universität Bonn durchschnittlich auf 35 pro Jahr.

Manch einer fühlt sich dadurch träge und matt. Auch, weil der menschliche Körper Schwierigkeiten hat, die schwüle Hitze zu regulieren.

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) erklärt, schwitzt der Körper wegen der Hitze – bei Trockenheit ist das eine gute Regulierung, die bei Wind noch besser funktioniert. Ist es schwül, kann die Luft das Wasser aus den Poren der Haut nicht mehr aufnehmen. Es kommt zu einem „Stau“ und die gefühlte Temperatur könne etliche Grade über der gemessenen liegen.

Laut DWD kann eine schwüle Wetterlage vor allem Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Gesundheit von Menschen mit Herz-Kreislauf-, sowie entzündlichen rheumatischen Beschwerden beeinflussen. Ändert sich die Wetterlage innerhalb kürzester Zeit, klagt der ein oder andere gar über Kopf- und Narbenschmerzen.

Matthias Habel vom Bonner Wetterdienst WetterOnline steht dem Thema Wetterfühligkeit allerdings eher skeptisch gegenüber: „Ich kenne keine medizinische Studie, die das belegt.“ Grundsätzlich komme es immer auf die individuelle körperliche Leistungsfähigkeit an.

Das Mesoklima habe für Habel zudem auch eine positive Kehrseite: „In Bonn regnet es vergleichsweise selten. Schon in Siegburg oder Sankt Augustin kommt es häufiger zu Niederschlag.“