Enorme Hitze auch in Bonn

Der Juni hat weltweit Hitzerekorde gebrochen

02.07.2019 Brüssel. Das Wetter im Juni brach auch in Bonn Rekorde. Experten erwarten, dass solche Wetterextreme häufiger werden. Der Monat war seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ungewöhnlich heiß.

Der vergangene Monat war der heißeste Juni in Europa und auch weltweit, der je seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen wurde. Das berichtete der Copernicus-Klimawandeldienst (Copernicus Climate Change Service, C3S) in Brüssel. Auch in Bonn war der Juni ungewöhnlich warm. Die Durchschnittstemperatur lag hier bei 21,5 Grad, der höchste Wert seit 125 Jahren.

In ganz Europa im Schnitt wurden im Juni Durchschnittstemperaturen um rund zwei Grad über dem definierten Normalbereich festgestellt. Als Referenzperiode zählt der Dienst die Jahre 1981 bis 2010. Copernicus ist das Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Union, das sich zu einem Großteil auf Satellitendaten stützt.

Die Hitzeweille im bisher heißesten Juni seit 1895 begann am 17. Juni  und bescherte uns acht Tropentage am Rhein. Am 25. Juni kletterte die Temperatur auf den diesjährigen Höchststand von 37,6 Grad Celsius. Dies war die vierthöchste Juni-Temperatur, die je in Bonn gemessen wurde. Im Vergleich zur durchschnittlichen Temperatur im Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war der Juni im Jahr 2019 um 4,8 Grad wärmer als gewöhnlich.

Weltweite Durchschnittstemperatur war im Juni besonders hoch

Besonders heiß war es gegem Ende des Monats nicht nur in Deutschland. Auch in Frankreich, Nordspanien, Norditalien, der Schweiz, Österreich und Tschechien schwitzten die Menschen während die Hitzewelle. Obwohl es schwer sei, direkt den Klimawandel für solche Wetterextreme verantwortlich zu machen, sei zu erwarten, das solche Wetterextreme mit dem Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre häufiger werden, schrieb der Copernicus-Dienst. Nehme man als Vergleichszeitraum die Jahre 1850 bis 1900, sei die Temperatur im Juni in Europa im Schnitt sogar rund drei Grad höher gewesen.

Die weltweite Durchschnittstemperatur lag in diesem Juni nach den Daten des Klimawandeldienstes um etwa 0,1 Grad höher als im bisherigen Rekordhaltermonat, dem Juni 2016. Dieser sei jedoch noch geprägt gewesen von einer langen El-Niño-Periode, einem Klimaphänomen, das Wärme in viele Teile der Welt bringt.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes war der vergangene Monat auch hierzulande der wärmste und zudem sonnigste Juni seit Beginn flächendeckender Messungen. In Deutschland war der Unterschied zum Juni-Normalwert demnach sogar noch größer als in Europa. Mit im Schnitt 19,8 Grad Celsius habe die Temperatur um 4,0 Grad über dem Wert des Zeitraums 1981 bis 2010 gelegen, teilte der DWD Ende Juni mit. Deutschland erwärmt sich generell schneller als die Erde im Durchschnitt.

Am Dienstag, den 25. Juni 2019 wurde mit 37,6 Grad Celsius die bisher höchste Temperatur des Jahres 2019 in Bonn beobachtet. Der Tag war der heißeste 25. Juni seit 1895, damit wurde der bisherige Rekordhalter 25. Juni 2006 (31,6 Grad Celsius) abgelöst.

So wird das Wetter in Bonn in dieser Woche

Während sich die Temperaturen in Bonn zum Wochenanfang abgekühlt haben, zeigt die GA-Wetterkarte für Freitag bereits wieder Temperaturen um 27 Grad in der Region an. Die Höchsttemperaturen am Mittwoch liegen laut DWD bei 20 bis 24 Grad. Dabei bleibe es heiter und sonnig. Lediglich im Nordwesten des Landes könne es am Morgen noch ein paar Wolken geben.

In der Nacht zum Donnerstag kühlt es dann noch einmal deutlich ab. Die Temperaturen können auf 10 bis 7 Grad fallen. Tagsüber steigen sie dann wieder auf maximal 19 Grad im Bergland und bis zu 26 Grad am Rhein, so der DWD. 

Diplom-Meteorologe Jürgen Schmidt von Wetterkontor wagte am Dienstag für den GA einen vorsichtigen Ausblick bis Sonntag. Ihm zufolge bleibt es insgesamt sommerlich, jedoch seien "am Wochenende Schauer möglich".

Aktuelle Informationen zum Wetter gibt es auf www.ga-bonn.de/wetter. Aktuelle Unwetterwarnungen unter www.ga-bonn.de/wetterwarnungen.

 

Klaus Kosack war Chef-Statistiker der Stadt Bonn. Mit Material von dpa. (Klaus Kosack, Anja Wollschlaeger, Jill Mylonas)