Temperaturrekord

2018 war das wärmste Bonner Jahr seit 1895

Sonnenbad am Beueler Rheinufer: Am 7. August wurde in Bonn die Höchsttemperatur mit 39,1 Grad gemessen.

Sonnenbad am Beueler Rheinufer: Am 7. August wurde in Bonn die Höchsttemperatur mit 39,1 Grad gemessen.

Bonn. Die Durchschnittstemperatur in Bonn lag 2018 bei 12,9 Grad. Damit ist dies das wärmste Bonner Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Nur der Februar und März waren kühler als normal.

Wie schon die meisten Jahre dieses Jahrhunderts war auch 2018 wärmer als normal. Es war sogar das wärmste Jahr seit Beginn der Bonner Wetteraufzeichnungen ab im Jahr 1895. Das belegt ein Blick auf Daten der Wetterstation Endenich der Uni Bonn und die Wetterhistorie.

Temperatur: Ein weiteres zu warmes und diesmal sehr sonnenscheinreiches Jahr – das ist kurz das Charakteristikum des vergangenen Jahres. Im Jahresdurchschnitt wurden 12,9 Grad gemessen, das sind 2,6 Grad mehr als im langjährigen Mittel. Das wärmste Jahr war bisher 2014 mit einer Durchschnittstemperatur von 12,6 Grad. Das kühlste Jahr der letzten 123 Jahre war das Jahr 1940 mit einem Mittel von 8,3 Grad. In den vergangenen 30 Jahren gab es nur drei Jahre – zuletzt 1996 – mit einer negativen Abweichung, hingegen jedoch mehr als 20 Jahre mit einer Jahrestemperatur von elf Grad und mehr.

Nur der Februar und der März 2018 waren kühler als normal. Sie hinkten ihrem Soll bis zu zwei Grad hinterher. Alle anderen Monate waren wärmer als normal. Die höchsten positiven Abweichungen gab es diesmal im Juli, der 4,5 Grad über seinem langjährigen Mittel lag. April und Mai waren die wärmsten Monate seit 1895.

Heißeste Tag war am 7. August

Der heißeste Tag war der 7. August, an dem nachmittags die Bonner bei 39,1 Grad schwitzen mussten. Am 28. Februar wurde mit minus 8,2 Grad die tiefste Temperatur gemessen. Im Jahr zuvor wurden folgende Extremwerte gemessen: 38,1 Grad am 22. Juni, minus 8,2 Grad am 18. Januar. Die Extremtemperaturen der vergangenen 123 Jahre wurden am 12. August 2003 mit 39,2 Grad und minus 23,8 Grad am 27. Januar 1942 registriert.

An 31 Tagen (2017: 15) kletterte die Quecksilbersäule über die 30-Grad-Marke, es gab 99 (57) Sommertage mit mehr als 25 Grad im Schatten. Auf der anderen Seite gab es 39 (24) Frosttage mit einem Minimum unter null Grad. 2018 gab es zwei Eistage (Maximum unter null Grad), 2017 dagegen drei. Die Eisheiligen im Mai können die Bonner seit Jahrzehnten getrost ignorieren; den letzten Frost in einem Mai gab es 1953. Das höchste Tagesmittel wurde am 7. August mit 29,8 Grad (2017: 28 Grad am 22. Juni) registriert, während am 28. Februar das niedrigste Tagesmittel mit minus 5,9 Grad (2017: minus 4,6 Grad am 18. Januar) gemessen wurde. Es gab sechs Tropennächte (Minimum 20 Grad), ebenso viele wie im Vorjahr.

Sonne: Sie schien insgesamt 2003 Stunden und damit 395 Stunden mehr als im Vorjahr. Das bedeutet Platz zwei in 49 Beobachtungsjahren. Damit erreichte die Sonne 461 Stunden mehr als ihr langjähriges Soll. Nur die Monate Januar und Dezember schafften das Monatssoll nicht. Der trübste Monat des Jahres war diesmal der Januar, der gerade 66 Prozent seines Solls schaffte. Am längsten schien die Sonne mit 320 Stunden im Juli.

Niederschlag: Nach den vielen feuchten Jahren seit 2003 öffnete der Himmel seine Schleusen im vergangenen Jahr eher verhalten: An 151 (Vorjahr 186) Tagen fielen insgesamt 602,7 Liter pro Quadratmeter (801,4 Liter) Niederschläge – sieben Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Nur die Monate Januar (164 Prozent), März (122 Prozent), Juni (134 Prozent) und Dezember (180 Prozent) waren zu feucht. Dagegen waren die Monate ab Juli bis November sehr trocken, was Ende Oktober im Rhein zu einem Pegelstand von lediglich 0,79 Metern führte – zum zweitniedrigsten Pegelstand seit 1901.

Die höchste Tagessumme an Niederschlägen kam 2018 am 23. September mit 46,9 Litern pro Quadratmeter vom Himmel, was zu Überschwemmungen in der Stadt führte. Im Vorjahr wurde das Tagesmaximum am 18. August mit 43,4 Litern pro Quadratmeter gemessen. Besonders auffällig: Die Starkregentage häufen sich. Wurden 2012 noch 18 Tage registriert, an denen es mehr als zehn Liter pro Quadratmeter regnete, stieg die Zahl der Starkregentage 2014 auf 25, 2016 waren es sogar 28. Im vergangenen Jahr waren es allerdings nur 14 Tage.