Historie NRW | GA-Bonn

Die größten Erdbeben in Nordrhein-Westfalen

Berichte über historische Erdbebenschäden in der niederrheinischen Bucht werden schon aus dem Mittelalter überliefert; die Angaben sind in den meisten Fällen jedoch zu spärlich, um genauere Aussagen über das Epizentrum und die Stärke des jeweiligen Bebens treffen zu können, so der Geologische Dienst NRW.

Das erste sicher bekannte Beben der Neuzeit fand 1640 bei Düren statt. Häuser wurden beschädigt, und noch in Köln stürzten einige Schornsteine von den Dächern.

Gegen Ende des Jahres 1755 begann im Gebiet um Düren und Aachen eine Erdbebenserie, deren Höhepunkt am 18. Februar 1756 ein Beben der Intensität 8 bei Düren war. Es war das stärkste bis dahin bekannte Erdbeben in Deutschland; noch in London, Halle und Straßburg wurde es gespürt.

In Aachen brachen einige Gebäude zusammen und über dreihundert Schornsteine stürzten herab, wodurch zwei Personen getötet und einige verletzt wurden. Die Stadtmauer Dürens bekam große Risse, die Stadtmauer von Münstereifel wurde an zwei Stellen samt dem Mauerwerk eines Turmes zerstört, in Köln fielen über hundert Schornsteine ganz oder teilweise ein.

In manchen Ortschaften wagte fast niemand mehr in steinernen Häusern zu wohnen. Wochenlang hauste die Bevölkerung ohne Rücksicht auf das Winterwetter in Strohhütten, selbst Gottesdienste wurden ins Freie verlegt. Noch bis Mai 1757 hielt die Serie der spürbaren Nachbeben an.

Die stärksten Erdbeben des 19. Jahrhunderts fanden 1873 und 1877 bei Herzogenrath (Mauerrisse und Kaminschäden) und 1878 bei Tollhausen (Giebeleinstürze, Mauerrisse und Kaminschäden) statt. Bei dem Tollhausener Beben kam ein Mensch ums Leben.

Im 20. Jahrhundert ereigneten sich 1950 und 1951 Erdbeben mit Schäden in der Nähe von Euskirchen und 1983 in Lüttich. Das bisher letzte Schaden verursachende Beben war das Erdbeben von Roermond am 13. April 1992. Es hatte die Magnitude 5,9 auf der Richterskala und war damit das stärkste Erdbeben in Mitteleuropa seit 1756. Sein Epizentrum lag 4 km südwestlich von Roermond in den Niederlanden; es wurde noch in Berlin, München und London gespürt.

Mehr als 30 Personen wurden verletzt, die meisten durch herabfallende Kamin- und Dachziegel. Die größten Schäden entstanden in dem Gebiet um die Stadt Heinsberg und die Ortschaften Oberbruch und Dremmen. Insgesamt wurde der Schaden auf 77 Millionen Euro beziffert, ein Betrag von 68 Millionen Euro wurde aus den Niederlanden gemeldet.

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