GA-Weihnachtslicht und Kakteenfreunde Bonn

Dreirad aus Spenden finanziert

Übergabe des Dreirads: Franz-Josef Windisch und Knut Peters (hinten von links) sowie Dominik Pieper und Ute Stahl (vorne) freuen sich mit Gertrud Janitzke (Mitte) über das neue Dreirad.

Übergabe des Dreirads: Franz-Josef Windisch und Knut Peters (hinten von links) sowie Dominik Pieper und Ute Stahl (vorne) freuen sich mit Gertrud Janitzke (Mitte) über das neue Dreirad.

SIEGBURG. Gertrud Janitzke strahlte über das ganze Gesicht, als sie "ihr" Dreirad in Empfang nahm. Die alte Dame lebt in einer der Seniorenwohnungen der Arbeiterwohlfahrt Bonn/Rhein-Sieg (Awo) in der Schumannstraße und ist nicht mehr gut zu Fuß.

Bislang war sie auf einen Rollator angewiesen. Dank einer Spende der Kakteenfreunde Bonn an das GA-Weihnachtslicht ist die 74-Jährige jetzt deutlich mobiler.

Kakteenfreund Knut Peters sowie der Siegburger GA-Redaktionsleiter Dominik Pieper als Vertreter des Weihnachtslichts übergaben das nagelneue Rad an Ute Stahl, Integrationsbeauftragte für Projektbetriebe bei der Awo. Stahl leistete anschließend Gertrud Janitzke Hilfestellung bei der Jungfernfahrt auf dem fast 1300 Euro teuren Gefährt. Der Beitrag der Kakteenfreunde von 526,10 Euro stammt aus dem Erlös einer Auktion während einer Ausstellung im Botanischen Garten Bonn vor einigen Wochen, für die Mitglieder des Vereins sowie teilnehmende Händler Pflanzen gestiftet hatten. Den Restbetrag stockte das Weihnachtslicht auf.

"Wir wollten nicht an eine anonyme Einrichtung spenden, bei der wir nicht wissen, wohin das Geld fließt", berichtete Peters. Vom konkreten Nutzen konnte er sich jetzt ein Bild in Siegburg machen, wo der Awo-Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg seinen Sitz hat. Die Awo baute an der Schumannstraße 54 barrierefreie Seniorenwohnungen, die im Jahr 2012 erstmalig bezogen wurden. Zurzeit leben in den zwischen 42 und 60 Quadratmeter großen Wohnungen 70 alte Menschen.

"Bezahlbare und altengerechte Wohnungen anzubieten und die Bewohner von Anfang an auf die Notwendigkeit von Hilfe zur Selbsthilfe einzustimmen, gehört zum Konzept des Seniorenwohnens der Arbeiterwohlfahrt", erklärte Awo-Geschäftsführer Franz-Josef Windisch. Durch die Stärkung von Eigeninitiative und gegenseitiger Hilfe sowie Einbeziehung von ehrenamtlichem und bürgerschaftlichem Engagement sollen die Mieter nach seinen Worten "in der eigenen Häuslichkeit so lange wie möglich leben können". Ziel sei es, eine stationäre Unterbringung zu verzögern und im Idealfall zu verhindern.

Stahl, die die Senioren unter anderem im Umgang mit Behörden unterstützt, Informationsveranstaltungen und gemeinsame Ausflüge, Feiern und bunte Nachmittage organisiert, lobte das "soziale Miteinander" der alten Menschen sowie die "stabile Nachbarschaft, wo man sich gegenseitig hilft". Daher wird Gertrud Janitzke das Dreirad auch anderen Bewohnern nach Bedarf gerne ausleihen.