Der Chefredakteur stellt vor

Die GA-Redaktion

Wie wird die Zeitung aus einer kleinen Stadt zum international beachteten Medium? Ganz einfach, man lässt die Hauptstadt in die kleine Stadt umziehen. Chefredakteur Helge Matthiesen gibt Einblick in die GA-Redaktion.

So geschah es mit Bonn und dem General-Anzeiger. 50 Jahre lang begleitete er als Regionalzeitung vor Ort den Politikbetrieb in der Stadt. Hier war der Bundeskanzler ein Fall für die Lokalredaktion, der Herr Minister war Nachbar und den Bundespräsidenten traf man in der Bahn.

In dieser Zeit ist die Zeitung gewachsen und hat ihr ganz besonderes Profil geprägt. Was für die Zeitung und ihre neun Ausgaben jeden Tag gilt, bestimmt auch alle anderen Angebote aus dem Verlag: Online für den PC oder das Smartphone, Portale, Bücher,  Broschüren, Beilagen, Magazine, Wochenblätter oder Veranstaltungen. Alles nah am Leser, als kritische Begleiter und Beobachter des öffentlichen Lebens und immer aus der  Bonner Perspektive.

 

Der Verlag gehört zu den besonders traditionsreichen in Deutschland. Seit 1725 gibt es ihn und seitdem ist er in wechselnden Konstellationen im Besitz der Verlegerfamilie Neusser, inzwischen in der zehnten Generation. Seit 1763 gibt es Zeitungen aus dem Verlag, als Wochenblätter, in Partnerschaften, auch mal mit Unterbrechungen für ein paar Jahre.

1889 gründete der Verlag den General-Anzeiger für Bonn und Umgebung und sein Eintrag im Handelsregister klingt bis heute  zeitgemäß: Man wolle einen publizistischen Raum anbieten für Lokalnachrichten aus Bonn und Umgebung, für Anzeigen, für neueste Nachrichten über Weltereignisse und natürlich vermischte Nachrichten.  „Dagegen ist jede politische, soziale und religiöse Tendenz oder Erörterung absolut ausgeschlossen“, hielten die Gründer fest und markierten damit die umfassende Unabhängigkeit des Hauses und der Redaktion, die bis heute Gültigkeit hat.

 

Der General-Anzeiger wird Tag für Tag Online oder für den Druck von rund 75 festangestellten Journalisten gemacht. Sie arbeiten von fünf Standorten in der Region aus: Das Verlagshaus liegt im Bonner Westen an der Justus-von-Liebig-Straße, Lokalredaktionen finden sich in Siegburg, Ahrweiler, Bad Honnef, Bad Godesberg und in der Bonner Innenstadt. In der Region werden sie von einigen Hundert freien Mitarbeitern unterstützt. Sie recherchieren, schreiben, fotografieren oder drehen Videos.

Weltweit sind 14 Korrespondenten für den Verlag und seine Medien unterwegs. Fünf Nachrichtenagenturen ergänzen die Auswahl an Themen und Texten. Weil Bundespolitik in der Bundesstadt Bonn mit ihren Ministerien, den Bundesbehörden, den Vereinten Nationen und vielen Verbänden nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert hat, unterhält der Verlag ein eigenes Korrespondentenbüro in Berlin.

Rund 70.000 Zeitungen verkauft der Verlag jeden Tag. Damit erreicht er bis zu 270.000 Leser in der Region  rund um Bonn.  Die Zeitung ist schon lange nicht mehr das einzige Medium aus dem Haus. Online-Angebote des General-Anzeigers haben sich seit den 1990er Jahren zu den führenden Nachrichtenportalen der Region entwickelt, ergänzen und erweitern die Informationsmöglichkeiten.

Dafür wird eine Menge Material bewegt: Rund 7000 Fotos gehen in 24 Stunden über die Schreibtische der Journalisten, 40 Mails pro Minute erreichen den Verlag. Die Nachrichtenagenturen liefern je nach Lage der Dinge mehrere 1000 Informationen jeden Tag und rund um die Uhr. Daraus macht die Redaktion täglich bis zu 1000 Berichte, Meldungen und andere Informationseinheiten für die Zeitung, das Internet oder Social Media, gedruckt, gesendet, gepostet oder per Twitter.

Der General-Anzeiger hat anspruchsvolle Leser. Das motiviert die Redaktion und macht sie erfolgreich. Mehrere Journalistenpreise gingen in der jüngsten Vergangenheit an die Redaktion oder an Journalisten des General-Anzeiger, darunter so renommierte wie der Theodor-Wolff-Preis, der Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Wächter-Preis der Tageszeitungen und der Henri-Nannen-Preis.

Kein Grund sich auf den Lorbeeren auszuruhen, denn der digitale Wandel der Medienlandschaft fordert das traditionsreiche Verlagshaus heraus. Ihn begreift das Team des General-Anzeiger als Herausforderung, die erprobten Tugenden kreativ weiterzuentwickeln und neue Leser für guten Journalismus zu begeistern, für die Menschen in Bonn und in der Region an Ahr, Rhein und Sieg, und für alle, die sich dieser Region verbunden fühlen.