Simple Technik

Hilfe kommt auf Knopfdruck

Silke Meis vom Arbeiter-Samariter-Bund in Troisdorf zeigt den Handauslöser für das Notrufssystem.

Silke Meis vom Arbeiter-Samariter-Bund in Troisdorf zeigt den Handauslöser für das Notrufssystem.

Das Hausnotrufsystem ermöglicht nach Ansicht von Experten vor allem älteren Menschen, länger in ihren eigenen vier Wänden zu bleiben.

Viele Menschen leben allein in ihrer Wohnung und sind oft auch allein, wenn sie dort in Not geraten. Immer wieder melden Zeitungen Schicksale von Bewohnern, die erst nach Monaten tot in ihrer Wohnung gefunden werden. Fälle von älteren Menschen, die allein leben, und für die eine rettende Direktverbindung zu einer Hilfsorganisation elementar wichtig wäre, kennt auch Silke Meis, Fachfrau beim Arbeiter-Samariter-Bund Bonn/Rhein-Sieg/Eifel (ASB) in Troisdorf.

Eine Verbesserung der Situation könnte ein Hilfssystem sein, für dessen Verleih und Betreuung Meis beim ASB zuständig ist, und das auch andere Rettungs- und Hilfsorganisationen anbieten: der Hausnotruf.

Das Prinzip der Technik ist simpel: Wenn der Teilnehmer in Not gerät, weil er etwa gestürzt ist, kann er per Knopfdruck über eine ans Telefon angeschlossene Freisprecheinrichtung Hilfe ins Haus holen. Und zwar bei einer Zentrale, die bei vielen Anbietern rund um die Uhr besetzt ist.

Anfang der 70er Jahre wurde der Hausnotruf von Wilhelm Hormann an einem Krankenhaus in Wilhelmshaven entwickelt, sagt Claudia Groetschel, Sprecherin der Initiative Hausnotruf: „1980 wurde der Hausnotruf der internationalen Öffentlichkeit vorgestellt.“ Ziel sei es gewesen, vorwiegend die ambulante Betreuung, etwa von Kranken und Senioren, sicherzustellen.

Umfassende statistische Angaben zur Verbreitung des Hausnotrufs hat Groetschel zwar nicht. Aber sie sagt, „die Tendenz ist deutlich steigend.“ Gleichwohl vermutet die Expertin noch reichlich Potenzial bei den Nutzern: „Bundesweit pflegen rund sechs Millionen Menschen ihre Angehörigen zumindest teilweise selbst. Die Zahl der Hausnotrufnutzer lag 2010 hingegen bei 400.000.“

Auch in der Region nutzen den Hausnotruf viele Kunden. Beim ASB habe sich in den vergangenen drei Jahren die Zahl der Teilnehmer um etwa 280 auf 380 erhöht, sagt Expertin Meis. Ebenso sei die Zahl der Meldungen über den Hausnotruf zuletzt leicht gestiegen, und zwar von 289 im Jahr 2014 auf 306 im Jahr 2015.

Während Axel Menk vom DRK Kreisverband Bonn „450 Kunden mit gleichbleibender Tendenz“ nennt, zählen die Bonner Malteser „rund 1300 Hausnotrufteilnehmer in Bonn und nochmals 1100 im Rhein-Sieg-Kreis“, sagt Ruth Horn-Busch, Leiterin Soziale Dienste Bezirk Rheinland und des Hausnotrufes Bonn der Malteser. „Durch die demografische Entwicklung und die Tendenz, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu wohnen, ist mit steigender Nachfrage zu rechnen“, ergänzt sie.

Das hängt aus Sicht von Ruth Horn-Busch auch damit zusammen, „dass die ältere Generation Technik heute durchaus aufgeschlossener begegnet als noch vor zehn Jahren“.

Und ASB-Expertin Silke Meis verweist außerdem „auf die vergleichsweise einfache Einrichtung der Technik und ihre unkomplizierte Handhabung“. (voa)

Weitere Info bekommen Interessierte unter www.initiative-hausnotruf.de