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Richtig essen, um fit zu sein und zu bleiben

Jedes Jahr im Frühling ist es wieder soweit. Der Spiegel sagt unerbittlich, dass ein paar Pfunde zu viel sind und die Haut schlaff und grau aussieht. Was tun? Frühjahrsputz für den Körper? Das geht am besten mit einer schnellen Radikaldiät, oder?

Intervallfasten, Entgiftungsdiäten, Paleo Diät, also Essen wie die Steinzeitmenschen, Low Carb, kohlehydratarme Ernährung oder gar die HCG-Diät, bei der ein Schwangerschaftshormon verwendet wird – jedes Jahr machen wieder neue Konzepte Furore. Auch Trennkost oder Basenfasten haben ihre Anhänger. Aber: „Solch kurzzeitige Diäten wirken nicht dauerhaft und gefährden eine ausgewogene Nährstoffzufuhr“ warnt die Diplom-Ökotrophologin und Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), Antje Gahl. „Schnell viel abnehmen und genauso schnell wieder das Ausgangsgewicht oder sogar mehr erreichen – das charakterisiert diese Diäten und kann zum so genannten Jojo-Effekt führen“, so Gahl.

Stattdessen empfiehlt die DGE eine langfristige Gewichtsabnahme, basierend auf einer Kombination aus Ernährungsumstellung, Verhaltensänderung und einer Steigerung der körperlichen Aktivität. Eine vollwertige Ernährung sowie rund 30 bis 60 Minuten Bewegung pro Tag gehören zusammen und helfen, das Gewicht zu regulieren, so die DGE. Oder anders gesagt: Lange gehegte und gepflegte und lieb gewordene Ernährungsgewohnheiten legt der Mensch nicht so schnell ab. Und Ernährung und Bewegung gehören einfach zusammen, um fit zu werden und zu bleiben.

„Ernährung und Bewegung – ganzheitliche Konzepte sind gefragt

Diäten machen dick“, das ist auch das Credo von Hans-Jürgen Konrad, Geschäftsführer der TC & Lifestyle GmbH. In seinen beiden Trainingscentern in Kempen bietet er eine Reihe von Fitnesskursen an. Aber längst nicht nur: „Fitness bedeutet, sich gesund zu bewegen und sich außerdem gesund zu ernähren, deshalb beraten und betreuen wir ganzheitlich.“ Stress haben Konrad und sein Team als einen der Hauptverursacher für falsche Ernährung und mangelnde Bewegung ausgemacht „Wir leisten hier täglich Überzeugungsarbeit, damit unsere Kunden ihr Leben umstellen und sich Zeit für sich und die Bedürfnisse ihres Körpers nehmen.“

Dazu setzt das Team ebenso auf individuelle Tests, um herauszufinden, welche Nährstoffe der einzelne Mensch braucht und verwerten kann – wie individuelle Trainingsprogramme. Je nach Ergebnis empfehlen dann die Ernährungscoaches die „Detox- und Vitalkur“, bei der es darum geht, Übersäuerung zu beseitigen. Oder sie raten zu „MetaCheck fitness“. Bei dem soll ein Gentest Aufschluss bringen, welche sportlichen Aktivitäten besonders effizient sind und welche Nährstoffe der Kunde lieber meiden sollte. Last but not least kann sich der Fitnessinteressierte auch über die traditionelle ayurvedische Küche informieren und danach zu kochen lernen.

„Unser Ziel ist es, dem Kunden zu einer langfristigen Lebensstiländerung zu verhelfen“, sagt Hans-Jürgen Konrad. Dabei hilft eine gute fachkundige Anleitung, aber auch eine gewisse Organisation, etwa Tagespläne für gesunde Mahlzeiten.

Planen – das lernen diejenigen, die ihre Figur verändern, sich gesünder ernähren und fitter werden wollen, beim prominentesten Ernährungskonzept hierzulande ganz sicher. Bei den Weight Watchers nehmen jede Woche rund 400.000 Menschen an Gruppentreffen teil, um gemeinsam schlanker und fitter zu werden.

„Unser Ziel ist es, die Achtsamkeit der Teilnehmer, ihr positives Denken und die Offenheit für Neues zu fördern. Wir wollen Wege zu einem gesunden, aktiven, ausgewogenen und selbstreflektierten Lebensstil im Sinne einer nachhaltigen Lebensstiländerung aufzeigen“, sagt Julia Peetz, Programmentwicklerin bei Weight Watchers.

Bestimmte Nahrungsmittel werden mit Punktwerten belegt, den sogenannten „SmartPoints“. Die werden in einem Ernährungstagbuch aufgelistet und können von den Teilnehmern selbst überprüft werden. Das neue Konzept „Your Way“ soll noch mehr individuelle Freiheiten bieten, denn jetzt gibt es 200 „zero Points-Lebensmittel“, die nicht gezählt, abgewogen und aufgeschrieben werden müssen. Dazu verfügen die Teilnehmer über ein neues flexibles Tages- und Wochenpunktebudget.

Dahinter steht die Erkenntnis, dass der moderne Mensch oft wenig Zeit für regelmäßige Mahlzeiten hat und dass ein Ernährungsprogramm sich dem Leben der Teilnehmer anpassen muss, wenn es Erfolg haben will.