Kliniken Spezial Die wichtigsten Impfungen im Überblick

Dass schwere Infektionskrankheiten heute selten geworden sind, verdanken wir den Impfungen. Sie schützen nicht nur den Einzelnen vor Erkrankung, sondern bieten der gesamten Bevölkerung die Gewähr, dass es nicht zu Epidemien kommt. Denken Sie daran: Etliche Impfungen müssen im Laufe des Lebens aufgefrischt werden.

Das Impfbuch – ein wichtiges Dokument

Heute gelten viele Infektionskrankheiten, die früher zu verheerenden Epidemien führten, als nahezu ausgestorben. Dennoch sollte man sich nicht in Sicherheit wiegen: Krankheiten, die in Europa praktisch nicht mehr auftreten, sind in anderen Weltregionen noch immer verbreitet. Ein umfassender Impfschutz hilft auf zweierlei Weise: Zum einen ist der Einzelne, z. B. bei Fernreisen, vor der Ansteckung geschützt, zum anderen wird so vermieden, dass die Erkrankung wieder nach Deutschland eingeschleppt wird. Deshalb ist es für die Allgemeinheit so wichtig, dass die Impfempfehlungen ernst genommen und umgesetzt werden.

Der Impfkalender für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene umfasst Impfungen zum Schutz vor Diphterie, Pertussis (Keuchhusten), Tetanus, Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B, humanen Papillomaviren (Gebärmutterhalskrebs), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Pneumokokken, Meningokokken, Masern, Mumps, Röteln sowie gegen Varizellen (Windpocken) und für Senioren gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken. Für die meisten dieser Impfungen gilt: Eine Grundimmunisierung erfolgt durch die Standardimpfungen im Säuglingsalter, die nach mehreren Auffrischungen im Kindes- und Jugendalter zu einem lebenslangen Schutz führen. Es gibt allerdings Impfungen, die auch im Erwachsenenalter nochmals aufgefrischt werden sollten: Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt Erwachsenen-Impfungen z. B. gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten und Polio. Ob eine Impfung fällig ist, kann man dem gelben Impfbuch entnehmen, das sämtliche Impfungen dokumentiert. Das Impfbuch ist ein wichtiges Dokument, das sorgfältig aufzubewahren ist. Arztbesuche sollten dazu genutzt werden, den Impfschutz zu überprüfen und gegebenenfalls zu vervollständigen.

 

Nötige Impfungen für Erwachsene

Wie nötig eine Auffrisch-Impfung sein kann, belegt beispielsweise die weite Verbreitung der Diphterie in Ländern Osteuropas und in Indien. Zwar ist in Deutschland die Durchimpfungsrate bei Kindern sehr hoch, doch fehlt den meisten Erwachsenen die Auffrischung des Impfschutzes aus Kindertagen. Aufgrund dieser Impflücken kann die Diphterie jederzeit wieder in Deutschland eingeschleppt werden – mit gefährlichen Folgen.

Auch für Polio – die Kinderlähmung – kann keine Entwarnung gegeben werden. Die Krankheit gilt in Europa zwar als ausgerottet, in einigen Ländern Asiens und Afrikas ist das Virus aber noch aktiv. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Krankheitsfälle erhöht. Deshalb ist es wichtig, Impflücken zu schließen und Reisende in Regionen mit Infektionsrisiko zu impfen, wenn die letzte Auffrischung länger als zehn Jahre zurückliegt. Seit 2002 wurde nur bei jedem dritten Erwachsenen der Polio-Impfstatus überprüft.

Keuchhusten ist vorwiegend als Kinderkrankheit bekannt, doch inzwischen erkranken daran hauptsächlich Erwachsene. Experten schätzen, dass jedes Jahr 110.000 erwachsene Menschen in Deutschland davon betroffen sind. Eine Auffrischung des Impfschutzes sollte bei Kindern (5-6 Jahre), Jugendlichen (9-17 Jahren) sowie einmalig im Erwachsenenalter erfolgen – so die STIKO.

Tetanus, der „Wundstarrkrampf“, ist eine Gefahr, die vor allem bei Verletzungen droht. Egal ob bei der Gartenarbeit, beim Heimwerken, Sport oder beim Umgang mit Tieren – in einem unachtsamen Moment passiert es schnell, dass man sich eine kleine Hautverletzung zuzieht. Doch bereits bei kleinsten Verletzungen können Tetanus-Bakterien in die Wunde eindringen.

Alle Impfungen kann der Hausarzt vornehmen, die Kosten für viele Impfungen übernimmt die Krankenkasse.

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