Auslöser allergiebedingter Beschwerden

Wo sich Hausstaubmilben wohlfühlen

Mehr als 50 Prozent der Allergiker in Deutschland reagieren auf Hausstaubmilben.

Mehr als 50 Prozent der Allergiker in Deutschland reagieren auf Hausstaubmilben.

Lange Zeit galt das Bett als der Lieblingsort der Hausstaubmilben. Es ist auch tatsächlich so, dass sich dort rund 1,5 Millionen Milben tummeln. Aber auch an vielen anderen Orten lassen sich die Spinnentiere nieder.

Forscher haben nun belegt, dass die Belastung mit den Allergenen der Milbe in der Nacht lediglich zehn Prozent der Tagesdosis ausmacht. „Das heißt, dass nachts im Tagesverlauf nicht etwa die höchste, sondern die geringste Belastung vorliegt“, erklärt Professor Karl-Christian Bergmann, Leiter der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID).

„Hausstaubmilbenallergiker können den Allergenen also nur sehr schwer entkommen“, sagt Bergmann. „Studien haben ergeben, dass die Fahrt in Bus, U-Bahn und Zug die stärkste Belastung zur Folge haben kann.“ Dennoch besteht Bergmann zufolge die Chance, die Belastung zu verringern, indem zum Beispiel in der Wohnung und am Arbeitsplatz den Milben die Lebensräume entzogen werden. Dabei hilft die App „Milben-Check“ (für Android und iOS).

Nutzer der App können für jeden Raum zu Hause und auch für den Arbeitsplatz angeben, aus welchem Material zum Beispiel Möbel und Fußböden bestehen und ob Jalousien oder Vorhänge vor den Fenstern hängen. Daraus errechnet die App den sogenannten „Milbenscore“ und zeigt auf, welche Gegenstände starke Allergenquellen sind. Diese können dann ausgetauscht werden. So bietet ein Bürostuhl mit abwischbarer Oberfläche wie Leder den Milben zum Beispiel weniger Lebensraum als ein Stuhl mit Stoffbezug. Außerdem können Allergiker auch durch ihr Verhalten Einfluss auf die Belastung nehmen: „Wer seine Kleidung nicht im Schlaf- oder Wohnzimmer wechselt sowie Decken, Kissen und auch Stofftiere regelmäßig bei 60 Grad Celsius in den Wäschetrockner gibt, macht es den Milben schwerer“, erklärt Bergmann.

Mehr als 50 Prozent der deutschen Allergiker reagieren auf Hausstaubmilben. Aber nur bei der Hälfte von ihnen ist diese Allergie auch ärztlich diagnostiziert und kann behandelt werden. Dabei kann eine unbehandelte Hausstaubmilbenallergie langfristig zu allergischem Asthma führen und damit lebenslange gesundheitliche Folgen haben. Bergmann rät: „Hausstaubmilbenallergiker sollten eine Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt, durchführen. Dadurch gewöhnt sich der Körper langsam an den allergieauslösenden Stoff.“ Bei dieser Allergie-Impfung unterstützt die App „Milben-Check“ ebenfalls. Denn Patienten können mit der App ihren Therapiestatus verfolgen, werden an Termine erinnert und können in einem Milbentagebuch ihren Gesundheitszustand protokollieren. Das hilft bei Gesprächen mit Ärzten. Rps