Die Kehrseite des Frühlings

Die Pollen fliegen wieder

Eine Pollenallergie haben rund 16 Millionen Deutsche. Unter Symptomen wie niesen, tränenden Augen und verstopfter Nase leiden auch immer häufiger Kinder.

Eine Pollenallergie haben rund 16 Millionen Deutsche. Unter Symptomen wie niesen, tränenden Augen und verstopfter Nase leiden auch immer häufiger Kinder.

Die Natur regt sich im Frühling, die Blumen blühen – doch was des einen Freud, ist des anderen Leid. Denn ab Mitte Februar stürmen die Allergiker Jahr für Jahr die Arztpraxen – niesend, mit tränenden Augen und verstopfter Nase.

Manche Betroffenen haben noch schlimmere Symptome wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme oder Schlafstörungen. Auslöser für die Beschwerden sind anfänglich die umherfliegenden Hasel- und weiteren Baumpollen, später sind es Gräserpollen. Auf diese, teilt der Deutsche Asthmatiker und Allergiebund (DAAB) mit, reagieren 50 Prozent der Allergiker, und 30 Prozent auf Baumpollen.

„Aufgrund des wärmeren Klimas fliegen die Pollen teilweise bis in den Oktober hinein“, erläutert Professor Dr. med. Karl-Christian Bergmann vom Deutschen Polleninformationsdienst. Im vergangenen Jahr habe sogar kurzfristig ein Pollenflug der Haselnuss im Dezember eingesetzt, sagt Sonja Lämmerle vom DAAB. So kämpften Anfang des Jahres schon einige Betroffene mit ihrer Allergie.

Rund 16 Millionen Deutsche leiden an einer Pollenallergie. Die Zahl steigt – und die Patienten sind immer jünger. „Früher hatten wir ab und zu etwa vier Jahre alte Kinder mit einer Pollenallergie, heute ist es die Regel“, stellt Sonja Lämmerle fest. Ursache, sagt Mediziner Bergmann, für die wachsende Anzahl der Allergiker sei die steigende Hygiene der Industrieländer sowie eine Konzentration auf das Stadtleben. Eine genetische Veranlagung kann vorliegen, muss aber nicht Auslöser sein. Prophylaktisch sollten Säuglinge vier bis sechs Monate gestillt werden. Länger nicht. Günstig sei außerdem, zumindest zeitweise, ein Leben auf dem Land.

Um die Allergie zu lindern, gibt es verschiedene Medikamente. Zur Akuttherapie werden Antihistaminika eingesetzt. Sinnvoll in der pollenflugfreien Zeit ist die Hyposensibilisierung, wobei zunächst der genaue Auslöser der Allergie diagnostiziert werden sollte. Bevorzugt wird die monatliche Spritzentherapie mit dem jeweiligen Pollenallergen, da diese die beste Studienlage aufweisen kann. Sie hat nach Angaben des DAAB eine Erfolgsrate von mindestens 80 Prozent. Allerdings muss die Spritzentherapie mindestens in drei aufeinanderfolgenden Jahren wiederholt werden. Für den großen Anteil der Gräserpollenallergiker gibt es die Möglichkeit, eine Gräserimpftablette einzunehmen. Bei Kindern kann ab einem Alter von drei Jahren mit der neueren Oraltherapie in Tropfenform begonnen werden, wobei diese nicht ganz so effektiv sein soll.

In der aktiven Pollenflugzeit sollten Allergiker einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. So ist es etwa sinnvoll, Sport an der frischen Luft zu meiden und keine rauen Wollstoffe zu tragen. Kleidung sollte vor dem Schlafzimmer ausgeschüttelt und häufig gewaschen werden, Schutzgitter vor den Fenster bilden für die Pollen eine Barriere. Mr