Beueler Bürgerfest 2018

Beuel hat Kultur

Es ist und war für viele Bonner der Einstieg ins kulturelle Erleben: Das „Junge Theater Beuel“, seit 1979 im ehemaligen Rheingold-Kino an der Hermannstraße untergebracht, erfreut Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit spannenden Stücken, die immer auch zum Nachdenken und Diskutieren anregen.

Das Besondere: Neben Profi-Darstellern stehen hier regelmäßig auch Kinder und Jugendliche auf der Bühne. Mit dem Theater „Marabu“ im Kulturzentrum „Brotfabrik“ in der Kreuzstraße gibt es in Beuel gleich ein weiteres Kinder- und Jugendtheater, das mit seinen phantasiereichen Inszenierungen zu den besten Deutschlands zählt. Da ist es kein Wunder, dass das Pantheon-Theater, das vor zwei Jahren mit seiner beliebten Kleinkunstbühne auf die Sonnenseite Bonns in die „Halle Beuel“ des Theater Bonn gewechselt ist, und hier auf dem Gelände der ehemaligen Rheinischen Jutespinnerei und Weberei an der Siegburger Straße eine neue Dynamik entwickelt. Weil der Zuschauerraum größer ist, konnte es sein Programm deutlich erweitern. Einen neuen Aufbruch gibt es auch bei der „Brotfabrik“. Wo einst Germania-Brot gebacken wurde, haben seit 30 Jahren Ausstellungen, Programmkino, Theater, Tanz, Musik, Workshops und Seminare ein Zuhause. Das Programm kommt an, so dass die Brotfabrik mit etwa 120 000 Besuchern pro Jahr komplett ausgelastet ist. Am 1. Juni haben drei Familien – zwei davon aus Beuel – das Gelände in der Kreuzstraße 16 bis 18 samt Immobilien erworben und die „brotfabrik Familien KG“ gegründet mit dem ausdrücklichen Ziel, das Kulturzentrum zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Ein interessanter Beueler Kulturstandort ist in der alten Tapetenfabrik an der Marquardt- und Auguststraße gewachsen, unter anderem mit einer Ballettschule, Tanzstudios und zahlreichen Ateliers für Künstler und Kunsthandwerker. Seit zehn Jahren hat hier auch die „Popfarm“ ihren Sitz, die derzeit etwa 200 junge Musiker in der klassischen Popmusik, also in Gesang, Gitarre, Keyboard und Schlagzeug ausbildet. Und zu Beuel gehört auch das „Green Juice Festival“, von Jugendlichen als kleines Event vor der Haustür begründet und heute ein bedeutendes Musikfestival und ein Aushängeschild der jungen Beueler Kultur.

Geschichte und Gegenwart verbindet seit 30 Jahren das Heimatmuseum Beuel in der Wagnergasse mit dem schönen alten Fachwerkhaus, liebevoll zusammengetragenen Exponaten und spannenden Aktionstagen. Aber es gibt auch Neues: Freiräume für Kommunikation, Kunst und Kultur zu schaffen, hatte Diplom-Pädagogin Beate Bach-Flaeschner im Kopf, als sie in dem roten Haus nahe der Bahnhaltestelle in Vilich-Müldorf, Am Herrengarten 59, vor fast zwei Jahren ihre „Freiräume“ eröffnete, um ihr Know-how aus 25 Jahren in der Erwachsenenbildung weiterzugeben und Ideen Raum zu geben. Die nächste Ausstellung zeigt ab 14. September unter dem Titel „Kontraste – schwarz/weiß“ Bilder von Irmgard Hofmann, Barbara Kroke und Stefanie Pung. Die angebotenen Kurse – von Qigong im Garten und Papier- oder Filzwerkstätten bis hin zu Kreativem Schreiben, Ahnenforschung oder Improvisationstraining für Alltag und Bühne – sowie die Literaturlesungen und die Literatur- oder Kunstfrühstücke sind sehr begehrt.

Auch die zahlreichen Bibliotheken in den Beueler Ortschaften bieten viel mehr als nur Lesestoff: Beim „Beueler Bücherfrühling“ und beim „Lesefest Käpt’n Book“ im Herbst gibt es Veranstaltungen für die ganze Familie. ⋌ldb