Gewerbegebiet Beuel-Ost

Zwischen Verharren und Wandel

Das Gewerbegebiet Beuel-Ost erstreckt sich im Südwesten bis an die Bahnstrecke neben der Königswinterer Straße FOTO: KUBIK

Das Gewerbegebiet Beuel-Ost erstreckt sich im Südwesten bis an die Bahnstrecke neben der Königswinterer Straße FOTO: KUBIK

BEUEL. Das wohl älteste Gewerbegebiet der Stadt schwankt zwischen Wandel und Verharren: Zum einen könnte nach dem Zuzug des Pantheon-Theaters in Beuel-Ost ein veritables Kulturquartier im Herzen des Ortsteils entstehen.

Nicht zuletzt, weil ein in direkter Nähe geplanter Wertstoffhof der Stadtwerke nach einem Ratsbeschluss nun wieder vom Tisch ist. Zum anderen bestimmen unzählige unangemeldete Fahrzeuge entlang der Maar- und Broichstraße seit Jahren das Straßenbild und lassen nicht gerade an eine gesunde Gewerbemischung glauben. Hinzu kommen die Probleme großer, seit Jahren leer stehender Flächen, wie die ehemaligen Firmengelände des früheren Dachpappenherstellers Andernach oder von Evonik an der Kreuzung Königswinterer- und Siegburger Straße.

Eine Initialzündung zur Weiterentwicklung soll nun endlich der sogenannte Maarstraßenanschluss bringen: Das nicht unumstrittene Projekt der Verlegung der Autobahnanbindung von der Siegburger Straße in Pützchen wird aber wegen der notwendigen Koordinierung des Projekts mit anderen Großbaumaßnahmen, wie dem Bau der S-Bahnlinie 13 und der Sanierung der Nordbrücke, allerfrühestens im Jahr 2020 beginnen.

Gute Mischung: Alte und neue, große und kleine Betriebe

Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes liegt in der Stadt Bonn bei nur acht Prozent. Daher liegt ein besonderer Fokus der Bonner Wirtschaftsförderung auf der Sicherung vorhandener Gewerbegebiete, wie auch hier beim mit rund 100 Hektar größten Gewerbegebiet Beuel-Ost, erläutert Ulrich Ziegenhagen vom Amt für Wirtschaftsförderung. Ein besonderes Kennzeichen des Gewerbegebietes sei das in der Mitte des Areals liegende, planungsrechtlich ausgewiesene Indus-triegebiet.

Insgesamt rund 400 Unternehmen sind hier nach Angaben der städtischen Wirtschaftsförderung ansässig. Da das Gewerbegebiet traditionell gewachsen ist, haben sich eine große Zahl sehr unterschiedlicher, zum Teil auch recht kleiner Betriebe, mit einigen wenigen flächenintensiven Unternehmen wie dem Backmittelproduzenten Kessko oder dem Schleifmittelhersteller Atlantic gemischt. Relativ neu im Gebiet sind die Handwerksbetriebe Gerwing und Sädler an der Röhfeldstraße sowie die Maschinenvermietung Boels an der Maarstraße. Dort ist auch vor zwölf Jahren ein Montage- und Logistikzentrum der Gemeinnützigen Werkstätten GVP entstanden.

Schwerpunkt Automobil

Überproportional stark vertreten ist die Autobranche mit Gebrauchtwagen-, Einzelteil- und Schrotthandel. Geringe Veränderungen und wenig Fluktuation deuten auf eine stabile Bestandsstruktur hin. Dies sei einerseits positiv zu bewerten, andererseits werde es dadurch für die Stadt schwierig, einen Wandel für „untergenutzte“ Bereiche zu einer höherwertigen Nutzung anzuschieben. Außerdem befinden sich fast alle Grundstücke in privater Hand, und so habe man relativ wenig Steuerungsmöglichkeiten, heißt es seitens der Verwaltung. Dennoch werde das Gebiet durch die Umsetzung der Ergebnisse einer Strukturuntersuchung, etwa durch die Erhöhung der „baulich-gestalterischen“ Anforderungen bei Neunutzungen, nach und nach aufgewertet. So wird das Filetgrundstück an der Ecke Königswinterer- und Maarstraße wohl noch länger ein Dasein als Abstellfläche zumindest hierzulande ausgedienter Altautos fristen. Nach einem Ratsbeschluss von 2009 ist außerdem die Ansiedlung von zentrumsschädlichem Einzelhandel ausgeschlossen.