Wirtschaftsmagazin Ein gesunder Drink macht das Rennen

Die siegreiche Idee: Arne Rohlfs mit einer Packung seines Moringa-Drinks und dem Teilnahme-Zertifikat. FOTO: BRIGITTE LINDEN

BONN. Bei der 32. Bonner Ideenbörse stellen sich sechs kreative junge Unternehmen aus der Region den Juroren.

Es ist ein besonderes Event, das an diesem Abend des 19. Februar im geselligen Ambiente des „podium49“ in der Bonner Südstadt einige Dutzend Menschen zusammenführt. Was sie verbindet, ist das Interesse an kreativen Ideen aus der Region, die das Potenzial haben, ihren Urhebern zu einem erfolgreichen Unternehmen zu verhelfen: Zum 32. Mal führt die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg (IHK) die „Bonner Ideenbörse“ durch. Dort stellen sechs ausgewählte junge Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen ihre Ideen und Innovationen vor, und die Gäste, die sich zu der Veranstaltung angemeldet haben, geben dazu auf einem Bewertungsbogen ihr Urteil ab – zum kreativen Ansatz, dem persönlichen Nutzen und der Vermarktbarkeit – und stellen ihr je persönliches Ranking auf.

„Gewinner sind am Ende alle“, betont IHK-Kommunikationschef Michael Pieck gleich bei der Begrüßung, denn es ist schon eine Auszeichnung, für diese Veranstaltung ausgewählt zu sein. Wie bei den vorherigen Ideenbörsen geht es für die Kreativen darum, die Gäste von ihrer Idee, ihrem Produkt, ihrer Dienstleistung zu überzeugen – ohne große Hilfs- oder Präsentationsmittel, jeder an seinem Stehtisch. Neu ist diesmal, dass sie von jedem Juror zusätzlich Praxistipps bekommen, als zusätzliche Impulse für die Weiterentwicklung ihrer Ideen. Noch ein Novum: Bevor es an den Tischen losgeht, gibt es ein Kurz-Casting vor der Kamera. In einem Pitch von einer Minute darf jeder seine Idee vorstellen. Diese Filmchen sind als Livestream auf der IHK-Homepage zu sehen und sorgen zusätzlich für eine größere Reichweite der Präsentationen der innovativen Produkte, Dienstleistungen und Ideen.

Und dann geht es los: Marcel Depré aus Wachtberg, seit neun Jahren Betriebsküchenleiter beim Kölner Studierendenwerk, präsentiert seine digitale Ernährungsmanufaktur, bei der man sich Speisepläne zusammenstellen und die Produkte nach Hause liefern lassen kann. Melanie Olbrich, die im November in Meckenheim einen inklusiven Indoorspielplatz gegründet hat, ist mit ihrem Memory-Puzzle-Spiel zum Englischlernen vertreten. Nadine Kaiser aus Erpel hat den Internetshop für Druckartikel „Screen Viper“ gegründet, der 400 Produkte – von der Serviette bis zur Handyhülle, vom Mousepad bis zum Kondom – mit dem gewünschten Motiv bedruckt. Firmen oder Vereine können ihren eigenen Online-Fotogeschenkeshop einrichten und Provisionen kassieren.

Aus Moringa, einer vitaminreichen Pflanze, die er auf eigener Plantage in Paraguay biologisch anbaut, hat Arne Rohlfs aus Troisdorf im vergangenen Jahr den Bio-Vital-Drink „Naturally High“ entwickelt, der bereits den 2. Preis beim Drinkstarter-Wettbewerb erhielt und zurzeit Einzug in die Supermärkte hält. Was sich hinter dem Begriff „Soundbranding“ verbirgt, erläutert der Bonner Süleyman Akkas, Psychologe und Musiker, der seit September zusammen mit Jan Schürheck Unternehmen Soundlogos oder Jingles verschafft, die Emotionen auslösen und ihnen einen Wiedererkennungswert verleihen sollen.

Die Hennefer Start-up-Unternehmer Sunniva Graupmann und Omid Hegran Djuya haben die für den Nutzer kostenlose, App „Freizeit Finder“ für iOS, Android und Windows entwickelt, mit der man deutschlandweit in 31 Kategorien alle Informationen für die persönliche Freizeitgestaltung bekommt. Unternehmen der Freizeitbranche können gegen einen moderaten Jahresbeitrag ihre Inhalte einstellen und jederzeit bearbeiten, etwa um kurzfristig freie Plätze anzuzeigen.

Nachdem die Gäste ihre Runde zu allen Tischen absolviert haben, werden die Bewertungszettel ausgezählt. Und dann wird das mit Spannung erwartete Ergebnis verkündet: Es gibt zwei zweite Plätze – für „Soundbranding“ und „Freizeit Finder“ – und einen klaren Sieger: den Moringa-Drink „Naturally High“. Arne Rohlfs wird sich nun auch beim „Ideenmarkt“ der IHK am 20. Juni in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in St. Augustin vorstellen.

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