Vermögensverwaltende Fonds

Finanz-Knowhow in Fonds verpackt

Vermögensverwaltende Fonds wollen dazu beitragen, dass das Vermögen stetig und nachhaltig wächst. FOTO: THINKSTOCK/MAX SATTANA

Vermögensverwaltende Fonds wollen dazu beitragen, dass das Vermögen stetig und nachhaltig wächst. FOTO: THINKSTOCK/MAX SATTANA

Anleger, die Investmentfonds kaufen, sind in der Regel davon überzeugt, dass die Branchen oder Regionen, in die die jeweiligen Fonds investieren, sich in naher Zukunft besonders gut entwickeln werden. Die Themen- und die dazu passende Fonds-Auswahl ist allerdings für private Anleger, die sich nicht jeden Tag mit dem Thema Börse befassen wollen, eine besondere Herausforderung.

Investoren können laut BVI Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) derzeit unter mehr als 10 000 Fonds wählen, darunter rund 2500 Aktienfonds, 1500 Rentenfonds und 1600 Mischfonds, die sowohl in Renten als auch in Aktien investieren.

Wer sein Portfolio möglichst aussichtsreich aufstellen will, kann also viel Zeit damit verbringen, Risiko- und Chancen-Optimierung zu betreiben – oder er investiert direkt in einen Fonds mit vermögensverwaltendem Charakter, sogenannte VV-Fonds (Vermögensverwaltende Fonds). „Solche Fonds nehmen Anlegern viele Entscheidungen ab“, sagt Thomas Buckard, Mitgründer und Vorstand der Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen AG. „Anders als beispielsweise Mischfonds, die das Fondsvermögen nur auf Aktien und Anleihen verteilen, verfolgen Vermögensverwaltende Fonds eine klare Investment-Strategie“, so Buckard.

Es zählt der absolute Erfolg

Der Unterschied zu Mischfonds sei gleichzeitig auch ihr Mehrwert: VV-Fonds nehmen keine Rücksicht auf die Verteilung von Anlageklassen. „Was unterm Strich zählt, ist der absolute Erfolg“, bestätigt Thomas Buckard. Dies sei im Fall von VV-Fonds nicht nur eine leere Floskel, sondern Geschäftsgrundlage. „Anders als bei anderen Investmentfonds steht bei unseren Fonds auch unser Name als Vermögensverwalter auf dem Spiel. Wenn wir einen Fonds managen, erwartet man von uns nicht, dass dieser Fonds besser abschneidet als irgendein Vergleichsindex, sondern dass wir das uns anvertraute Vermögen vermehren“, so Buckard.

Doch es geht nicht nur um den Ruf, sondern auch ums bare Geld: „Mit jeder Transaktion, die ein Vermögensverwaltender Fonds tätigt, geht er auch immer ein Risiko ein. Denn die Kunden möchten Erfolge sehen und können ihr Geld aus Vermögensverwaltenden Fonds auch schnell wieder abziehen“, sagt Thomas Buckard. VV-Fonds sind also quasi zum Erfolg verdammt.

Vorab gut informieren

Zwar folgen die meisten VV-Fonds einem ähnlichen Grundsatz: Sie legen das Geld eher konservativ an und haben vermögenserhaltenden Charakter. Doch die Anlagestrategien unterschieden sich im Einzelfall zum Teil erheblich. Anleger, die auf der Suche nach passenden VV-Fonds sind, sollten sich deshalb im Vorfeld gut informieren – am besten direkt bei den Vermögensverwaltungen, die die Fonds aufgelegt haben. Denn ein aussagekräftiger Vergleich der Produkte in den einschlägigen Internet-Fondsdatenbanken wie beispielsweise Morningstar ist kaum möglich.

„In den Fondsdatenbanken entscheidet in der Regel die aktuelle Zusammensetzung eines Fonds darüber, mit welchen anderen Fonds er verglichen wird“, erklärt der Vermögensverwalter Thomas Packenius von PMP Vermögensmanagement. „Doch bei VV-Fonds ändert sich die Zusammensetzung der Anlageklassen zum Teil sehr erheblich. Das kann dazu führen, dass die Performance eines VV-Fonds, der lange Zeit überwiegend in Anleihen investiert war, dann aber seine Strategie geändert hat, nun an der Performance von Aktienfonds gemessen wird. So werden Äpfel mit Birnen verglichen“, sagt Thomas Packenius.

Unabdingbar: Das persönliche Gespräch und Zeit

Der erfahrene Vermögensverwalter rät deshalb zum Vier-Augen-Gespräch: „Wenn es um die Investition von mehreren Zigtausend Euro geht, sollten sich Anleger auch einmal die Zeit nehmen, sich ausführlich über die Menschen zu informieren, denen sie ihr Geld anvertrauen wollen“, so Packenius. Das sei schließlich auch ein Plus, das Vermögensverwalter im Gegensatz zu anonymen Fondshäusern ihren Kunden bieten könnten: Persönlichkeit und Zeit. Und wenn es einmal nicht rund läuft, hat man einen Ansprechpartner.