Wirtschaft & Finanzen

Auf den Index setzen

Die Erkenntnis haben Finanzwissenschaftler schon länger, jetzt hat es auch eine neue Studie untermauert: Über 90 Prozent der Aktienfonds in Europa haben über einen Zeitraum von zehn Jahren ihren Vergleichsindex nicht geschlagen, heißt es in der Spiva-Studie von S&P Dow Jones.

Aktienindizes wie Dax, Dow Jones oder Euro Stoxx gelten dabei für die gesamte Finanzindustrie als wichtige Gradmesser, wie sich die Weltwirtschaft an den internationalen Märkten entwickelt. Viele Fondsmanager orientieren sich daher an diesen wichtigen Indizes, doch über lange Zeiträume schaffen es viele von ihnen trotz geschickter Auswahl nicht, diese Indizes zu schlagen.

Was liegt also näher, als gleich in einen Index zu investieren? Möglich machen es Exchange Traded Funds (ETF), die in den USA längst die aktiven Fonds in der Anlegergunst überholt haben. ETF sind nichts anderes als passive Fonds. Es gibt kein Fondsmanagement, das aktiv entscheidet, welche Wertpapiere gekauft und verkauft werden müssen. ETF investieren in der Regel in einen Index wie den Dax, den S&P500 oder den Weltindex MSCI World. Steigt der Index, steigt auch der ETF parallel, sinkt er, dann sinkt auch der ETF.

Da hier kein aufwändiges Management zu bezahlen ist, sind ETF im Vergleich zu den aktiven Fonds deutlich günstiger. Ein Beispiel: Ein guter Aktienfonds kostet jährlich allein für die Verwaltung rund 1,5 bis zwei Prozent pro Jahr, ETF gibt es schon für 0,2 Prozent. Die Kosten sind in den Fondsprospekten als sogenannte TER (Total Expense Ratio) ausgewiesen. Kein Wunder, dass auch die Stiftung Warentest vor allem Anlegern mit einem langen Anlagehorizont und allen, die mit Sparplänen für das Alter vorsorgen wollen, ETF empfiehlt.

„Wer regelmäßiges und langfristiges Wertpapiersparen mit ETF betreibt, kann schon mit vergleichsweise kleinen Beträgen ansehnliche Sparziele erreichen“, betont Christian Bimüller, Vice President von iShares Wealth Sales Germany. iShares zählt zum größten Vermögensverwalter der Welt, Blackrock, und ist Marktführer bei ETF.

Wie effektiv ETF-Sparpläne sein können, zeigt ein Beispiel: Der ishares MDax setzt auf den deutschen Nebenwerte-Index MDax (zu dem Namen wie Fielmann, Zalando, Hochtief oder Metro gehören). Wer seit dem ETF-Start im Jahr 2001 bis November 2016 monatlich 100 Euro eingezahlt hat, kommt auf ein Kapital von fast 50 000 Euro (jährliche Rendite über elf Prozent).

„ETF sind sehr kostengünstige, transparente Anlageprodukte, decken fast alle wichtigen Anlageklassen ab und bieten aufgrund des fortlaufenden Handels über die Börsen eine hohe Flexibilität“, ergänzt Bimüller. Das erkennen auch immer mehr deutsche Anleger, die Nachfrage nach ETF steigt seit Jahren konstant. Endlich reagieren auch Groß- und Filialbanken auf diese Entwicklung und bieten nun ebenfalls (Direktbanken schon viel länger) ETF-Sparpläne an.

Seit kurzem kann man das rasante Wachstum der ETF-Sparpläne auch hautnah mitverfolgen, denn das auf ETF spezialisierte „EXtra Magazin“ bietet einen monatlichen ETF-Marktreport, welcher viele interessante Zahlen liefert. So werden unter anderem die Anzahl der monatlichen ETF-Sparpläne, das Sparvolumen in Euro und auch die durchschnittliche Sparplan-Rate veröffentlicht. Diese Zahlen basieren auf den Daten der sechs führenden deutschen Direktbanken. So hat sich beispielsweise die Anzahl der monatlichen Sparpläne von rund 80 000 im Januar 2014 auf über 300 000 mehr als verdreifacht. Monatlich wird dabei schon ein Volumen von rund 50 Millionen Euro in ETF angespart, wobei die durchschnittliche Sparplanrate bei etwa 150 Euro liegt. Bei iShares sind es vor allem die Indizes Dax und MSCI World, die am stärksten nachgefragt werden.

Die Kaufgebühren sind vergleichsweise günstig. Die meisten Banken verlangen einen Ausgabeaufschlag von 1,5 Prozent. Allerdings bieten viele Banken in Zusammenarbeit mit den ETF-Anbietern auch Sonderaktionen an, bei denen ETF kostenfrei gekauft werden können. Einige Banken bieten eine eingeschränkte Auswahl an ETF an, die dafür aber im Ankauf komplett kostenlos sind. Hier lohnt sich ein genauer Vergleich, etwa auf der Seite www.justetf.com.