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Speed-Dating im Berufskolleg

Das Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises für Wirtschaft uns Verwaltung lädt zum jährlichen Ausbildungsinformationstag (AIT) am Mittwoch, 25. April, von 8.30 bis 14.30 Uhr ein.

An einer der größten Schulen im Rhein-Sieg-Kreis laufen schon seit Jahresbeginn die Vorbereitungen für den jährlichen Ausbildungsinformationstag (AIT). Dazu lädt das Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises für Wirtschaft und Verwaltung mit seinen rund 2700 Schülern und 135 Lehrern wieder für Mittwoch, 25. April, von 8.30 bis 14.30 Uhr an seinen Teilstandort in Siegburg ein. GA-Autorin Andrea Simons sprach darüber mit Schulleiterin Daniela Steffens.

GA: In Zeiten vieler offener Lehrstellen einerseits, und unpassender Bewerber, von denen manche Betriebe sprechen, andererseits, was kann der Ausbildungsinformationstag (AIT) leisten?

Daniela Steffens: Es ist ein Tag für beide Seiten: Schüler sowie Betriebe. Wir helfen Besetzungsprobleme abzumildern durch den persönlichen Kontakt. Nicht nur Praktika kommen durch den AIT zustande. Es werden an Ort und Stelle immer wieder auch Ausbildungsverträge geschlossen, wenn ein Unternehmer merkt, dass ein Schüler für eine bestimmte Ausbildung „brennt“. Auch das gute Auftreten eines Schülers lässt oft über eine schlechte Zeugnisnote hinwegsehen, obwohl dieser beim üblichen Bewerbungsverfahren vielleicht aussortiert worden wäre. Manchmal vermitteln auch die beim AIT anwesenden Lehrer als „Moderatoren“.

Welche Bedeutung hat der seit 2007 jährlich abgehaltene AIT für Ihre Schule?

Steffens: Die Absicht ist ganz klar, unsere Vollzeit-Schüler – also die Schüler des Beruflichen Gymnasiums, der Höheren Handelsschule und der Handelsschule – in Ausbildung zu bringen. Unsere sonstigen Berufsorientierungsmaßnahmen wie etwa das spezielle Fach „Berufsorientierung“ sowie Betriebsbesichtigungen, Bewerbungstraining und Assessmentcenter münden in diesen AIT, bei dem wir wieder mit der Teilnahme von rund 800 Schülern auch aus unseren drei Teilstandorten in Bad Honnef, Neunkirchen und Eitorf rechnen.

Was erwartet die Teilnehmer?

Steffens: Zum einen eine Ausbildungsmesse mit rund 60 Unternehmen und Institutionen, die sich an Ständen in der Aula, im Foyer und in einem extra aufgebauten Zelt präsentieren. Darunter auch die Bundeswehr und weitere Bundesbehörden, Verwaltungen, Versicherungen, Banken und Speditionen sowie beispielsweise Vertreter aus dem Handwerk. Zum anderen auch etwa 45-minütige Vorträge der Unternehmen, die sich und ihre Erwartungen an Bewerber sowie die Ausbildung in ihrem Haus vorstellen. Außerdem bieten Industrie- und Handelskammer und Handwerkskammer ganztägig Beratungen an.

Zum wiederholten Mal gehört Speed-Dating zum Programm. Wer trifft da aufeinander?

Steffens: Ein Vertreter eines Unternehmens kommt an einem Tisch mit einem Schüler zum persönlichen Gespräch zusammen. Beide Seiten können so individuell ausloten, ob sie zueinander passen. Die Zahl der beteiligten Unternehmen konnte dieses Jahr auf 20 erweitert werden. Die Dauer der Vorstellungsgespräche wurde zudem auf zehn Minuten ausgeweitet.

Gibt es weitere Neuerungen?

Steffens: Natürlich sind neben den angestammten auch immer wieder neue Unternehmen dabei, die sich präsentieren. Ganz aktuell ist ein Impulsreferat eines Vertreters des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) bei der Eröffnungsveranstaltung zum Thema „Kaufleute im E-Commerce, der neue Ausbildungsberuf“. Diesen möchte unser Berufskolleg ab dem kommenden Jahr anbieten. Dafür werden auch noch Unternehmen in der Region als Ausbildungspartner gesucht.

Was empfehlen Sie Ihren Schülern, wie Sie an den AIT herangehen sollten?

Steffens: Sich über ihren Wunschausbildungsplatz und das entsprechende Unternehmen vorab zu informieren. Und ihre Bewerbung mitzubringen, die bereits an die jeweils zuständige Person gerichtet ist. Außerdem das angemessene Outfit zum angestrebten Beruf zu wählen und die passenden Umgangsformen zu beachten.

Und was wünschen Sie sich von den Betrieben?

Steffens: Dass sie die Schüchternheit oder Wortkargheit mancher Schüler nicht als Desinteresse werten. Gymnasiasten verhalten sich meist anders als Handelsschüler, die Angst haben, weil sie womöglich schon weniger gute Erfahrungen gemacht haben oder weniger eloquent sind, oder Flüchtlinge, die noch kein so gutes Deutsch sprechen. Zurückhaltung ist da keine Unfreundlichkeit.