Wohnen im Alter

Glücklich bis ins hohe Alter

Gemeinsame Aktivitäten wie Malkurse dürfen in einer guten Pflegeeinrichtung nicht fehlen. FOTO: HOCHE/THINKSTOCK

Gemeinsame Aktivitäten wie Malkurse dürfen in einer guten Pflegeeinrichtung nicht fehlen. FOTO: HOCHE/THINKSTOCK

Wann ist ein Mensch alt? Wann ist er pflegebedürftig? Diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten und sind individuell zu betrachten. Fakt ist, dass die deutsche Gesellschaft immer älter wird, Fakt ist aber auch, dass sich die Generation 60plus heute nicht mehr zum alten Eisen zählt, sondern oft noch voll im Leben steht.

Gerade weil es den jungen Alten so gut geht wie keiner Generation vor ihr, werden sie ein hohes Alter erreichen – und dann wird eine große Zahl von ihnen im hohen Alter doch pflegebedürftig werden.

Schon heute sind etwa 4,5 Millionen Deutsche über 80 Jahre alt, im Jahr 2030 werden es 6,3 Millionen sein, und ein Großteil von ihnen wird eines Tages Hilfe brauchen. Die oft kaufkräftigen „Silver Surfer“ stellen eine interessante Gruppe dar – heute für die Freizeitindustrie, morgen für die Pflegebranche und solche Handwerksberufe, die für ein barrierefreies Zuhause sorgen. Denn viele Menschen wünschen sich, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen zu können.

Obwohl bereits im Jahr 2030 jeder dritte Bundesbürger über sechzig Jahre alt sein wird, sind laut dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes bisher nur knapp drei Prozent der deutschen Wohnsitze barrierefrei. Zudem lassen sich Maßnahmen für mehr Wohnkomfort im Alter gut mit Umbaumaßnahmen für mehr Einbruchschutz und Energieeffizienz kombinieren. Davon profitieren Eigentümer und das Klima.

Doch dafür gibt es einiges zu beachten, und zwar rechtzeitig, denn Vorsorge ist besser als Nachsorge. Eigentümer sollten Barrierefreiheit bereits beim Bau oder Umbau einer Immobilie einplanen. So können sie ihr Haus oder ihre Wohnung im Bedarfsfall weiter nutzen und müssen keine zeit- und kostenintensiven Umbauarbeiten auf sich nehmen. Ob einfach eine bessere Beleuchtung oder Standard „Altersgerechtes Haus“ – je nach Haushalt und Bedürfnis gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, um Barrieren zu reduzieren. Lokale Wohnberatungsstellen bieten individuelle Beratungen an.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Fördermöglichkeiten zu nutzen. Sowohl beim altersgerechten Neubau als auch bei der nachträglichen Reduzierung von Barrieren helfen öffentliche Fördermittel bei der Finanzierung. Der Fördermittel-Check (z.B. unter www.unser-haus-sanieren.de/beratung/foerdermittelcheck) gibt einen Überblick über passende Förderprogramme. Barrierefreies Wohnen, energieeffiziente Sanierung und besserer Einbruchschutz betreffen teilweise die gleichen Bereiche eines Hauses und lassen sich gut gemeinsam angehen. Förderprogramme unterstützen kombinierte Sanierungen und davon profitiert auch der Immobilienwert.

Gute zu wissen: Bei akutem Bedarf übernehmen auch Kranken- und Pflegekassen die Kosten für Hilfsmittel oder nötige Umbaumaßnahmen zur Beseitigung von Barrieren. Verlangt wird dafür ein Rezept eines Arztes oder eines Gutachters der Pflegekasse.

Wer den Haushalt und die Selbstversorgung in den eigenen vier Wänden nicht oder nicht mehr alleine schafft, kann sich professionelle Hilfe ins Haus holen – oft in Form einer Tagespflege. Die geschulten Pflegekräfte kommen entweder mehrmals täglich, stundenweise, ganztags oder dauerhaft nach Hause. Seriöse Senioren- und Pflegedienste vermitteln professionelle Kräfte, die auch menschlich zu der zu betreuenden Person passen.

Für viele ältere oder kranke Menschen ist jedoch das Leben in einem Senioren- oder Pflegeheim die bessere Wahl. Doch woran erkennt man eine gute Einrichtung, in der man einen geliebten Menschen in guten Händen weiß? Zunächst sollte die Unterkunft einen guten Eindruck machen. Blumen auf den Gängen, ein angenehmer Duft und eine entspannte Atmosphäre sollten selbstverständlich sein. Wichtig ist natürlich auch die Pflege selbst. Positiv ist immer zu bewerten, wenn neben der täglichen Grundversorgung auch einmal für individuelle Wünsche Zeit ist, zum Beispiel für ein Wohlfühlbad oder ein Gespräch.

Gemeinsame Mahlzeiten

Auch das Freizeitangebot sagt viel über die Qualität eines Senioren- oder Pflegeheims aus. Auf dem Programm stehen oft Bewegungstherapien, Gedächtnistraining, eine Erzähl- und Schreibwerkstatt oder kreative Angebote wie Seidenmalerei oder Gartenarbeit. Aber auch alltägliche Dinge wie Kuchen backen oder Wäsche zusammenlegen tun den Bewohnern gut. Fitte Bewohner freuen sich auch über gelegentliche Ausflüge.

Und dann ist da noch das hoffentlich gemeinsame Essen im großen Raum. Werden frische Zutaten zu leckeren Gerichten verarbeitet, gehören die gemeinsamen Mahlzeiten auch zu den gesellschaftlichen Höhepunkten des Tages. ⋌bhl