Gesund wohnen

Darauf sollten Sie beim Kauf einer Immobilie achten

Wir ziehen dort unsere Kinder groß, feiern Feste mit unseren Freunden, gehen unseren Hobbys nach, kochen, duschen und schlafen – wo? In unserem Zuhause. Damit wir, unsere Familie und unsere Freunde dabei gesund bleiben, sollten wir darauf achten, dass nichts in unserer Immobilie sie gefährdet.

Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, hat am besten die verwendeten Baustoffe und Materialien im Blick.

Wo können im Haus Schadstoffe versteckt sein? 

Ob Bausubstanz, Dämmung, Boden, Wandbelag oder Möbel – überall können Schadstoffe zu finden sein. Beim Kauf einer Immobilie sollten Sie je nach Alter des Objekts ein Auge auf verschiedene Dinge haben. Denn in Neubauten verstecken sich andere Wohngifte als in Altbauten. Der wohl bekannteste Schadstoff ist Asbest. Wurde das Haus vor dem Verbot in Deutschland 1993 erbaut, kann Asbest verwendet worden sein. Da er meist in Mischform vorkommt, also etwa in Verbindung mit Zement, ist er nicht leicht zu erkennen. Ein Experte kann im Zweifelsfall eine Probe des Materials entnehmen. Wird Asbest nachgewiesen, sollten Sie grundsätzlich eher die Finger von der Immobilie lassen. Denn eine Sanierung kann teuer werden.

Im Holz von Immobilien aus den 1960er- oder 1970er-Jahren gibt es manchmal teerhaltigen Parkettkleber oder PCP-haltige Holzschutzmittel. Damals ebenfalls beliebt: PVC-Boden. Dieser enthielt meist Weichmacher, die in Verdacht stehen, Krebs auszulösen. Dagegen wurde in manchen Neubauten Korkboden verlegt, der formaldehydhaltige Bindemittel enthalten oder mit lösungsmittelhaltigem Lack behandelt sein kann. Schadstoffbelasteten Bodenbelag sollten Sie herausnehmen. Bei tragenden Holzbalken, die mit PCP-haltigem Holzschutzmittel behandelt wurden, ist die Lage nicht ganz so einfach. Schalten Sie einen Fachmann ein, der es genauer untersucht. Es könnte sein, dass die Konzentration unbedenklich ist. Andernfalls sollten Sie besser von einem Kauf absehen. 

Eine weitere Frage, die Sie sich stellen sollten: Welche Materialien wurden etwa zur Abdichtung im Bad verwendet? Einige enthalten Weichmacher, Fungizide oder Isocyanate. Diese können die Haut schädigen, die Atemwege reizen und Allergien auslösen. Auch in Tapeten können Weichmacher, Kunstharz oder Konservierungsmittel zu finden sein. Am besten also runter damit und Papier- oder Raufasertapete an die Wand und Kleister auf Zellulose- oder Stärkebasis verwenden. Alternativen sind Lehm-, Kalk- oder Baumwollputz. Bei Farben sollten Sie Dispersions-, Leim- oder Kalkfarbe nutzen.

Unbelastete Einrichtung

Bei der Wahl Ihrer Einrichtung gibt es ebenso einiges zu beachten. Ob das mit Glutar-Aldehyd bearbeitete Leder der Couch, die mit formaldehydhaltigem Leim zusammengehaltenen Spanplatten-Regale oder der mit Pyrethroiden behandelte Stoff-Sessel – in jedem Möbelstück können Schadstoffe verborgen sein. Am besten achten Sie beim Kauf auf Gütesiegel, zum Beispiel den Blauen Engel, und die Herkunft. Fragen Sie nach und informieren Sie sich. Massivholzmöbel aus heimischen Hölzern, die FSC- oder PEFC-zertifiziert sind, sind meist eine gesunde Alternative gegenüber solchen aus geleimten Holzwerkstoffplatten.

Schimmel im Haus

Doch nicht nur Schadstoffe in Materialien greifen unsere Gesundheit an, ein großer Feind ist außerdem der Schimmel. Er kann Leber und Nieren schaden sowie Allergien auslösen. Ob feuchte Außenwand, Bad ohne Fenster, jahrzehntelanges falsches Heizen und Lüften oder nicht fachgerechte Sanierung von Altbauten – es gibt viele Quellen und Ursachen für die giftigen Sporen. Sollten Sie Schimmel an Ihrer Immobilie entdecken, erkunden Sie mit Hilfe von Fachleuten wie Baubiologen, woher er kommt. Messen Sie die Feuchtigkeit in der Wohnung, sorgen Sie mit sachgerechtem Lüften für ein gutes Raumklima. Dann kann die passende Lösung gefunden werden. Darüber zu streichen oder die Sporen mit aggressiven Reinigern wegzuwischen, bringt nichts. Stattdessen könnte eventuell eine neue Dämmung oder eine neu installierte Lüftungsanlage helfen.