VW Beetle Cabrio: Das Warten auf das Beetle Cabrio lohnt sich

Frischluftspaß hat nicht unbedingt etwas mit Geld und PS zu tun. Preise beginnen bei 21 350 Euro
Der sympathische Beetle Cabrio verdreht den meisten Passanten den Kopf.  FOTO: HERSTELLER
Der sympathische Beetle Cabrio verdreht den meisten Passanten den Kopf. FOTO: HERSTELLER

Kein Käfer ohne Cabrio. An diesem Motto hält Volkswagen schon seit 1949 fest. Und es gibt keinen Grund, warum dies bei der jüngsten Generation des Beetle anders sein sollte. Ein Jahr nach dessen Debüt schicken die Wolfsburger nun die offene Version an den Start - zumindest in Amerika. Deutsche Frischluftfans müssen sich noch gedulden. Die Markteinführung steht im Februar an. So viel aber sei bereits verraten: Das Warten lohnt sich. Denn im Rahmen der Los Angeles Auto Show, auf der das Beetle Cabrio dieser Tage seine Weltpremiere feiert, konnten wir mit dem Luftikus einige Meilen auf dem Pacific Coast Highway fahren. Das bedeutet: California Cruising.

Dabei zeigte sich wieder einmal, dass Cabriospaß nicht unbedingt etwas mit Geld und PS zu tun haben muss. Der sympathische Beetle verdreht den Passanten zwischen Santa Monica und Malibu genauso den Kopf, wenn nicht mehr als ein offener Rolls-Royce oder Bentley. Daran mag sicher das Design nicht ganz unschuldig sein, das sich wesentlich enger am Original orientiert, als es noch der Vorgänger mit seiner arg runden Optik tat. Wie sein Blechdach-Bruder sieht auch das neue Beetle Cabrio besser proportioniert aus. Es wirkt nicht nur flacher und breiter, sondern ist es auch.

Geblieben ist dagegen das gefütterte Stoffverdeck, das sich bei geöffnetem Dach immer noch recht prominent auf dem Heck des Beetle ausbreitet. Die Sicht nach hinten ist allerdings deutlich besser geworden. Wichtiger als Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung sind in der Cabrio-Szene die Öffnungszeiten. VW misst da auf die zehntel Sekunde genau, gibt für die Oben-ohne-Prozedur 9,5 Sekunden und fürs Schließen elf Sekunden an. Das Ganze funktioniert vollautomatisch bis Tempo 50. Wie zuvor liefert Volkswagen fürs Verdeck aufpreisfrei eine Persenning mit, die man aber höchstens bei längeren Fahrstrecken nutzen wird. Das Überziehen gestaltet sich recht umständlich, und nur Nostalgiker mögen in dieser Zeremonie noch den Charme längst vergangener Cabriotage erkennen.

Zeitgemäß dagegen ist die Sicherheit. Ein plumper Überrollbügel blieb dem Beetle Cabrio glücklicherweise erspart. Falls es wirklich mal brenzlig werden sollte, schießen innerhalb weniger Millisekunden ein Schutzbügel hinter den Fondkopfstützen hervor, gleichzeitig lösen auch die Airbags aus. Anders als beim New Beetle Cabrio - so hieß offiziell der Vorgänger - haben die Entwickler das Überrollsystem so konzipiert, dass sich jetzt die Rücksitzlehnen umklappen lassen, was dem kleinen Kofferraum mit 225 Litern Volumen zu ein wenig mehr Variabilität verhilft.

Große Erwartungen allerdings sollten daran nicht geknüpft werden. Die Durchladeöffnung ist nur 60 Zentimeter breit. Außerdem gibt es, bedingt durch die umgelegten Lehnen, eine Stufe.

Diese kleinen Zugeständnisse verflüchtigen sich augenblicklich, sobald das Verdeck unten ist und die Sonne ins Cockpit scheint. Dann heißt es: Cabriovergnügen pur. Der Innenraum wirkt aufgeräumt und edel. Allzu starke Verwirbelungen dämpft ein Windschott, das wir trotz des happigen Aufpreises von 325 Euro unbedingt empfehlen. Besonders bei frischeren Temperaturen leistet es wertvolle Dienste. Dass sich der Beetle mit seiner bewährten Golf-Technik narrensicher fahren lässt, versteht sich fast von selbst. Kurven durcheilt das 4,28 Meter lange Cabrio - gebaut wird es übrigens in Puebla/Mexiko - wie auf Schienen. Lenkung und Fahrwerk sind perfekt abgestimmt und bieten ein sportliches Fahrverhalten ohne Einbußen beim Komfort.

Am meisten Spaß macht der offene Beetle natürlich mit dem 147 kW/200 PS starken Zweiliter-Turbo-Benziner, der in den USA wie auch bei uns die Top-Motorisierung bildet.

Während die Amerikaner darüber hinaus nur die Wahl zwischen einem 103 kW/140-PS-Vierzylinder-Diesel und einem Fünfzylinder-Benziner mit 125 kW/170 PS haben, bietet Volkswagen bei uns auch schwächere Vierzylinder-Motoren an: zwei Turbobenziner mit 77 kW/105 PS und 118 kW/160 PS sowie einen Turbodiesel mit 77 kW/105 PS. Jeder dieser Motoren kann optional mit einem Doppelkupplungsgetriebe (6- oder 7-Gang-DSG) kombiniert werden.

Die Preise für das Beetle Cabriolet beginnen in Deutschland bei 21 350 Euro für den kleinsten Benziner. Den direkten Kontakt zu Wind und Sonne lässt sich Volkswagen somit mit 4400 Euro vergüten. Eine Klimaanlage hat nur die höchste Ausstattungslinie "Sport" serienmäßig an Bord. Die Volumenmodelle bei uns dürften der 118 kW/160-PS-Benziner ab 24 125 Euro und der 103 kW/140-PS-Diesel ab 26 100 Euro sein. mid

Abo-Bestellung

Fahrplanauskunft

Von (Haltestelle / Adresse)
Nach (Haltestelle / Adresse)
Datum + Uhrzeit
    ab   an

Leserfavoriten

Folgen Sie uns auf Google+