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Opel Mokka: Auffallend anders
Von Michael Specht
Erstes Modell eines deutschen Herstellers bei den subkompakten SUV. Erstaunlich viel Raum auf kleiner Fläche.
Trotz nur 4,28 Meter Außenlänge bietet der Mokka gute Platzverhältnisse, vorne wie hinten. Foto: Hersteller
Die "Sports Utility Vehicles" fahren unbeirrt nach oben, trotz Krise. Rund eine halbe Million SUV werden bis Jahresende erstmals zugelassen sein. Tendenz steigend, und der Trend hat auch das Kleinwagen-Segment erreicht.
Die Entwickler trimmen die Minis auf Geländegängigkeit. Wie stark die Nachfrage ist, bekommt derzeit Opel mit seinem ab 18 990 Euro erhältlichen Mokka zu spüren. Europaweit liegen bereits über 40 000 Bestellungen vor. Nachteil: Händler müssen Kunden mit der Auslieferung bisweilen auf Februar vertrösten.
Opel steigt damit als erster deutscher Hersteller ins Subkompakt-Segment der SUV ein, das derzeit vor allem vom Skoda Yeti, Nissan Juke und Mitsubishi ASX dominiert wird. Schon einmal haben die Rüsselsheimer Pioniergeist bewiesen.
2006 brachten sie den Antara, noch bevor VW mit Tiguan und Ford mit dem Kuga kamen. Gebaut wird der Mokka in Korea, zusammen mit seinem Schwestermodell Chevrolet Trax, das nächstes Frühjahr an den Start geht. Dennoch legt Opel gesteigerten Wert darauf, dass der Mokka sich deutlich vom Chevy unterscheidet und auch andere Kunden ansprechen wird.
"Wir haben den Mokka durch und durch europäisch abgestimmt", sagt Chef-Ingenieur Marcus Lott. Dies soll sich nicht nur in einem höherwertigen Innenraum, sondern auch in einem präzisen Handling und besserem Komfort widerspiegeln.
Eine erste Testfahrt im Mokka 1.7 CDTI bestätigte das. Wieselflink und direkt lässt sich der kleine Opel-SUV selbst durch engere Kurven lenken, ohne dabei in störende Wankneigung zu kommen. Die hohe Sitzposition vereitelt das sportliche Fahrgefühl in keiner Weise. Ein wenig Kritik müssen die Rüsselsheimer höchstens für die Laufkultur des Selbstzünders einstecken.
Der Vierzylinder-Diesel mit 96 kW/130 PS fährt nicht mehr auf Höhe der Zeit, nervt mitunter durch ein Brummen im Bereich von 3500 U/min. Die bessere Wahl ist da momentan der 1,4-Liter-Turbobenziner mit 103 kW/140 PS. Die Einstiegsversion hat 1,6 Liter und 85 kW/115 PS. Alle Motoren besitzen eine Start-Stopp-Funktion. Komplett neue Aggregate verspricht Opel erst ab Ende nächsten Jahres.
Eine Überraschung erlebt man im Mokka beim Thema Raumgefühl. Trotz nur 4,28 Meter Außenlänge bietet der Mini-SUV gute Platzverhältnisse, vorne wie hinten. Das Lenkrad - optional gibt es sogar ein beheiztes - lässt sich in zwei Ebenen verstellen, so dass sich eine sehr bequeme Sitzposition ergibt.
Beim Cockpit setzt Opel auf eine bewährte Aufteilung, heißt: klassische Rundinstrumente mit Info-Display hinter dem Lenkrad und Klima- und Audioanlage in der Mittelkonsole. Alles lässt sich nahezu intuitiv bedienen.
Hinter den Passagieren bleiben 356 Liter Kofferraumvolumen - kein Bestwert, aber gutes Mittelmaß. Soll größeres Gepäck mit, lassen sich die Rücksitze geteilt umklappen, und es entsteht eine durchgängig ebene Ladefläche, was bei SUV nicht immer selbstverständlich ist. Das maximale Volumen steigt so auf 1372 Liter.
Gerade in der Stadt sorgt die ansteigende seitliche Fenstergrafik für schlechte Sicht nach schräg hinten. Parksensoren sind also wärmstens zu empfehlen. Sicherheitshalber bietet Opel auch gleich eine Rückfahrkamera an. Unschlagbar zeigen sich die Rüsselsheimer Entwickler mit ihrem Fahrradträgersystem Flex-Fix (Aufpreis 590 Euro), das wie eine Schublade im hinteren Stoßfänger verschwindet.
Kein anderer Hersteller bietet solch eine pfiffige Lösung an. Im Mokka bekommt der Kunde zudem erstmals Sicherheitsextras, die es bislang nur in höheren Fahrzeugklassen gegeben hat. Dazu zählen ein adaptives Fahrlicht, eine Frontkamera, ein Abstands- und Kollisionswarner, eine Verkehrsschilderkennung und ein Spurassistent.
Die Ausstattungslinien im Mokka heißen Selection, Edition und Innovation. Schon die Basis verfügt über Radio und Klimaanlage. Der Diesel zwingt zur mittleren Ausstattung und kostet ab 23.380 Euro. Wer gelegentlich vier angetriebene Räder benötigt, muss ebenso Edition wählen und mindestens 23.790 Euro bezahlen. Eine Automatik gibt es derzeit nur für den Diesel-Mokka (24.680 Euro), soll aber nächstes Jahr auch für den Turbobenziner folgen.
Artikel vom 20.10.2012
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