Mazda 6: Ein ernstzunehmender Konkurrent

Mit dem neuen Sechser startet Mazda den Angriff auf VW Passat und Co. Die Preise starten bei 24 990 Euro. Ihren viertürigen Mittelklässler, der in schnittiger Coupé-Optik daherkommt, schicken die Japaner nun in der dritten Generation ins Rennen.
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Der neue Mazda 6 ist elf Zentimeter länger geworden. Auffällig ist das schräg abfallende Dach, fast wie bei einem Coupé.
											Foto: Werksfoto

Der neue Mazda 6 ist elf Zentimeter länger geworden. Auffällig ist das schräg abfallende Dach, fast wie bei einem Coupé. Foto: Werksfoto

Neben dem SUV CX-5 ist es das zweite Modell des Autobauers mit der Spritspartechnik "Skyactiv". Dazu zählen nicht nur sparsamere Motoren, sondern auch optimierte Automatik- sowie Schaltgetriebe und jede Menge Leichtbau. Gegenüber dem Vorgänger soll die Limousine um 100 Kilogramm abgespeckt haben, und das, obwohl sie in der Länge um elf Zentimeter auf 4,86 Meter angewachsen ist. Am 2. Februar 2013 rollt der neue Fronttriebler als Limousine und als sechs Zentimeter kürzerer Kombi zu den Händlern; und beide Karosserievarianten zum gleichen Preis. Los geht's bei 24 990 Euro.

Für den Einstiegspreis gibt es den Mazda 6 mit einem 107 kW/145 PS starken 2,0-Liter-Benzinmotor, der auch noch in einer 121 kW/165 PS starken Ausbaustufe angeboten wird. Die Top-Motorisierung bildet ein 192 PS starker 2,5-Liter-Benziner. Als Selbstzünder steht ein 2,2-Liter-Vierzylinder mit wahlweise 110 kW/150 PS oder 129 kW/175 PS zur Wahl. Wir haben den 150 PS starken 2,2-Liter-Spardiesel gefahren, der mit einem Normverbrauch von nur 3,9 Litern Diesel auskommen soll.

Am Design hat Mazda kräftig gefeilt. Gegenüber dem Vorgänger ist die A-Säule um 100 Millimeter nach hinten versetzt worden, was der Übersichtlichkeit nach vorn entgegenkommt. Der Radstand ist auf satte 2,83 Meter angewachsen, was in Verbindung mit den großen Radhäusern und den bis zu 19 Zoll großen Rädern für einen bulligen Auftritt sorgt. Die Front mit dem großen, einteiligen Kühlergrill und den lang gezogenen Scheinwerfern fällt weit weniger zerklüftet aus als beim bisherigen Mazda 6. Von der Seite fällt die früh nach hinten abfallende Dachlinie der Stufenhecklimousine auf. Dadurch wirkt sie wie ein Coupé. Das Heck prägen schmale, hoch sitzende Leuchteneinheiten in LED-Technik.

Im Innenraum dominieren hochwertige Soft-Touch-Materialien das Bild. Alle Funktionen lassen sich mit wenigen Bedienelementen steuern, Navigations- und Audiofunktionen werden ab der Ausstattungslinie "Center Line" über ein hoch in der Armaturentafel platziertes 5,8-Zoll-Touchscreen eingestellt. Bei dem gefahrenen "Sportsline" nehmen die Passagiere auf kommoden Ledersitzen Platz, die genügend Schenkelauflage sowie ausreichenden Seitenhalt für einen sportlichen Fahrstil bieten. Die Hinterbänkler genießen satte Beinfreiheit, doch durch die abfallende Dachlinie der Limousine heißt es ab einer Körpergröße von 1,90 Metern: Kopf einziehen.

Per Knopfdruck nimmt der Euro-6-Vierzylinder-Turbodiesel seine Arbeit auf. Bei den Skyactiv-Dieseln haben die Ingenieure die Motorkompression auf 14 bar gesenkt, was den Einbau gewichtsreduzierter Motorkomponenten erlaubt und zur Kraftstoffeffizienz beiträgt. Darüber hinaus soll ein "i-Eloop" genanntes Energierückgewinnungssystem (Rekuperationssystem) bis zu zehn Prozent Kraftstoff einsparen.

Die Besonderheit dabei ist, dass die rückgewonnene Bremsenergie nicht in die Fahrzeugbatterie, sondern in einen Kondensator eingespeist wird, der die Fahrzeugsysteme direkt mit Elektrizität versorgt. Ein Start-Stopp-System und der geringe Luftwiderstandsbeiwert von cW 0,26 tragen ebenfalls zum überschaubaren Verbrauch bei.

Trotz seiner Auslegung als Spardiesel gibt sich der 150-PS-Selbstzünder alles andere als träge. Das Triebwerk hängt gut am Gas, und geht bereits ab 1500 Touren kräftig zu Werke. Dabei hält er sich mit übermäßigen akustischen Äußerungen erfreulich zurück. Die knackig-kurzen Schaltwege des präzise bedienbaren Sechsgang-Getriebes tragen das Ihre zum Fahrspaß bei.

Das Fahrwerk haben die Ingenieure straff abgestimmt, auch engagierte Dynamik-Einlagen werden damit möglich. Allerdings stören die kurzen, derben Stöße bei schlechter Fahrbahn. Auch die angegebenen 3,9 Liter Diesel pro 100 Kilometer sind unrealistisch. Nach moderater Fahrt zeigte der Bordcomputer einen Verbrauch von 5,9 Litern Diesel pro 100 Kilometer an, die aber auch durchaus akzeptabel sind.

Mit dem Mazda 6 hält ein ernst zu nehmender Konkurrent für den Platzhirsch VW Passat auf dem deutschen Markt Einzug, der zu einem moderaten Preis mit einer Menge Nutzwert und einer ordentlichen Ausstattung daherkommt. Auf der Optionenliste finden sich zudem moderne Sicherheitssysteme wie Spurverlassenswarner, Totwinkelassistent, adaptives Kurvenlicht, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Notbremsassistent und Abstands-Tempomat. Zudem gehört der neue Mazda 6 laut Eurotax zu den wertstabilsten Fahrzeugen seines Segments. In der Kombi-Variante soll der Japaner zum Beispiel nach drei Jahren Laufzeit und 60 000 Kilometern Laufleistung in der 2,2-Liter Skyactiv-D-Dieselmotorisierung mit 150 PS noch einen Restwert von 47 Prozent haben.

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