Opel Adam

Kleinwagen mit Pepp

REGION.  Mit dem Adam präsentiert Opel einen jugendlich wirkenden Stadtfloh für ab 11.500 Euro. Mit dem Kleinwagen Adam will Opel der Konkurrenz um Fiat 500, Audi A1 oder Citroën DS3 Paroli bieten

Die Rüsselsheimer sehen in der 1,4-Liter-Vierzylinder-Version mit 64 kW/87 PS und Start-/Stopp-System für einen Preis ab 14 605 Euro den Favoriten. Der Einstiegspreis wird mit 11 500 Euro angegeben. Dafür gibt es den 1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 51 kW/70 PS.

Jugendlich kommt der 3,7 Meter lange Floh aus Rüsselsheim daher. Und dank der Vielzahl an Individualisierungsmöglichkeiten innen und außen gleicht kaum ein Fahrzeug dem anderen. Mit seiner kompakten Karosseriegestaltung sieht er freundlich und kraftvoll aus. Dies liegt an den betonten Kotflügeln, der gewölbten Motorhaube und dem großen Kühlergrill.

Wer in dem Dreitürer Platz nimmt, fühlt sich sofort wohl; auch wenn die Sitzflächen etwas kurz und die Polsterung relativ straff geraten ist. Vor dem Fahrer befinden sich ein handliches Lenkrad und zwei Rundinstrumente mit einer mittig platzierten Multifunktionsanzeige. Ein großer Touchscreen-Bildschirm in der Mittelkonsole verfügt über eine Art App-Bedienung. Damit können Fahrzeugeinstellungen, Radio und unter anderem die Navigation bedient werden. Ein Navi gibt es aber nur, wenn der Fahrer über ein Smartphone verfügt und auf diesem eine spezielle Navigations-App installiert hat. Das Gerät selber ist nicht mit einem Navigationsprogramm ausgerüstet.

Bunte Applikationen lockern den Innenraum auf. Als Clou bietet Opel für den ab der zweiten Jahreshälfte 2013 erhältlichen Adam auch eine Dachhimmelverkleidung mit LED-Beleuchtung an. Dann fühlen sich die Insassen wie unter einem freien Sternenhimmel. Ansonsten gibt es drei unterschiedliche Ausstattungslinien.

Auf der Rückbank geht es beengt zu. Und auch für Gepäck steht mit einem Ladevolumen von 170 Litern kaum Platz zur Verfügung. Drei Motoren stehen zunächst als Antrieb zur Verfügung: ein 1,2-Liter-Vierzylinder mit 51 kW/70 PS und zwei 1,4-Liter-Vierzylinder mit 64 kW/87 PS und 74 kW/100 PS. Ein weiteres Triebwerk der neuen Motorengeneration mit Direkteinspritzung und Turbolader soll folgen. Ein Dieseltriebwerk ist hingegen zur Zeit ebenso wenig in der Planung wie eine fünftürige Version des Fronttrieblers.

Die von uns gefahrene 64 kW/87 PS-Version sorgt dafür, dass der kleine Adam auf Autobahnen und Landstraßen ordentlich mitfahren kann. Bäume lassen sich damit aber nicht ausreißen. Im Gegenteil, der Motor wirkt zäh, und im oberen Drehzahlbereich ist er für die Insassen mit seiner Geräuschentwicklung deutlich präsent. Und es muss mit dem manuellen Sechsgang-Getriebe häufig geschaltet werden. Zudem würden kürzere und exaktere Schaltwege für mehr Fahrspaß sorgen.

Als Höchstgeschwindigkeit gibt Opel 176 km/h an, und den Sprint von Null auf 100 km/h soll der 87 PS-Adam in 12,5 Sekunden bewältigen. Das installierte Sportfahrwerk dagegen bereitet viel Freude, da es den nur 1135 Kilogramm schweren Rüsselsheimer sicher um jede Kurve zirkeln lässt. Dafür sorgt auch die direkte Lenkung, die den Opel-Technikern ausgesprochen gut gelungen ist.

Mit seinen kurzen Abmessungen lässt sich der Hesse flink durchs Gewühl der Großstädte dirigieren, Parkplätze gibt es für den Kleinen fast immer. Die Lenkung kann in der Stadt noch auf den besonders leichtgängigen City-Modus umgestellt werden, der dem Fahrer beim Einparken helfen soll. Sie wirkt dann allerdings recht indirekt und trübt das Lenkgefühl etwas. Als Extra bietet Opel auch noch einen Parkassistenten an, der entsprechende Parklücken findet und dann selbstständig einparkt.

Natürlich ist in solch einer Fahrzeugklasse auch der Verbrauch wichtig. 5,1 Liter Super pro 100 Kilometer sollen ausreichen, was einem CO2-Ausstoß von 119 Gramm pro Kilometer entspräche. Dies scheint aber wenig realistisch, denn wer ein wenig flotter unterwegs sein will, muss den Motor auf Drehzahl halten.

Mit dem Adam ist Opel ein überraschend moderner Wurf gelungen, der vielleicht ein wenig den Weg aus der Krise ebnen wird. Und wenn er noch Geschwister bekommt, vielleicht ein Cabriolet, steigen die Chancen für ihn nochmals.

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