Hoffnung für Rotlichtsünder

Wurden viele "Ampel-Blitzer" falsch installiert?

Ein Auto fährt an einer roten Ampel vorbei.

Ein Auto fährt an einer roten Ampel vorbei.

08.03.2018 Düsseldorf. Das könnte vielen Kommunen bundesweit reichlich Ärger bereiten: Zahlreiche „Ampel-Blitzer“ sollen falsch installiert sein.

Eine unbekannte Zahl von „Ampel-Blitzern“ in Deutschland ist nicht ordnungsgemäß installiert. Allein die Stadt Düsseldorf hat deswegen bereits acht Anlagen aus dem Betrieb genommen. Nach Angaben einer Sprecherin des Herstellers, der Jenoptik AG in Jena, ist man mit rund 80 Kommunen im Gespräch. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig habe die Aufbauanleitung für die Rotlicht-Überwachungsanlagen des Unternehmens präzisiert.

Dabei gehe es um den Abstand der Induktionsschleifen, die in der Fahrbahn verlegt werden. „Bis 2017 gab es eine Soll-Regelung, jetzt eine Muss-Regelung“, sagte die Sprecherin. Der Abstand der Schleifen muss nun 1,20 Meter betragen. „Es gibt keinen Anhaltspunkt, dass es zu fehlerhaften Messungen kommt.“ Die Tageszeitung „Express“ hatte zuerst berichtet.

„Die Messanlagen funktionieren unabhängig vom Abstand der Induktionsschleifen korrekt“, betonte die Unternehmenssprecherin. Es geht um den Typ „Traffipax TraffiPhot III“. Teilweise seien die Anlagen zur Überwachung von Rotlichtsündern seit den 1980er Jahren im Einsatz.

„Ob es zu Fehlmessungen gekommen ist, wissen wir nicht“, sagte Robert Wynands von der Physikalisch-Technische Bundesanstalt. Die Präzisierung der Auflagen für die Sensorschleifen sei „streng formal“, damit eine gegenseitige Störung ausgeschlossen sei. Es habe sich herausgestellt, dass die Soll-Formulierung als unverbindliche Anweisung missverstanden wurde. Deswegen sei sie bereits 2005 zu einer Muss-Bestimmung präzisiert worden.

Derzeit würden nun keine Bußgeldverfahren mehr eingeleitet, teilte das Amtsgericht in Düsseldorf am Donnerstag mit. Welche Folgen sich für bereits abgeschlossene Verfahren ergeben, hänge von den weiteren Prüfungen der Messanlagen ab. Die Wiederaufnahme eines Verfahrens sei grundsätzlich möglich, aber vom Einzelfall abhängig. (dpa)