Verkehr in der Region

Südtangente: Befürworter freuen sich

Die Bildmontage zeigt den geplanten Ennertaufstieg im Tunnel, der von der Südbrücke (links oben) bis südlich von Oberholtorf/Ungarten führen würde.

10.03.2014 BONN/RHEIN-SIEG-KREIS. Wird das doch noch was mit der Südtangente? Die Ankündigung des Bundes, das umstrittene Verkehrsprojekt mit Venusbergtunnel und Ennertaufstieg auf Realisierbarkeit zu prüfen, lässt eine scheinbar beendete Diskussion wieder aufflammen.

"Ich bin froh darüber", sagte IHK-Präsident Wolfgang Grießl dem GA. "Man muss jetzt die Courage haben, wenigstens den Versuch einer Planung zu machen, um nicht im Verkehr zu ersaufen." Und dafür sei es nie zu spät.

Rhein-Sieg-Landrat Frithjof Kühn (CDU) übte in seiner Rede beim Frühjahrsempfang der Handwerkskammer zu Köln in Bonn massive Kritik am Bonner Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber (SPD) und dessen Argument, niemand werde dieses Projekt bezahlen können.

Anstatt sich inhaltlich um das Projekt und damit um die Zukunft der Region zu kümmern, komme Kelber gleich mit dem Finanzargument. "Wofür haben wir denn Bundestagsabgeordnete?", fragte Kühn und appellierte an die Bonner Kommunalpolitik, "über den Tellerrand zu gucken und vorauszuplanen."

Kühns Vize Rolf Bausch (CDU) wies darauf hin, das jüngste Gutachten schätze die Kosten auf 516 Millionen Euro - und Kelber übersehe, dass für den sechspurigen Ausbau der A565 vom Hardtberg bis zur Nordbrücke ähnlich hohe Summen (448 Millionen Euro) ermittelt wurden. Doch für dieses Projekt sei die Kosten-Nutzen-Bewertung erheblich schlechter, was die Realisierung in Zweifel ziehe. Bauschs Fazit: "Das bedeutet, dass wir am Ende mit leeren Händen dastehen können."

"Die aktuelle Verkehrsentwicklung in Bonn und der Region zeigt nachdrücklich, dass vorhandene Verkehrswege nicht ausreichen", erklärte die CDU-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Winkelmeier-Becker (Rhein-Sieg-Kreis). Und heute sei deutlich, dass es ein Fehler der damaligen SPD-Politiker in Stadt, Land und Bund gewesen sei, die Südtangente aus dem vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans zu nehmen und das Projekt damit quasi zu beerdigen. "Ich begrüße es daher ausdrücklich, dass der Bund die Realisierung jetzt nochmals prüfen wird." (Rolf Kleinfeld)