Verkehr in der Region

Bund prüft Südtangente mit Ennertaufstieg

Die Bildmontage zeigt den geplanten Ennertaufstieg im Tunnel, der von der Südbrücke (links oben) bis südlich von Oberholtorf/Ungarten führen würde.

08.03.2014 BONN/RHEIN-SIEG-KREIS. Neue Chance für die sogenannte Bonner Südtangente mit Venusbergtunnel und Ennertaufstieg sowie für die Ortsumgehung Hennef-Uckerath: Das Bundesverkehrsministerium hat beim Düsseldorfer Verkehrsministerium zusätzliche Unterlagen angefordert, um die beiden Projekte auf ihre Realisierbarkeit zu prüfen. Das teilte das Landesverkehrsministerium mit.

Für die beim Bund vorliegenden Projekte würde jetzt jeweils ein Nutzen-Kosten-Verhältnis erstellt, so das Land. Auf dieser Basis werde beim Bund entschieden, ob die diese in den Verkehrswegeplan aufgenommen würden. Zudem werde eine Prioritätenliste erstellt.

Erst Ende September hatte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) 278 Straßenbauprojekte als Vorschläge des Landes für den neuen Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Nicht darunter waren allerdings die seit Jahrzehnten diskutierten Verbindungen zwischen linksrheinischer A565 und der A3 auf der rechten Rheinseite sowie die im Zuge der B8 ins Auge gefasste Umgehungsstraße für Uckerath. Die Begründung des Ministeriums: Beide Projekte seien "sehr stark umstritten", man habe "keine Chance auf eine Einigung vor Ort gesehen".

Aus dem Bundesverkehrsministerium hieß es, die Initiative gegenüber NRW sei ein Hinweis auf die gesteigerte Investitionsbereitschaft des Bundes in die Verkehrsinfrastruktur, bei der es ja auch um die Beseitigung von Verkehrsengpässen gehe.

Ein Sprecher Groscheks sagte: Dass beide Projekte nun geprüft würden, bedeute noch nicht, dass sie Aufnahme in den Plan fänden. Wenn sie doch dort aufgeführt würden, heiße das noch nicht, dass die Projekte auch realisiert würden. "Die Mehrheit der Straßen aus dem aktuellen Bundesverkehrswegeplan ist gar nicht gebaut worden", so der Sprecher.

In Bonn und dem Kreis fiel das Echo unterschiedlich aus. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber meinte: "Wer in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis auf die Südtangente setzt, wird am Ende mit leeren Händen dastehen. Niemand wird dieses Projekt bezahlen können." Auch die Stadt Bonn lehnt das Projekt laut Stadtbaurat Werner Wingenfeld ab.

Rhein-Sieg-Landrat Frithjof Kühn zeigte sich für die Entscheidung des Bundes "dankbar". Bei Venusbergtunnel und Ennertaufstieg gehe es ja auch darum, den Anschluss des Regierungsviertels mit den Dienstsitzen der Ministerien zu erreichen. (Bernd Eyermann, Ulrich Lüke, Rolf Kleinfeld und Dominik Pieper)