Bastler

31.12.2009 Wie ein Stück Odendorfer Geschichte lebendig wird

Odendorf. Modellbau? Ich gestehe: Dafür konnte ich mich nie so recht erwärmen, weder für die Bastelei noch für das Anschauen von Landschaften oder Flugzeugen im Maßstab von eins-zu-soundsoviel. Das, was ich im Mai in Odendorf zu sehen bekam, beeindruckte mich dann aber doch.

Da hatten Axel Strell und Dirk Maschke, zwei Bastler von Mitte 30, den alten Odendorfer Bahnhof in akribischer Kleinarbeit nachgebaut. Auf einem 5,40 Meter großen Modell lassen sie das 1974 abgerissene Gebäude an der Bahnstrecke Bonn-Euskirchen und das Umfeld im Maßstab 1:87 auferstehen, auf Grundlage alter Gebäude- und Gleispläne und Fotos.

Sie recherchierten und führten zahlreiche Zeitzeugengespräche, so dass in ihrem Projekt ein vergessenes Stück Dorfgeschichte lebendig wird. Und dann das Handwerkliche: Mit Liebe zum Detail bearbeiteten sie das Material, sechs Monate brauchten sie für das Bahnhofsgebäude, wochenlang verbrachten sie mit dem Beschichten und Fräsen der Bodenplatte.

Die "Pflastersteine" mit Moos und Dreck in den Fugen sehen täuschend echt aus. Und wenn Zeitzeugen Strell und Maschke erzählten, dass es im dunklen Treppenhaus des Bahnhofs etwas unheimlich war, findet sich das auch so im Modell wieder.

Das wurde im November bei einer Ausstellung in Kerpen gezeigt. Die Bastler gehen inzwischen getrennte Wege, Axel Strell arbeitet alleine weiter. "Es wäre toll, wenn man das Modell eines Tages auch in Odendorf zeigen könnte. Die Leute sind heiß drauf", sagt er. Was fehle, sei ein geeigneter Ausstellungsort.

Dominik Pieper