VfL Wolfsburg: Bei Schuster fehlen nur Details

Wolfsburg.  Unmittelbar nach der Verabschiedung von Lorenz-Günther Köstner beendete Klaus Allofs den Schlingerkurs und redete Klartext. "Es ist richtig, dass Bernd Schuster ein Kandidat ist, aber es müssen alle Rahmenbedingungen stimmen", erklärte der Geschäftsführer des VfL Wolfsburg.
Bernd Schuster soll der neue Trainer des VfL Wolfsburg werden. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
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Bernd Schuster soll der neue Trainer des VfL Wolfsburg werden. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Foto: DPA

"Es gibt verschiedene Dinge zu klären", sagte Allofs weiter. Die Unterschrift unter dem Vertrag, der bis 2015 gelten soll, fehlt auf jeden Fall noch. Die Verantwortlichen des Volkswagen-Konzerns bevorzugen große Namen, wenn sie Führungspersonal für ihr Tochterunternehmen in der Fußball-Bundesliga suchen. Und so einer ist Schuster noch immer, auch wenn der ehemalige Meistertrainer von Real Madrid seit März 2011 arbeitslos war und sich zuletzt in verschiedenen TV-Sendungen mit dem Satz anbot: "Ich sitze zu Hause und warte auf einen Anruf."

"Wenn es denn so kommt, wie es aussieht, wäre es eine sehr gute Verpflichtung", kommentierte Köstner nach seiner Verabschiedung. Obwohl der VfL die Verpflichtung noch nicht bestätigte, gab es bereits Glückwünsche. "Ich wünsche ihm und dem VfL Wolfsburg, mit dem wir ein gutes Verhältnis haben, viel Erfolg", sagte Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandschef FC Bayern München bei Sky. Und Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler kommentierte: "Ich freue mich für Bernd. Ich weiß, dass er brennt." Zuletzt arbeitete der noch immer in Spanien lebende Schuster häufig als TV-Experte.

Vor der Verpflichtung des neuen Trainers musste Allofs zunächst Köstner verabschieden. "Es war keine leichte Entscheidung", berichtete Allofs, sagte aber auch: "Wir müssen jetzt die Weichen stellen und den Moment nutzen." Dass Köstner am Vorabend mit den Wolfsburger Profis dank eines 2:1 gegen Bayer Leverkusen das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht hatte, half dem 60-Jährigen nicht mehr. Das Aus für den kantigen und zuweilen kauzigen Köstner war intern wohl schon längst beschlossen, nur noch nicht verkündet.

"Das war keine ergebnisorientierte Entscheidung", erklärte Allofs zum schnellen Ende des zweiten Intermezzo von Köstner. Er hatte die Profis nach der Entlassung von Felix Magath Ende Oktober auf dem letzten Platz übernommen und bis auf Rang 15 geführt. "Wir wollen trotzdem mit dieser Mannschaft in eine andere Richtung gehen", sagte der erst vor wenigen Wochen als Geschäftsführer verpflichtete Allofs. "Es macht keinen Sinn, noch ein halbes Jahr mit der Entscheidung zu warten. Wir haben jetzt die Winterpause und die Vorbereitungsphase."

Schuster ist sofort verfügbar, wie er mehrfach und zuletzt am Dienstagabend in der ARD verkündet hatte. Der 52-Jährige, der am Samstag Geburtstag feiert, hat sich vor allem als Spieler des FC Barcelona und von Real Madrid einen Namen gemacht. Als Trainer blieben auf den ersten Stationen mit Fortuna Köln und dem 1. FC Köln in der 2. Bundesliga die Erfolge aus. Als Coach von Real Madrid feierte er aber 2008 die Meisterschaft.

"Wir wollen erfolgreich sein, offensiven und organisierten Fußball spielen", sagte Allofs zur Zielsetzung mit dem neuen Coach. Für den neuen Geschäftsführer ist aber auch klar: "Wir wollen Struktur und Ruhe in den Verein bekommen. Daran muss auch der neue Trainer mitarbeiten."

Der alte Trainer ahnte wohl schon seit ein paar Tagen, dass sein Zeit mit den Profis endet, ehe er am Donnerstag Gewissheit erhielt. "Seit heute Morgen herrschen klare Verhältnisse", sagte Köstner. "Ich habe mich von jedem einzelnen Spieler verabschiedet", erklärte der 60-Jährige, der in neun Punktspielen mit den VfL-Profis 14 Punkte geholt hatte.

"Natürlich ist man traurig, wenn man eine Mannschaft verlässt", sagte Köstner. Für den Coach der VfL-Reserve war es nach 2010 das zweite Mal, dass er übergangsweise die Profis trainiert hatte. Damals war er Nachfolger von Armin Veh, ehe er - wie jetzt auch - zur 2. Mannschaft zurückkehrte.

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