FC Bayern München

Fragen & Antworten: Guardiola lässt vieles noch offen

München.  Sehnsüchtig war der erste Auftritt von Pep Guardiola beim FC Bayern erwartet worden. Viele neue Erkenntnisse gab es dann aber noch nicht. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Münchner Medienevent, zu dem sich mehr als 250 Journalisten akkreditiert hatten.
Pep Guardiola hat sich bei seiner ersten Pressekonferenz als Trainer des FC Bayern München gut eingeführt. Foto: Andreas Gebert Foto: DPA

Was waren Guardiolas erste Worte in der Allianz Arena?
"Guten Tag, grüß Gott, meine Damen und Herren. Verzeihen Sie mir mein Deutsch." Monatelang hatte der Spanier fieberhaft an der Sprache seiner neuen Wahlheimat gefeilt, hatte nahezu täglich Unterricht mit einer Deutschlehrerin - auch im Vorfeld des Champions-League-Finals gegen Borussia Dortmund. Pikant am Rande: Die Lehrerin hielt zum BVB.

Wie ist es um Guardiolas Deutschkenntnisse bestellt?
Sehr ordentlich, wenn man bedenkt, wie lang er die Sprache erst lernt. Alle Fragen, die auf Deutsch gestellt wurden, beantwortete der 42-Jährige auch auf Deutsch - und das grammatikalisch meist korrekt. Wurde es komplizierter, nahm sich Guardiola etwas Zeit, um über seinen nächsten Satz nachzudenken, driftete nur einmal ganz kurz ins Englische ab. Von den Journalisten erhielt er Lob für sein Deutsch. "Alles ist Auswendiglernen", konterte Guardiola scherzhaft. Hier und da vergaloppierte er sich tatsächlich in ein paar einstudierten Allgemeinplätzen ("Natürlich hat jeder Trainer seine Meinungen"). Unbestritten sei für ihn, sein Deutsch noch verbessern zu wollen.

Pep Guardiola beim FC Bayern vorgestellt
Wie präsentierte sich Guardiola bei seinem ersten Tag?
Guardiola zeigte sich charmant und direkt, gleichwohl auch bescheiden. Einige Male strich er sich nervös über die Stirn, fasste sich an die Nase - wohl auch, weil er seiner neu erlernten Sprache noch nicht so recht traute. Auf dem Podium saß der Spanier direkt neben Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Clubpräsident Uli Hoeneß, ab und an plauschte er mit einem seiner Chefs im Zwiegespräch. "Mein größer Wunsch ist, dass er sich so schnell wie möglich heimisch fühlt", betonte Sportvorstand Matthias Sammer.

Was will Guardiola beim FC Bayern verändern, welches System will er spielen lassen?
Blieb weitgehend offen. Nur so viel: Den Tiki-Taka-Stil des FC Barcelona wolle er nicht unbedingt kopieren, ließ er durchblicken. "Ich muss mich zu 100 Prozent an unsere Spieler anpassen. Der Fußball gehört den Spielern, nicht dem Trainer. Die Spieler in Barcelona sind anders als die Spieler bei Bayern", sagte Guardiola. Zuletzt waren die Bayern mit einem 4-2-3-1-System Triple-Champion geworden.

Hat Guardiola Kontakt zu seinem Vorgänger Jupp Heynckes aufgenommen?
Nein, zumindest bisher nicht. Das soll sich aber ändern. "Ich hoffe ihn in der nächsten Zeit zu sehen. Seine Meinung wäre super für mich", sagte Guardiola - und bezeichnete es als "Ehre", Heynckes- Nachfolger in München zu werden. Er wolle das "hohe Niveau", für das sein Vorgänger beim FC Bayern gestanden habe, fortsetzen.

Drei große Titel haben die Bayern in der Vorsaison geholt - wie will Guardiola mit dem immensen Druck, der droht, umgehen?
"Ich muss in der Lage sein, damit zu leben", äußerte Guardiola trocken. Er sei sich bewusst, dass die Erwartungen riesig seien. Uli Hoeneß fasste die Herausforderungen der jüngeren Zukunft zusammen: "Oben zu sein ist das eine, oben zu bleiben ist das andere."

Wann geht's mit dem Training los?
Kommenden Mittwoch ist um 17.00 Uhr Trainingsauftakt in der Allianz Arena, 25 000 Fans werden erwartet. Mit dabei sein soll dann auch Mario Gomez. Für den wechselwilligen Angreifer gebe es noch keine offizielle Anfrage eines anderen Clubs, berichtete Rummenigge.

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