Telekom Baskets Bonn

Wochenlange Pause für Bojan Subotic bei den Baskets

Der stabilisierende Faktor fällt aus: Bojan Subotic (rechts, hier gegen Nanterre) kann seinem Team vorläufig nicht helfen.

Der stabilisierende Faktor fällt aus: Bojan Subotic (rechts, hier gegen Nanterre) kann seinem Team vorläufig nicht helfen.

BONN. Glück im Unglück für die Telekom Baskets Bonn: Die Schulterverletzung des Montenegriners Bojan Subotic ist weniger schlimm als befürchtet. Dennoch muss er drei bis vier Wochen pausieren.

Als Bojan Subotic mit schmerzverzerrter Miene den Telekom Dome verließ, folgten ihm besorgte Blicke. Der Montenegriner hielt sich den linken Arm dicht an den Körper, vermied unnötige Bewegungen. Nach einem Zusammenstoß mit einem der kantigen Gäste aus Venedig hatte er sofort signalisiert: „Ich muss runter, es geht nicht weiter.“ Auf der Bank das übliche Prozedere: Teamarzt Michael Volkmer begutachtete die Verletzung und entschied, dass Subotic zur genaueren Diagnostik ins Krankenhaus gehörte.

Tags darauf dann Aufatmen bei den Telekom Baskets Bonn. „Die Verletzung ist weniger schlimm als befürchtet“, erklärte der erleichterte Baskets-Sportmanager Michael Wichterich. Subotic erlitt eine Schultereckgelenksverletzung, der Bandapparat ist in Mitleidenschaft gezogen, aber der 27-Jährige muss nicht operiert werden. Da die ganze Angelegenheit aber mit großen Schmerzen verbunden ist, wurde die an sich mobile Schulter vorübergehend „stillgelegt“. Wichterich geht nun also von „drei bis vier Wochen Pause“ aus.

Das Aus des Montenegriners kurz vor der Pause war – kombiniert mit den ärgsten Befürchtungen, er könne den Rest der Saison ausfallen – für den Bonner Basketball-Bundesligisten schlimmer als die 84:94-Niederlage in der Champions League gegen den italienischen Spitzenclub mit seinen Top-Basketballern.

Zum einen, weil Venedig zu den Favoriten im Wettbewerb zählt, auch wenn ein Sieg sogar möglich gewesen wäre. Niederlagen gegen Teams auf Augenhöhe oder Mannschaften, die man nach der Papierform vermeintlich schlagen muss, schmerzen erheblich mehr. Zum anderen, weil der erfahrene Subotic gerade in der aktuellen Phase, in der die Baskets auf der Suche nach Souveränität waren oder sind, zu den Souveränen gehörte.

„Das tut uns allen weh“, sagt Wichterich. „Bojans Ausfall ist schwer zu kompensieren. Er ist als Typ und Spieler ein stabilisierender Faktor, und er bringt immer Intensität und Leidenschaft mit, wirft sich nach jedem Ball.“ Immer wieder brachte der Routinier zuletzt Ruhe ins Spiel, wo so manches Händchen begonnen hatte zu zittern.

Nach der Niederlage gegen Frankfurt präsentierte sich Bonn gegen das europäische Spitzenteam mit dem NBA-erfahrenen Austin Daye und dem slowenischen Europameister-Center Gasper Vidmar deutlich verbessert. Die in der jüngeren Vergangenheit so häufig kritisierte Intensität stimmte, die Defensive harmonierte und hielt die Italiener nach einem sehr punktreichen ersten Viertel (20:34) recht gut in Schach.

Auch mit dem eigenen Spiel waren die Baskets geduldiger, hielten sich an ihren Plan und erspielten sich immer wieder die erstrebten einfachen Körbe. Dass der zweite Bonner Stabilisator, Josh Mayo, einen überragenden Tag erwischt hatte, belegte die Statistik mit 26 Punkten, sechs Assists und einer Effektivität von 28. Zweitbester Bonner in dieser Kategorie war Charles Jackson mit 13, der starke Vidmar lag bei 21. Das Problem: Alle anderen Bonner sind immer noch auf der Suche. Vielleicht nicht nach Stabilität, aber nach den zuverlässigen Würfen der ersten Spiele. Die Suche geht am Sonntag (15 Uhr) im Heimspiel gegen Crailsheim weiter.