Allstar Day in Bonn

Valentin Blass wechselt von der Tribüne aufs Parkett

Fünf Bonner Allstars: NBBL-Spieler Valentin Blass umringt von den Bundesliga-Profis (von oben links im Uhrzeigersinn): Jared Jordan, Benas Veikalas, Ryan Brooks und Tony Gaffney.

BONN. Es kommt nicht alle Tage vor, dass Valentin Blass einen offiziellen Termin mit den Profis der Telekom Baskets hat. Aber jetzt ist er einer von ihnen. Ein Allstar. Wie Jared Jordan, Benas Veikalas, Tony Gaffney und der Dunk-Wettbewerb-Teilnehmer Ryan Brooks. Am Samstag steht er im Spiel der Besten der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) auf dem Parkett im Telekom Dome. Jetzt streift er eines der Profi-Trikots über und lächelt in die Kamera.

Der 18-Jährige aus Rheinbreitbach spielt in der NBBL-Mannschaft, die das Nachwuchsprogramm der Baskets und der Dragons Rhöndorf vertritt. "Das hat er sich verdient", sagt sein Trainer Jost Meiworm, "da muss man sich nur seine Statistiken ansehen. Er ist weder auf den Kopf gefallen noch abgehoben. Das sind wichtige Eigenschaften, wenn man es zu was bringen will - ich denke, er kann das schaffen." Der Abiturient des Siebengebirgs-Gymnasiums bleibt eher vorsichtig und könnte sich vorstellen, Lehrer zu werden.

Die Laufbahn von Valentin Blass, die nach Expertenmeinung eine Karriere werden könnte, begann wie die vieler deutscher Jungs - als Fußballer. Irgendwann aber kam ein Kumpel und lockte ihn nach Rhöndorf. "Er behauptete ,Basketball macht Spaß', und ich hab's ausprobiert", sagt "Valle", wie er meistens genannt wird. Zehn oder elf Jahre war er da alt. Aber er hörte wieder auf.

Seine Trainerin Yvonne Schneeloch ließ nicht locker, sie wollte das Talent nicht verloren geben - und sie hatte Erfolg. Zwei Jahre spielte er parallel mit Hand und Fuß, dann entschied er sich für Basketball. Warum? "Wahrscheinlich hat es mir mehr Spaß gemacht", sagt er.

Valentin Blass durchlief die Jugend-BBL-Teams als Drache und auch die ersten beiden Jahre in der NBBL blieb er Rhöndorfer. Jetzt spielt er im dritten und letzten Jahr in der NBBL und in der Regionalligamannschaft der Baskets. Vor der Saison ist er mit seinem Spielerpass auf die andere Rheinseite gewechselt.

Als Olaf Stolz, der Trainer der Bonn-Rhöndorfer NBBL-Mannschaft, ihn anrief, um ihm zu sagen, dass er ein Allstar ist, hat er sich sehr gefreut, überrascht war er nicht. "Du merkst ja vorher, ob Du gut spielst", sagt er, als spräche er über einen kleinen Erfolg an der Play-Station.

Familie und Freunde haben Karten und werden dabei sein, wenn sich Valentins Basketball-Welt umdreht. Am Samstag steht er in der Halle auf dem Feld, in der er früher auf der Tribüne stand. Heute ist er nicht mehr so oft da. Acht mal Training in der Woche und meistens zwei Spiele am Wochenende lassen auch kaum Zeit für die Hobbys Freunde treffen und Kino - und für die Freundin.

Bei der Vorausschau auf die nahe Zukunft ist ihm die Begeisterung aber dann doch anzusehen. "Klar, freue ich mich auf Samstag - und dann auch noch ein Heimspiel", sagt er und beobachtet die werfenden Profis. Benas Veikalas ist sein Favorit. "Wir spielen die gleiche Position", sagt Valentin, "so wie er würde ich's gerne können."

Zeitplan Allstar Day am Samstag

15.15 Uhr: Hallenöffnung
15.45 Uhr: Autogrammstunde mit den Allstars der BBL
16.45 Uhr: NBBL Allstar Game
18.15 Uhr: 3-Punkte-Contest
18.45 Uhr: Dunking-Contest
20.15 Uhr: BBL Allstar Game