Telekom Baskets Bonn

Thomas Päch spricht über seinen neuen Job in Bonn

Thomas Päch ist neuer Trainer der Telekom Baskets Bonn.

Thomas Päch ist neuer Trainer der Telekom Baskets Bonn.

BONN. Die Verpflichtung des umworbenen Thomas Päch hat im Umfeld der Telekom Baskets eine gewisse Euphorie entfacht. Im Interview spricht er über Kader, Ziele und Bonner Parallelen zu den Utah Jazz

Thomas Päch ist gut gelaunt und ausgeschlafen. Letzteres ist durchaus erwähnenswert. Als er zum Interview-Termin kommt, hat er die erste Nacht in seiner Bonner Wohnung verbracht. Keine nächtlichen Telefonate mit Agenten in den USA, kein Kleinkindgeschrei. Die Spielersuche bei den Telekom Baskets Bonn ist weitestgehend abgeschlossen, Pächs Freundin mit dem gemeinsamen Söhnchen noch in Berlin. „Im Moment ist das auch gut so“, sagt der Trainer der Telekom Baskets, „ich will mich ganz auf meine neue Aufgabe konzentrieren“. Mit dem Mann, der in Bonn neue Wege gehen will und soll sprachen Tanja Schneider und Gerhard Mertens.

Willkommen in Bonn, Herr Päch. Sind Sie gut angekommen in der alten Hauptstadt?

Thomas Päch: Ja, das bin ich, und ich bin froh, hier zu sein. Denn die vergangenen Wochen waren schon ziemlich stressig. Ich hatte viel um die Ohren, mit der Berliner Finalteilnahme, mit der Arbeit, die für meinen neuen Verein zu leisten war, mit dem Umzug und der Regelung privater Dinge. Ich bin auch deshalb froh, hier zu sein, weil sich viele Dinge nur vor Ort klären lassen. Ich kann auf die Schnelle gar nicht benennen, was es alles ist. Alles ist neu für mich.

Und Sie als Trainer sind für die Baskets neu.

Päch: Richtig, und ich habe andere Ideen und Vorstellungen, die man vorher gar nicht alle besprechen kann, sondern die man erst einmal leben muss.

Worauf kommt es in den ersten Tagen an?

Päch: Darauf dass die Spieler gut ankommen, dass ich sie und den Staff der Baskets gut kennenlerne und dass wir dann am Sonntag mit der Vorbereitung loslegen können.

Wann haben Sie sich denn zum ersten Mal damit befasst, in Bonn Trainer zu werden?

Päch: Eigentlich schon relativ früh, ohne dass es zunächst eine konkrete Anfrage seitens der Baskets gegeben hat. Es ist im Sport ja oft so, dass man in Kontakt steht, ohne gleich konkret darüber nachzudenken, das könnte mein nächster Verein sein. Bonn kam dann während der Saison auf mich zu, ob ich mir den Wechsel vorstellen könnte.

Aber Sie hatten ja noch einen laufenden Vertrag mit Alba Berlin...

Päch: Das stimmt, und ich bin von Anfang an sehr offen mit dem Thema umgegangen. Alba wusste von Anfang an Bescheid. Das war mir besonders wichtig, weil ich ein super Verhältnis zu Alba, zu Trainer Aito Reneses und allen Beteiligten habe. Nach dem 3:0 im Halbfinale gegen Oldenburg war dann ein guter Zeitpunkt, den Wechsel öffentlich zu machen.

War denn für Sie gleich nach dem Anruf aus Bonn klar, dass Sie den Job haben wollen?

Päch: Für mich stand schon länger fest, den Schritt zum Headcoach machen zu wollen. Es war jetzt einfach Zeit, und ich bin bereit dafür. Dass gerade Bonn meine erste Station ist, ist eine unglaubliche Situation für mich, mit der ich so nicht gerechnet habe. Ich war mit Michael Wichterich schnell auf einer Wellenlänge. Mir wurde gleich bewusst, dass man in Bonn einen Umbruch will, dass man neue Wege gehen will, die durchaus auch Risiken haben, aber auf denen ich gute Chancen sehe, mich als Trainer einzubringen und mit dem Verein Erfolg zu haben.

Wollten die Baskets Sie nicht schon während der Saison haben?

Päch: Ja, aber mitten in der Saison zu wechseln, war nicht möglich. Aus Bonn hieß es ja dann auch, dass Chris O’Shea erst einmal übernimmt, und er hat auch einen exzellenten Job gemacht. Trotzdem wollten die Baskets eine Veränderung. Sie wollen etwas Neues, Frisches reinbringen. Sie erhoffen sich auch viel Input aus meiner Arbeit in Berlin in den vergangenen Jahren, auch strukturell. Wie dort die Dinge aufgebaut wurden und damit neue Impulse zu setzen.

Chris O’Shea bleibt Co-Trainer. Hatten oder haben Sie damit ein Problem?

Päch: Ganz im Gegenteil, es war mein ausdrücklicher Wunsch. Ich kenne Chris schon länger. Er ist ein toller Mensch und fachlich äußerst kompetent. Ich habe ihn nur gefragt, ob er das wirklich will. Aber er hängt an der Stadt, an dem Verein, und er hat Lust, hier noch etwas zu bewegen. Außerdem: Er versteht den Verein und die Menschen hier. Deshalb bin ich einfach froh, ihn an meiner Seite zu wissen.

Sich wieder in die Co-Trainer-Rolle zu fügen, ist nicht selbstverständlich.

Päch: Dazu gehört ganz, ganz viel Größe und Charakter. Und es unterstreicht, welch großartiger Mensch er ist. Ich bringe ihm sehr viel Respekt entgegen. Ich weiß, dass ich da nicht nur einfach einen Co-Trainer habe. Schließlich war er länger Headcoach als ich in Berlin.

Also sehen Sie Bonn als ihre erste Station als Cheftrainer?

Päch: Berlin war eine Ausnahmesituation. Ich glaube, es waren nur sechs Spiele. Das war nur ein Reinschnuppern.

Bundestrainer Henrik Rödl sagte, Sie seien jetzt schon einer der besten Trainer der Liga.

Päch: Es ist natürlich schön, wenn Henrik so etwas sagt. Mit ihm verbindet mich sehr viel. Ich habe in Trier mit ihm fünf Jahre zusammengearbeitet. Es waren wahrscheinlich meine bisher wichtigsten Jahre. Henrik hat mich so stark gemacht, mir so viel Verantwortung übertragen und mir so viel Raum und Freiheit für meine Entwicklung gegeben, dass ich jetzt hier sitzen und sagen kann: Ich bin Cheftrainer der Telekom Baskets. Aber es geht erst richtig los. Mal sehen, wo ich in fünf oder zehn Jahren bin.

Das klingt nach einem bescheidenen, aber selbstbewussten Coach.

Päch: Ich bin mir schon sehr im Klaren darüber, was ich gerne machen möchte.

Wie haben Sie denn bisher die Baskets wahrgenommen?

Päch: Bonn ist in Deutschland ein hervorragender Standort. Allein schon die Halle mit den herausragenden Trainingsbedingungen ist ein Traum für jeden Coach und Spieler. Die Clubhistorie der Baskets, die Fankultur – es gäbe noch viele andere Dinge zu nennen, die mir die Entscheidung einfach gemacht haben.

Bleiben wir bei den Fans.

Päch: Sie prägen den Verein. Das merkt man von außen. Das ist keine normale Fankultur mehr. Die Leute sind sehr aktiv mit dem Verein verbunden und beschäftigen sich sehr mit ihm. Ich weiß noch, als wir mit Trier nach Bonn gekommen sind, und die Fans schon eine halbe Stunde vor dem Spiel standen, sangen und ihr Team anfeuerten. Was passiert denn hier, habe ich gedacht. Das ist einmalig. Es ist eine sehr familiäre Atmosphäre. Jeder kennt jeden. Man spürt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Das hat auch mit dem Dome zu tun. Die Geschäftsstelle ist hier, die Jugend trainiert hier, die Profis sowieso. Alle sehen sich regelmäßig. Es ist ein Austausch da. Es ist sehr herzlich, was für die gesamte Region hier spricht.

Haben Sie bisher, sportlich gesehen, die Baskets eher negativ behaftet als ewigen Vizemeister wahrgenommen oder als Verein der eben trotz moderaten Budgets ein Garant für die Playoff-Teilnahme ist?

Päch: Die Vizemeisterschaften sind auch in der Summe nichts Negatives, sondern herausragende Erfolge der Baskets. Die Leute hier nehmen das anders wahr, als man das von außen tut. Bonn hat oft gegen ein Berlin verloren, das die gesamte Nationalmannschaft und die beiden besten Ausländer der Liga hatte. Das war wie in der NBA, als die Utah Jazz in der Michael-Jordan-Ära gegen die Chicago Bulls nie Meister werden konnten, weil sie zur falschen Zeit das Finale erreicht hatten. Für mich war Bonn immer ein Playoff-Kandidat und dann immer mit dem Potenzial zu überraschen.

Aber selbst Vizemeisterschaften sind inzwischen schwer zu erreichen.

Päch: Es hat sich in den vergangenen Jahren eine unglaubliche Dynamik in der Liga entwickelt. München und Bamberg haben sich weit entfernt. Berlin hat jetzt sportlich Riesenschritte gemacht, liegt aber vom Budget her auch weit hinter München. Dahinter hat sich ein breites Feld entwickelt. Oldenburg und Ulm vorneweg, gefolgt von Bonn, Ludwigburg oder etwa Bayreuth. Aber man sollte Erfolg nicht immer nur an Platzierungen festmachen.

Sondern?

Päch: Ich habe den Eindruck gewonnen, dass der Verein einen Umbruch will. Das ganze Jugendprogramm und die Kooperation mit Rhöndorf sollen umstrukturiert und neu aufgebaut werden. Da muss man anders denken. Man kann sich nicht jedes Jahr das Finale oder ein anderes hohes Ziel setzen. Es gilt, etwas aufzubauen, von dem man langfristig profitiert und den Verein dann in die Lage versetzt, regelmäßig Mannschaften zu stellen, die auf einem höheren Niveau konkurrenzfähig sind.

Neue Wege – können Sie das noch etwas konkreter ausführen?

Päch: Das fängt für mich schon dabei an, dass ein Co-Trainer zum Headcoach gemacht wurde. Ich bin ein unbeschriebenes Blatt. Das ist schon ein gewagter Schritt. Und dann soll es eben nicht nur darum gehen, dass die Profimannschaft das Bestmögliche erreicht, sondern, dass man das ganze Vereinsleben aktiviert und kultiviert, angefangen bei der Jugend. Bonn liegt in einer Basketballregion, das muss man wieder stärker nutzen.

Und Sie sind der richtige Mann dafür?

Päch: Ich glaube, die Baskets haben jemanden gesucht, der so etwas lebt. Ich kenne es nicht anders aus Berlin. Da habe ich als Trainer der U11 angefangen und bin bei den Profis angekommen. Hier in Bonn arbeiten jetzt Leute mit, wie zum Beispiel Yassin Idbihi in Rhöndorf, die die Dinge anders angehen, die eine Vorstellung davon haben, wie man das zusammen anpackt. Und ich hoffe, dass das langfristig in eine gute Richtung geht.

Das heißt, Ihre neuen Wege führen Sie auch mal nach Rhöndorf und ins Ausbildungszentrum der Baskets?

Päch: Definitiv. Das gehört dazu. Ich war auch in Berlin bei Spielen der JBBL oder NBBL und von Alba-Partner Lok Bernau in der ProB. Wir haben Doppel-Lizenz-Spieler, die das Gefühl haben müssen, dass sie wahrgenommen werden und dass auch für sie die Tür nach oben offen ist. Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, das alles zusammenpasst.

Bringen Sie aus Berlin Dinge mit, die Sie auf die Baskets übertragen können?

Päch: Das ist schwierig. Berlin hat etwas, was deutschlandweit nicht zu wiederholen ist. Aber ich bringe viele Ideen mit, andere Ideen. Wie man die umsetzen kann, wird die Zukunft zeigen. Zu allererst muss man hinterfragen, warum das eine oder andere nicht geklappt hat. Dann muss man herausfinden, was man anders machen könnte. Es muss aber zu Bonn passen und kann keine Kopie aus Berlin sein.

Was hat denn zuletzt nicht geklappt in Bonn?

Päch: Bonn hatte eine Phase, in der Spieler aus dem eigenen Nachwuchs den Sprung zu den Profis geschafft haben: Fabian Thülig, Jonas Wohlfarth-Bottermann und Florian Koch. Es ist mein Wunschgedanke und der der Baskets, dass wieder häufiger zu gewährleisten. Das ist aber ein langer Weg. Alba Berlin profitiert jetzt erst so richtig von seinem über Jahrzehnte entwickelten Programm. Man kann zwar nicht garantieren, dass die Talente im Verein bleiben. Moritz Wagner zum Beispiel spielt jetzt in der NBA, Franz Wagner am College. Die beiden sind aber seitdem sie sieben, acht oder neun Jahre alt waren bei Alba gewesen. Ich bin auch ein Produkt des Vereins.

Sie sprachen es an: Man hat keine Garantie, dass die Talente im Verein bleiben.

Päch: Damit muss man leben. Doch jeder, der den Sprung zu den Profis schafft, gibt in der Welt eine Visitenkarte der Baskets ab. Wenn man aber einen großen Pool an guten Nachwuchsspielern hat, dann ist die Hoffnung berechtigt, dass der ein oder andere dem Club erhalten bleibt. Wenn es ein Rollenspieler ist, ist das auch in Ordnung, aber er hat das Gesicht und die Identität der Baskets. Das ist allerdings ein Prozess von fünf bis zehn Jahren.

Können Sie sich denn vorstellen, in Bonn so lange zu arbeiten?

Päch: Ja, das kann ich. Aber es kommt darauf an, hier etwas aufzubauen, das unabhängig vom Headcoach ist. Ein stabiles Fundament, eine Struktur, die für sich spricht und unabhängig von einzelnen Personen ist.

Haben Sie denn den Mut, diesen Spielern auch frühzeitig Verantwortung zu übertragen?

Päch: Davor scheue ich nicht zurück. Ich habe Spaß daran, mit jungen Spielern zu arbeiten und sie zu entwickeln - basketballerisch wie menschlich. Ich glaube, ich habe gelernt, wie man das macht. In Trier, wo es oft ums Überleben ging, haben wir auch auf junge Spieler gesetzt, die sich durchgebissen haben.

Im aktuellen Bonner Kader fehlt ein solcher Spieler?

Päch: Das ist richtig, aber ich hätte gerne einen dabei gehabt. Aufgrund der zeitlichen Komponente war das erst einmal nicht möglich.

Aber Sie setzen schon deutliche Akzente auf deutsche Spieler. Haben die Baskets das beste deutsche Setup, das hier jemals zu sehen war?

Päch: Unser deutsches Setup ist schon sehr stark. Das war auch unsere Absicht. Wir verzichten deshalb auf einen Ausländer. Wir haben genug gute Spieler in Deutschland, man muss ihnen nur die Chance geben, auch zu spielen. Ich bin aber insgesamt sehr glücklich mit unserem Kader.

Haben Sie im Hinterkopf, den vakanten Platz eines Ausländers im Verlauf der Saison auch zu besetzen?

Päch: Das ist nicht die primäre Idee, macht die Situation aber entspannter. Denn wenn wir nachverpflichten wollen oder aus welchen Gründen auch immer müssen, wird es schwer sein, einen deutschen Spieler zu finden, der einem auch hilft. So haben wir einen großen Spielraum. Außerdem haben wir noch unsere Doppel-Lizenzler. Bevor ich überhaupt an eine Nachverpflichtung denke, würde ich zuerst versuchen, sie zu integrieren. Und wenn es nur für ein paar Minuten wäre. Das fände ich spannender als eine Nachverpflichtung. Wie wir letztlich entscheiden, muss sich aus der Situation heraus ergeben.

Waren Sie für alle Zugänge verantwortlich?

Päch: Nein. Ich halte es für besonders wichtig, dass wir zusammen rekrutieren. Wir haben keinen Spieler, der alleine von Chris O'Shea, Michael Wichterich oder mir ausgesucht worden ist. Jeder hat Spieler vorgeschlagen, und dann haben wir gemeinsam das Puzzle zusammengefügt.

Worauf kam es dabei an?

Päch: Die Spieler müssen zusammenpassen und unsere Spielidee widerspiegeln. Sie müssen unterschiedliche Qualitäten haben, die man zu einem starken Team verbinden muss. Natürlich spielt auch der Charakter der einzelnen Spieler eine Rolle.

Beispiel Stephen Zimmerman: Wer hat den Spieler entdeckt und warum hat man ihn verpflichtet?

Päch: Den hat tatsächlich keiner von uns entdeckt. Er wurde uns angeboten und passte nach unseren Recherchen genau in unser Anforderungsprofil. Ich wollte einen Center haben, der zu Martin Breunig und unserer Spielidee passt. Einen Spieler, der mir etwas anderes gibt, der Größe hat, und dabei schnell und sehr beweglich ist. Martin ist auch schnell, beweglich und athletisch, ist aber deutlich kleiner und hat eine andere Spielweise. Zudem ist Stephen erst 22 Jahre alt. Er ist jetzt schon gut, aber er hat noch viel Potenzial nach oben.

Wie sieht denn Ihre Spielidee aus?

Päch: Zu allererst Teambasketball. Alle Spieler müssen füreinander für die bestmöglichen Situationen arbeiten. Ich will, dass wir schnell spielen, den Ball bewegen und nicht so viel dribbeln. Und es muss einen Plan geben. Wenn wir uns einen freien Wurf erspielen, dann muss klar sein, dass der jetzt genommen werden muss, und jeder weiß dann auch, dass es passiert. Es geht viel um Aktivität, auch defensiv. Darum, sich zu helfen und miteinander zu kommunizieren.

Und wie wollen Sie die Idee umsetzen?

Päch: Ich muss erst einmal meine Spieler richtig kennenlernen. Wo sie ihre Schwächen und Stärken haben, um sie dann auf dem Feld in Situationen zu bringen, die sie erfolgreich bewältigen. Wichtig ist mir, dass sie lernen, Entscheidungen zu treffen. Am Ende ist es nicht der Coach am Rande, der den Erfolg bringt, sondern die Spieler. Man weiß nie, wie man vom Gegner verteidigt wird. Die Spieler müssen dann Lösungen finden.

Da braucht es auch Spieler, die auf dem Feld der verlängerte Arm des Trainers sind.

Päch: Ich wünsche mir, dass es die Point Guards sind. Aber letztlich muss sich noch entwickeln, wer die Führungsspieler sein werden. Die Spieler müssen das auch wollen und die Chance bekommen, eigene Ideen einzubringen.

Bojan Subotic hat sich in der vergangenen Saison sehr in den Dienst der Mannschaft gestellt, auf Kosten seiner Statistiken. Ist er ein Spieler, wie Sie sich ihn vorstellen?

Päch: Für mich gab es keinen Zweifel daran, ihn weiterzuverpflichten. Bojan ist einer, der vielleicht nicht das größte Talent hat, der aber immer das Richtige macht. Und er verkörpert den Gedanken des Teambasketballs. Er macht die Dinge auf dem Feld, die nötig sind.

Legen Sie auch viel Wert auf Defensive?

Päch: Ja. In Trier hatten wir immer eine der defensivstärksten Teams der Liga. In Berlin kam dann Sasa Obradovic als Trainer, da muss man nicht mehr viel zu sagen. Und mit Aito Reneses ist es für jeden Gegner unangenehm, gegen Alba zu spielen. Auch defensiv geht es um Aktivität und um Teamarbeit.

Wie war denn der Spieler Thomas Päch?

Päch: Ich war kein Riese und habe nur bis zur Regionalliga gespielt.

Und der Spielertyp Thomas Päch?

Päch: Ehrgeizig war ich und taktisch sehr ausgeprägt. Mein Kopf hat schon immer viel Zeit mit Basketball verbracht. Ich habe den Ball immer gerne bewegt und gepasst und gerne verteidigt. Und es kam für mich stets darauf an, die Situation zu lesen und dann die richtige Entscheidung zu treffen. Da ich nicht der Talentierteste war, habe ich immer viel an mir gearbeitet, um besser zu werden.

Worauf freuen Sie sich besonders?

Päch: Zu allererst auf die Arbeit in der Halle und darauf, in der Verantwortung zu stehen. Ich freue mich extrem darauf, mit Menschen zu arbeiten und sie hoffentlich in eine Richtung beeinflussen zu können, die ihnen hilft. Ich glaube, hier bietet sich mir das richtige Umfeld, das mich auch stützt und in dem ich mich weiterentwickeln kann. Ich spüre hier eine unglaubliche Euphorie. Das macht mir auch ein wenig Angst, weil die Erwartungen hoch sind. Ich habe noch gar nichts gemacht.

Wie sehen denn konkret Ihre Ziele aus?

Päch: Es geht darum, das höchstmögliche Potenzial der Mannschaft auszuschöpfen, ihr Maximum Stück für Stück zu erreichen. Wir müssen kontinuierlich besser werden, und wenn wir das machen, werden gute Sachen passieren. Wir wollen uns für die Playoffs qualifizieren und dann angreifen. Aber zunächst einmal wollen wir in die Champions League. Grundsätzlich gesehen, will ich jedes Spiel gewinnen. Das ist natürlich unrealistisch, aber es ist die einzig richtige Herangehensweise. Wenn dann der Gegner besser ist, wir aber an unserem Maximum waren, bin ich zufrieden.

Wie sind Sie als Trainer: geduldig, laut, leise?

Päch: Fragen Sie mich das noch mal in einem Jahr. Mir ist wichtig, dass ich die Menschen, mit denen ich arbeite, erreiche. Manchmal muss man sie anschreien, damit sie funktionieren, manchmal muss man sie vor anderen Menschen ansprechen und manchmal beiseite nehmen und ruhig mit ihnen reden. Ich werde nicht schauspielern, sondern immer mein ehrliches Gesicht zeigen. Das Wichtigste ist, dass man überhaupt miteinander redet. Die größten Probleme entstehen meistens durch fehlende Kommunikation.

Was wissen Sie schon über Bonn?

Päch: Leider noch viel zu wenig, dafür war noch keine Zeit. Ich war schon in der Innenstadt und bin ein bisschen rumgelaufen. Aber ich freue mich darauf, Bonn näher kennenzulernen.