EuroChallenge

Telekom Baskets zittern sich gegen Tiflis zum Sieg

BONN.  Nach desolater Anfangsphase kommen die Bonner zurück und bezwingen Tiflis mit 75:71.Kollektives Durchatmen im Telekom Dome. Nur um Haaresbreite schrammten die Telekom Baskets Bonn am Dienstagabend im Heimspiel der EuroChallenge gegen den BC Armia Tiflis an einer Blamage vorbei.
Kein Durchkommen für Lamayn Wilson gegen Bonns Kyle Weems (rechts), der mit 17 Punkten bester Baskets-Schütze war.
								Foto: Jörn Wolter
Kein Durchkommen für Lamayn Wilson gegen Bonns Kyle Weems (rechts), der mit 17 Punkten bester Baskets-Schütze war. Foto: Jörn Wolter

Nach rabenschwarzem Beginn und einem frühen 17-Punkte-Rückstand kämpften sich die zunächst wie im Tiefschlaf agierenden Bonner zwar zurück ins Spiel, fanden aber nie Sicherheit in ihren Aktionen, so dass der Außenseiter in den Schluss-Sekunden sogar am Sieg schnupperte. Unter dem Strich stand am Ende mit dem 75:71 (14:26, 18:13, 25:16, 18:16) der dritte Sieg im dritten Spiel auf europäischem Parkett, mit dem die Baskets die Tabellenführung in der Gruppe H festigten.

Mit einer Mischung aus Verwunderung und Entsetzen wurden die 4370 Zuschauer im Telekom Dome Zeugen eines denkwürdigen ersten Viertels. Die Körper der Baskets-Spieler waren zwar auf dem Feld, doch mit den Gedanken schienen sie in der Kabine geblieben zu sein. Völlig neben sich stehend, verloren sie die Bälle reihenweise, verweigerten Würfe oder setzten sie halbherzig neben den Korb.

Ob es an der Zonen-Verteidigung lag, mit der Tiflis dem Gegner gleich den offensiven Wind aus den Segeln nehmen wollte? Jedenfalls offenbarten die Schützlinge von Bonns Trainer Michael Koch eine Verunsicherung, wie man sie zuletzt bei der Niederlage in Frankfurt gesehen hatte.

Die Georgier brauchten eigentlich nicht viel zu tun. Sie mussten vor dem Korb nur die Abwehrreihen von links nach rechts und wieder zurück verschieben, irgendein Bonner würde schon irgendwann einen Fehlpass oder Fehlwurf produzieren. Gegen die dann entblößte Abwehr der Hausherren erzielten die Gäste leichte Punkte durch Fastbreaks.

Bis zum 0:11 sammelte Curtis Millage derer neun. Einige Szenen im Anschluss hatten Slapstick-Charakter - zum Lachen war das aber nicht. Der Tiefpunkt war beim 14:31 in der 12. Minute erreicht. Beka Tsivtsivadze dokumentierte mit einem Dreier das gewachsene Selbstvertrauen der Gäste.

Dann rafften sich die Hausherren auf und verkürzten auf 26:31. Am 12:0-Lauf war Kyle Weems mit zehn Punkten beteiligt. Die Bonner kämpften sich über eine aggressive Verteidigung in die Partie, doch Tiflis hielt dagegen und baute die Führung wieder bis auf neun Punkte aus: 30:39 (20.).

Richtig wachgerüttelt waren die Bonner aber dann nach der Pause. Robert Vaden, der mitunter hektisch agierende Spielmacher Jared Jordan, Weems und noch einmal Vaden per Dreier brachten die Gastgeber erstmals in Führung: 41:39. Und die schön herausgespielten Distanztreffer von Benas Veikalas zum 54:49 schienen die Leichtigkeit ins Spiel der Baskets zurückzubringen.

Doch sie ließen Tiflis noch einmal herankommen, um sich dann buchstäblich zum Sieg zu zittern. Millage glich 50 Sekunden vor der Schlusssirene zum 71:71 aus, und Vaden vergab bei sechs Sekunden auf der Uhr zwei Freiwürfe.

Doch Chris Ensminger sicherte sich den Rebound, wurde gefoult und verwandelte die Freiwürfe zum 73:71. Auf anderen Seite setzte Giorgi Gamqrelidze seine Freiwürfe daneben - die Entscheidung. Weems machte den Sieg mit Freiwürfen perfekt.

Statistik:
Telekom Baskets: McCray 2 Punkte, Ensminger 15, Veikalas 10/2 Dreier, Ewing 4, Mangold, Thülig, Jordan 5/1, Weems 17/3, Vaden 11/2, Wohlfarth-Bottermann 11.

BC Armia Tiflis: Gamqrelidze 7/1, Babiashvili, A. Boisa, V. Boisa, Ugrekhelidze, Millage 23/2, Tsivtsivadze 6/2, Kjellborn 8, Sakvarelidze, Faison 9, Wilson 14/3, Parghalava.

Trefferquote: Bonn 44 Prozent (27 von 61 würfen erfolgreich), Tiflis 39 Prozent (26/66). Dreierquote: Bonn 33 Prozent (8/24), Tiflis 30 Prozent (8/27). Freiwurfquote: Bonn 57 Prozent (13/23), Tiflis 46 Prozent (11/24). Rebounds: Bonn 43 - Beste: Ensminger, Ewing je 8, Tiflis 40 - Bester: Wilson 8. Assists: Bonn 19 - Bester: Jordan 7, Tiflis 12. Ballverluste: Bonn 13, Tiflis 11. Ballgewinne: Bonn 0, Tiflis 5. Fouls: Bonn 23, Tiflis 22.

USC Münster verzichtet auf Spiel in Israel:
Die Telekom Baskets müssen am 5. Dezember in der EuroChallenge bei Hapoel Holon(bei Tel Aviv) antreten - so sieht es zumindest der Terminplan vor. Der Verband FIBA Europe will die Situation im Westjordanland weiter beobachten und kurzfristig entscheiden, ob das Spiel abgesagt und eventuell anderenorts ausgetragen wird.

Die Volleyballerinnen des Bundesligisten USC Münster werden das Rückspiel im Challenge Cup am kommenden Mittwoch beim israelischen Meister Hapoel Kfar-Saba nicht bestreiten. Der Vorstand sei zu dem Entschluss gekommen, dass das Wohlergehen der Spielerinnen und des Betreuerstabes Vorrang vor dem sportlichen Wettkampf habe, hieß es. Münster wird als Folge der Absage trotz des 3:0-Sieges im Hinspiel voraussichtlich aus dem Wettbewerb ausscheiden.

Der Kongress der europäischen Nationalen Olympiaschen Komitees EOC am 7. und 8. Dezember wird ebenfalls nicht wie geplant im israelischen Badeort Eilat am Roten Meer stattfinden. Die Veranstaltung wird aus Sicherheitsgründen nach Rom verlegt.

Weitere Informationen zu Baskets Bonn finden Sie im GA-Spezial.

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