Basketball-Bundesliga

Telekom Baskets wollen in Braunschweig zweiten Saisonsieg einfahren

Halbe kraft gibt es bei Predrag Krunic nicht. Wenn das Spiel begonnen hat, lebt der Baskets-Trainer die Einstellung vor, die er sehen will.

BONN. Der BBL-Auftakt ist mit dem 86:74-Erfolg über ratiopharm Ulm geglückt. Am Sonntag (17.30 Uhr) will das Team von Headcoach Predrag Krunic bei den Löwen Braunschweig nachlegen.

In der Basketball-Bundesliga sind gerade einmal zwei Spieltage absolviert, und schon haben viele Mannschaften zwei Gesichter gezeigt. Alba Berlin zum Beispiel. Das Hauptstadt-Team mit der spanischen Trainerlegende Alejandro Garcia Reneses an der Seitenlinie, setzte sich zum Saisonauftakt bei ratiopharm Ulm, dem Hauptrundensieger der vergangenen Saison durch, und musste sich dann zu Hause Bremerhaven, einem Team, das eher in der unteren Tabellenhälfte zu erwarten ist, geschlagen geben. Diese Bremerhavener wiederum unterlagen zum Start den Basketball-Löwen Braunschweig, die ihrerseits am Dienstag in München mit 53:111 die dritthöchste Niederlage der Bundesliga-Geschichte kassierten.

Bamberg läuft noch unrund, München wirkt so stark wie langen nicht, die jungen Frankfurter und die auf den letzten Drücker mit Nationalmannschaftskapitän Robin Benzing verstärkten Würzburger deuten schon Playoff-Potenzial an. Und die Telekom Baskets? Haben zwar erst ein Bundesligaspiel absolviert, aber gegen Ulm eine ähnliche Leistung geboten wie in den beiden Champions-League-Qualifikationsspielen gegen den finnischen Vizemeister Kataja Basket. Intensiv, verteidigungsstark, erfolgreich.

In ihrer eindrucksvollen Vulkan-Choreographie um einen qualmenden Berg inmitten der Stehplatztribüne hatten sich die Bonner Fans vor Spiel- und Saisonbeginn gewünscht, dass der Hardtberg wieder bebt und die Mannschaft um den starken Spielmacher Josh Mayo hatte geantwortet, dass sie vorhat, diesen Wunsch wann immer möglich zu erfüllen.

Die Fans haben Lust auf die Mannschaft

Schon die Kulisse von fast 5000 Zuschauern zur Champions-League-Qualifikation hatte gezeigt, dass sehr viele Lust auf diese Mannschaft haben. Und die Fans haben wieder Lust, für diese Mannschaft Herzblut zu investieren. Der Trainer hatte das nur im Augenwinkel mitbekommen. Er befand sich angespannt in seinem ganz persönlichen Tunnel und warf ab und an einen auf die sich vorbereitenden Ulmer. „Aber so wie ich gehört habe“, sagte er, „hat unsere Leistung ja ganz gut zu dem Tribünenvulkan gepasst.“

Drei Siege stehen also zu Buche, einer in der BBL. In Braunschweig will Cheftrainer Predrag Krunic mit seinem Team am Sonntag (17.30 Uhr) nun also Liga-Sieg zwei einfahren, von der alle Unberechenbarkeiten ignorierenden Papierform sollte das gelingen, aber, so sagt Krunic, „zu Saisonbeginn ist es normal, dass die Leistungen wechselhaft sind. Gemeinsame Zeit ist für eine Basketballmannschaft wichtig. Wir sind jetzt zwei Monate zusammen – das ist noch nicht besonders lange“.

Hill mit starkem Einstand

Insofern konzentrieren er und sein Team sich immer noch deutlich mehr auf sich selbst als auf kommende Gegner. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, sagt der 49-Jährige und feilt schon an der nächsten Entwicklungsstufe. „Unsere Leistungen schwanken noch zu sehr. Trotzdem bin ich für den gegenwärtigen Zeitpunkt schon sehr zufrieden.“

Zufrieden war er auch mit Malcolm Hill. Der 21-Jährige legte in seinem ersten Spiel im Baskets-Trikot gleich einen frechen Auftritt mit zwei schnellen Dreiern zum Einstand hin. „Für einen so jungen Mann ist das ja nicht ganz einfach“, gibt Krunic zu Bedenken, „zum ersten Mal in dieser Halle, zum ersten Mal vor unseren Fans – dafür hat er das wirklich gut gemacht und angedeutet, dass er uns wirklich helfen kann.“Krunic weiß, dass noch nicht alles perfekt laufen kann, deshalb fordert er nur „das Maximum dessen, was jeder im Moment geben kann. Wir wollen uns in jedem Spiel verbessern.“

In den bisherigen Spielen überrumpelten die Baskets ihre Gegner mit beeindruckender Defensive und rasanter Offensive, sie waren von Beginn an präsent. Nun ist Braunschweig der personifizierte unterschätzte Gegner der vergangenen Saison. Die Baskets kassierten zwei Niederlagen die schmerzten, eine weniger hätte Platz fünf statt Platz acht und eine bessere Chance in den Playoffs als gegen den späteren Meister Bamberg bedeutet.

Krunic wird sein Team daran erinnern. Er verzeiht noch viele Fehler, aber fehlende Bereitschaft und Einstellung machen den Trainer zum Vulkan.