Champions-League

Telekom Baskets verlieren gegen Oostende

Malcom Hill im Spiel gegen die BC Oostende.

Malcom Hill im Spiel gegen die BC Oostende.

Bonn. Trotz einem überragenden Auftritt von Malcolm Hill verloren die Telekom Baskets das Auftaktspiel der Champions-League. Trotz eines spannenden letzten Viertels konnten die Bonner den Punktevorsprung nicht mehr aufholen.

Ein schlechter Start und zu viele Spieler, die nicht ihren besten Tag erwischt hatten. Die Telekom Baskets haben ihre Premiere in der Fiba Champions League mit 66:74 (12:20, 13:20, 18:16, 23:18) verloren. Auch ein überragender Auftritt von Malcolm Hill (28 Punkte) reichte der Mannschaft von Trainer Predrag Krunic nicht, die Belgier aus ihrer gleich zu Spielbeginn geschaffenen Komfortzone zu verdrängen.

Von Beginn an lief bei den Baskets nicht viel zusammen. Trafen die Belgier in den ersten beiden Minuten genauso schlecht wie die Hausherren, zogen sie ab der dritten Minute auf 10:0 davon – Krunic musste seine erste Auszeit nehmen. Es gab zwar keine Punkte, dafür hatte seine Mannschaft das komplette Fehlerrepertoire des Basketballs bereits abgearbeitet.

Die ersten Champions-League-Zähler gingen schließlich auf das Konto von Jordan Parks, der in der vierten Minute die offene Lücke zum Korb fand und den Ball frustbewältigend hineinstopfte. Es war die zweite Fünf, die sich über die Defensive und mit Hilfe von acht Punkten in Folge von Malcolm Hill in die Partie kämpfte. Als der Rookie drei Freiwürfe zum 12:18 verwertete, sah sich Dario Gjergja veranlasst, seinerseits eine Auszeit zu nehmen. Der Oostende-Trainer musste seinen Spielern dringend erklären, dass es sich lohnte, besser auf Hill aufzupassen.

Hill glänzte, Mannschaft bemühte sich

Immer öfter griffen die Rädchen in der Bonner Verteidigung ineinander, Oostende musste auch mal einen schlechten Wurf nehmen. Aber die Offensive war immer noch fehleranfällig. Auf den Rängen witterten die Bonner Fans die Chance, ihr Team näher an die Gäste heranzubrüllen. Jean-Marc Mwema interessierte das nicht. Er zwang Krunic mit fünf Punkten zum 25:15 für Oostenede zur nächsten Auszeit. So richtig zusammenpassen wie in den begeisternden Partien gegen Kataja oder Ulm, wollte das Spiel immer noch nicht. Zerfahren, hässlich. Zur Halbzeit stand es 25:40.

Wer nach den vier Punkten zum 29:40 mit Beginn der zweiten Hälfte auf Besserung hoffte, wurde von Dusan Djordjevic und Vincent Kesteloot mit zwei schnellen Dreiern auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und musste zudem feststellen: Es ging noch schlimmer. Zur Hälfte des dritten Viertels war der Rückstand auf 20 Punkte angewachsen (34:54). Krunic nahm wieder eine Auszeit, orderte sein Team von Bank, Kamera und Mikrofonen weg, benötigte kein Taktikbrett – und sprach Tacheles.

Das Bemühen hatte man seinem Team nicht absprechen können, aber das alleine reichte nicht. Nur der unbeirrt aufspielende Hill glänzte, dem Rest der Mannschaft klebte das Wurfpech an den Fingern, wobei Nemanja Djurisic diesmal nicht im Kader war.

Und dann begann ein denkwürdiges letztes Viertel, das für die vorangegangenen drei entschädigte. Angeführt von Hill holten die Männer in Weiß-Magenta Punkt um Punkt auf, bis sie die Gäste da hatten, wo die Nervosität beginnt – innerhalb der Zehn-Punkte-Differenz. Doch ein paar extravagante Schiedsrichterentscheidungen und eigene Entscheidungen, die nicht wesentlich besser waren, verhinderten, dass den Bonnern die Wende noch gelang.

Stimmen zum Spiel

Julian Gamble: "Wir haben nicht so angefangen, wie wir wollten, und das war dann unser Problem. Aber ich bin froh, dass wir uns zum Schluss noch einmal herangekämpft haben.“

Predrag Krunic: "Wir haben schlecht angefangen und nicht auf dem Energielevel, das uns in den Spielen zuvor Vorteile verschafft hat. Zudem sind wir nicht besonders fürsorglich mit unseren Chancen umgegangen. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir es dann besser gemacht."

Am Freitag (20.30 Uhr) erwarten die Telekom Baskets in der Bundesliga den Aufsteiger Oettinger Rockets.