Basketball Champions League

Telekom Baskets verlieren deutlich gegen Holon

Nicht genügend Unterstützung beim Punkten erhielt Baskets-Topscorer Charles Jackson (20 Punkte).

Nicht genügend Unterstützung beim Punkten erhielt Baskets-Topscorer Charles Jackson (20 Punkte).

Holon/Bonn. Deutliche Niederlage in der Basketball Champions League für die Telekom Baskets Bonn: In Israel gab es eine 74:94-Niederlage bei Hapoel Holon.

Die Telekom Baskets haben weiter das Potenzial zum Aufbaugegner. Ein Potenzial, das Hapoel Holon am sechsten Spieltag der Champions League beherzt abrief und die Bonner mit einer 74:94 (19:22, 22:27, 16:21, 17:24)-Abreibung nach Hause schickte.

Nach einer ordentlichen ersten Halbzeit rasten die Bonner Trefferquoten in den Keller. Die Baskets trafen drei ihrer fünf verwandelten Dreier in den ersten sechs Minuten. Und bei allem Wurfglück der Israelis, das sicher auch zur Höhe der Bonner Niederlage beitrug: eine 54-prozentige Quote an der Freiwurflinie – sprich: bei Würfen, die kein Gegner verhindern kann – hinterlässt hinter der Leistung einer Profimannschaft ein großes Fragezeichen. Auch im Rebound präsentierten sich die Männer in Magenta schwächer als sonst im europäischen Wettbewerb.

Nach einem guten Start der Mannschaft von Cheftrainer Predrag Krunic und der Bonner 19:14-Führung nahm Hapoel-Trainer Dan Shamir eine Auszeit. Die Bonner Defensive stand ordentlich, die Offensive lief. Spielmacher Josh Mayo und seine Kollegen fanden den am besten postierten Mitspieler, erspielten sich freistehende Schützen und trafen aus der Distanz. Shamirs Anweisung war klar, und sie sollte die Baskets nach und nach aus dem Spiel nehmen: mehr Pässe. Er hatte genug von statischem Spiel und schlechten Abschlüssen.

Hapoel befolgte des Trainers Anweisung sogleich, und nachdem DeQuan Jones und Guy Pnini per Dreier sowie Darion Atkins zum 22:19 getroffen hatten, verabschiedete sich die Bonner Führung auf Nimmerwiedersehen (9.). Zwar konnte das Ergebnis einer kleinen offensiven Durststrecke noch mit engagierter Verteidigung kaschiert werden, doch schon bald rissen die Israelis mit ihren Pässen riesige Löcher in die Bonner Defense. Die Baskets ließen in ihren Bemühungen nicht nach, aber es deutete sich bereits an, dass die ohnehin sehr heimstarke Mannschaft von Holon zusätzlich mit deutlich mehr Wurfglück unterwegs war.

Jeder Fehler führte zu Punkten

Aber die Baskets ließen nicht abreißen. Zunächst. Den drohenden zweistelligen Rückstand verhinderten Charles Jackson und James Webb II in schönem Zusammenspiel (35:42, 17), Yorman Polas Bartolo zwang den bei ihm bestens aufgehobenen Hapoel-Topscorer Khalif Wyatt an der Mittellinie zum Rückspiel. Jackson und Mayo drückten den Rückstand auf drei Zähler (39:42, 18.). Aber wieder hatte Shamir etwas dagegen, die Baskets richtig ins Spiel kommen zu lassen und nahm die nächste Auszeit.

Das Thema Wurfglück meldete sich sogleich mit einem wilden Dreier von Wyatt zu Wort, und die Baskets spielten Holon dann mit Unkonzentriertheiten eine 49:41-Pausenführung in die Hände. Die nächste Auszeit hatte gewirkt und Holon geholfen. Deutlich mehr als die folgende Halbzeitpause den Baskets.

Die Hausherren spielten jetzt anstrengend fürs Bonner Gemüt. Da war kaum ein Ball, der auf den Ring und wieder hinaussprang, es fiel so gut wie alles nach kurzem Verharren durchs Netz. Klaute mal ein Bonner den Ball, wurde er vorn rabiat abgeräumt. Stand ein Dreierschütze frei, so stand er auch mit einem Fuß auf der Auslinie, Wortgefechte hatten unsportliche Fouls zur Folge und jeder Fehler wurde postwendend zu Punkten gemacht. Ra'Shad James versuchte es mit dem Kopf durch die Wand, statt den freistehenden Jasinski anzuspielen und wurde mit einem Block von TJ Cline abgestraft. Auch die für die letzten 2,4 Sekunden gespielte Idee brachte nichts Zählbares mehr, und die Baskets gingen mit 13 Punkten Rückstand (57:70) ins letzte Viertel.

Hier setzte sich der Hapoel-Lauf fort: Die Baskets hatten wieder dem Gegner mit kleinen Fehlern den Steigbügel gehalten, und der galoppierte auf und davon. Am Sonntag (15 Uhr) erwarten die Baskets Würzburg im Telekom Dome.

Statistik

Holon: Wyatt 16 Punkte/1 Dreier, Walden 17/3, Dadon, Atkins 12/1, Cline 7/1, D. Jones 14/2, Simhon 10/2, Pnini 8/2, S. Jones 10.

Telekom Baskets: Shane Gibson , Jarelle Reischel 3, Ra'Shad James 9/1, Charles Jackson 20, TJ DiLeo 7/1, Martin Breunig 6, Yorman Polas Bartolo 11/1, Josh Mayo7/1, James Webb III. 11/1, Julian Jasinski.

Trefferquote: Holon 61% (35/57), Bonn 52% (31/60); Dreierquote: Holon 52% (12/23), Bonn 26% (5/19); Freiwurfquote: Holon 67% (12/18), Bonn 54% (7/13); Rebounds: Holon 31, Bonn 23 (Bester: Jackson 5); Assists: Holon 25, Bonn 17 (Bester: DiLeo 6); Ballgewinne: Holon 7, Bonn 7; Ballverluste: Holon 15, Bonn 17; Fouls: Holon 18, Bonn 19.