Bonner Baskets in der Champions League

Telekom Baskets treten mit Zubcic gegen Avellino an

Konsequent in Defensive und Offensive wollen Yorman Polas Bartolo und die Baskets zum zweiten Champions-League-Sieg.

Konsequent in Defensive und Offensive wollen Yorman Polas Bartolo und die Baskets zum zweiten Champions-League-Sieg.

BONN. Die Telekom Baskets wollen in Italien ihre kleine Chance aufs Weiterkommen in der Champions League wahren. Der kroatische Neuzugang erhält seinen Spielberechtigung vom Weltverband Fiba.

Tomislav Zubcic verbreitete die frohe Kunde persönlich noch einmal via Twitter: „Morgen erstes offizielles Spiel für die Telekom Baskets“, schrieb er da, garniert mit einem kleinen Basketball-Emoji und dazu einem Arm, der kraftmeiernd den Bizeps anspannt. Derlei Tatendrang und Selbstbewusstsein werden die Bonner auch benötigen, wenn sie zum Hinrundenabschluss der Champions League bei Sidigas Avellino (Mittwoch, 20.30 Uhr) ihre ohnehin kleine Chance auf das Weiterkommen in der Champions League wahren wollen.

„Ich freue mich, dass Tomislav nun ins Spielgeschehen eingreifen kann“, sagte Baskets-Sportmanager Michael Wichterich nach dem Hin und Her, das die Verweigerung der Freigabe durch Zubcics letzten Verein Trabzonspor verursacht hatte. Der offenbar in finanzieller Schieflage befindliche Club hatte Zubcic empfohlen, sich einen neuen Verein zu suchen, die Gehaltszahlungen eingestellt und nachdem der Kroate einen neuen Club in Bonn gefunden hatte, geglaubt, doch noch an dem Wechsel verdienen zu können.

Doch Zubcic selbst beantragte dann – so ist der vorgegebene Weg in solchen Fällen – seine Spielberechtigung beim Weltverband Fiba, und dieser erteilte seine Zustimmung unmittelbar nach Ablauf einer den Türken gestellten Frist. Trabzonspor hatte die Freigabe ohne Angabe von Gründen verweigert und dann auch weder die geforderten Unterlagen noch Argumente für das Vorgehen geliefert. „Die Verträge in der Türkei sind oft das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind“, sagte Wichtereich zwischen Verwunderung und Verärgerung. „Das ist schlecht für den europäischen Basketball.“

Avellino zählt zu stärksten Gruppengegnern

In einem Test unter Ausschluss der Öffentlichkeit hatte Zubcic während der Länderspielpause bereits angedeutet, wie sehr er der Mannschaft von Cheftrainer Predrag Krunic helfen kann. Am 93:65 gegen Aufsteiger Oettinger Rockets Erfurt beteiligte er sich im Telekom Dome gleich mit einem Double-Double aus 19 Punkten und elf Rebounds. Umso ärgerlicher, dass Zubcic in den beiden schweren Spielen bei Bayern München (50:78) und Brose Bamberg (65:83) noch nicht spielberechtigt war. Zum einen hätten die Ergebnisse sicherlich zumindest verträglicher ausfallen können, zum anderen hätte er Nemanja Djurisic etwas Spielzeit abnehmen können. Der andere Power Forward im Bonner Team musste sich mit Problemen in der Nackenmuskulatur durchbeißen, da auch die andere Alternative Julian Jasinski mit Knöchelproblemen weiter ausfällt.

Nur acht Baskets spielten die Partie in Bamberg zu Ende, nachdem die Hausherren Mitte des dritten Viertels den Bonnern ihre einzige Führung (37:36) wieder abknöpften und sie dann auch nicht mehr hergaben. Nicht nur Jasinski musste von der Bank aus zusehen, sondern auch Ron Curry. Der Guard, der eine wichtige Option im Bonner Angriff darstellen sollte, spielte keine Sekunde – obwohl er fit war. „Er hat sich in jüngerer Vergangenheit nicht gerade empfohlen“, sagte Wichterich über den schweigsamen US-Amerikaner. Handlungsbedarf in Form einer Nachverpflichtung bestehe aber dennoch nicht, sagte Wichterich. „Aus unserer Sich nicht. Er kann sich übers Training wieder empfehlen, die Tür steht für ihn offen.“

Auch die Tür zur nächste Runde steht für die Baskets noch offen – obwohl die Bonner sie selbst schon ein wenig zugeschoben haben. „Wir haben in den ersten drei Spielen gegen Oostende, Zielona Gora und Nymburk nicht gezeigt, was wir können“, sagt „Wichterich über die drei Niederlagen zum Auftakt. Dann ist es eine Weile still in der Telefonleitung. „Entschuldigung“, sagt er, „ich war gerade etwas beeindruckt.“ Der Baskets-Bus passierte auf dem Weg vom Flughafen in Neapel nach Avellino gerade den Vesuv.

Sein Team soll sich in Avellino nicht beeindrucken lassen, obwohl Wichterich die Italiener mit Besiktas und Aris zu den stärksten Gruppengegnern zählt und sagt: „Ein Sieg wäre eine Überraschung.“ Eine Sensation wäre er nicht, denn die Basket haben es auch geschafft, bei Aris Saloniki zu gewinnen – die wahrscheinlich schwierigste Aufgabe von allen in dieser Gruppe D. „Wenn wir in der Defense so kompromisslos spielen, wie wir das zweifelsohne können, in den Angriffskationen ebenfalls konsequent sind, statt edel zu spielen bis wir einen Notwurf nehmen müssen, und mit Selbstvertrauen an die Würfe gehen, haben wir eine Chance.“