Jubiläum am Sonntag

Telekom Baskets spielen zum 75. Mal gegen Berlin

In der Champions League wurde er zuletzt geschont, in der Bundesliga ist Yorman Polas Bartolo (Mitte) am Sonntag im Spiel gegen Alba Berlin wieder dabei.

In der Champions League wurde er zuletzt geschont, in der Bundesliga ist Yorman Polas Bartolo (Mitte) am Sonntag im Spiel gegen Alba Berlin wieder dabei.

Bonn. Die Telekom Baskets Bonn treffen am Sonntag im 75. Spiel gegen Alba Berlin auf die beste Offensive der Basketball-Bundesliga. Yorman Polas Bartolo ist wieder dabei.

Zu diesem Spiel muss man eigentlich nicht mehr viel sagen: Telekom Baskets Bonn gegen Alba Berlin. Wenn die Berliner am Sonntag (18 Uhr, Telekom Dome) zum Hinspiel der laufenden Saison der Basketball-Bundesliga auf dem Hardtberger Parkett antreten, sind die Bonner zum 75. Mal ihr Gegner. Den Namen „Mutter aller Spiele“ bekam der Vergleich zwischen alter und neuer Hauptstadt aber nicht nur wegen seiner Häufigkeit, sondern auch, weil es die Baskets waren, die dem ehemaligen Dominator des deutschen Basketballs von Mitte der 1990er Jahre bis ins neue Jahrtausend hinein den größten Widerstand leisteten. Allein viermal standen sich beide Clubs in einer Finalserie gegenüber.

Von dieser Konstellation waren beide Vereine in der jüngeren Vergangenheit weit entfernt. In erster Linie deshalb, weil die Bonner sich in aller Regel im unteren Playoff-Bereich bewegt haben und seit 2009 über das Viertelfinale nicht mehr hinausgekommen sind. Auch in diesem Jahr trennt beide Vereine eine kleine Welt. Während die Bonner als Tabellenelfter um den Einzug in die Playoffs kämpfen, werden sich die Berliner darum keine Sorgen machen müssen. Einzig die Frage, auf welchem Playoff-Platz sie am Ende landen, wird Alba beschäftigen.

„Wir treffen auf ein Team, das in vielen Bereichen das Beste darstellt, was die Bundesliga zu bieten hat“, stellte Baskets-Trainer Chris O'Shea fest. Damit spielte er vor allem auf die 91,75 Punkte pro Spiel an und auf die 24,3 Assists – ein außergewöhnlich guter Wert. Aber auch bei den Rebounds und den Ballgewinnen rangiert Berlin fast ganz oben. Doch O'Shea lässt sich von den Statistiken nicht entmutigen. „Wir können Berlin schlagen – mit der richtigen Einstellung und mit der Hilfe unserer Fans“, ist er überzeugt. Schon bewiesen haben das in diesem Jahr die Braunschweiger Löwen und die Göttinger Veilchen. In Braunschweig ging Berlin als 79:83-Verlierer vom Feld, in Göttingen hieß es am Ende 91:85 für die Hausherren.

Offensive entschlossen durchziehen

Natürlich hat sich der Bonner Coach angesehen, wie die beiden Mannschaften das geschafft haben. O'Shea: „Sie haben die Berliner von der ersten Sekunde an attackiert. Das müssen wir auch tun und dem Gegner sofort klarmachen, dass wir das Spiel gewinnen wollen.“ Intensität und Qualität in der Verteidigung sollen sich über 40 Minuten auf einem hohen Niveau bewegen, „damit wir es dem Gegner so schwierig wie möglich machen, zu Punkten zu kommen“. Dazu gehöre, die Fouls konsequent, aber auch klug einzusetzen. „Wir wollen nicht dreckig spielen“, so O'Shea, „wir werden aber auch nichts verschenken.“

In der Offensive sollen die Baskets ihre Systeme entschlossen durchziehen und ihre Würfe mit viel Selbstvertrauen nehmen. Auch das hätten Göttingen und Braunschweig vorgemacht, sagt O'Shea.

Die drei Hauptsäulen im Spiel von Albas Coach Garcia Reneses sind Flügelspieler Rokas Giedraitis, Power Forward Luke Sikma und Spielmacher Martin Hermannsson. Der Litauer Giedraitis ist mit im Schnitt 14,2 Punkten Topscorer und bringt es auf eine 50-prozentige Dreierquote. Der Isländer Hermannsson ist als Schütze (12,7 Punkte) und Vorbereiter (3,5 Assists) gefürchtet. Als einen ganz speziellen Spieler stuft O'Shea den US-Amerikaner Sikma ein. „Als großer Spieler ist er so etwas wie der Point Guard der Berliner. Gerade bei den Angriffen im Halbfeld läuft viel über ihn. Seine Mitspieler bewegen sich sehr gut, und er hat das Auge und die Fähigkeit, sie mit seinen Pässen einzusetzen“, weiß der Baskets-Trainer. Sikma ist nicht von ungefähr mit sieben Assists der beste Passgeber Albas. O'Shea gibt sich keinen Illusionen hin: „Es wird nicht einfach, das zu stoppen. Aber es geht, wenn wir defensiv wie offensiv als Team auftreten und an unserem Limit spielen. Mit 90 Prozent werden wir nicht gewinnen können.“

Wieder mit dabei ist Yorman Polas Bartolo, der zuletzt im Champions-League-Spiel gegen Opava geschont wurde. Nach einer Woche Training mit der Mannschaft soll auch Nate Linhart mehr Verantwortung übernehmen können. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass er gegen Berlin seine Qualitäten zeigen wird, vor allem als Teamspieler. Er muss keine Superstarleistung bringen. Das erwarte ich von keinem meiner Spieler. Aber wenn jeder seine Stärken einbringt, dann sind wir eine starke Mannschaft. Und wenn das Publikum uns von Anfang an unterstützt, ist alles möglich“, blickte O'Shea voraus.