Champions League Basketball

Telekom Baskets spielen am Dienstag in Venedig

Ruhige Ansprache: Baskets-Trainer Chris O'Shea (links neben Interims-Co-Trainer Savo Milovic) bespricht in einer Auszeit mit seinem Team das weitere Vorgehen.

Ruhige Ansprache: Baskets-Trainer Chris O'Shea (links neben Interims-Co-Trainer Savo Milovic) bespricht in einer Auszeit mit seinem Team das weitere Vorgehen.

BONN. Die Baskets wollen ihre starke Leistung aus dem Pokal-Halbfinale im Champions-League-Spiel in Venedig bestätigen. Mit einem Sieg könnten sie die Chancen auf das Weiterkommen im Fiba Europe Cup steigern.

Yorman Polas Bartolo war die Enttäuschung deutlich anzusehen, als er, dick eingepackt und mit Bommelmütze auf dem neuerdings kahl rasierten Kopf, in die eiskalte Bamberger Nacht Richtung Mannschaftsbus schlurfte. Das Ticket fürs Pokalfinale war in greifbarer Nähe gewesen, doch Kleinigkeiten hatten die Eintrittskarte letztlich in die Hände der Bamberger gespielt.

Alle anderen Bonner waren ebenfalls enttäuscht; auf dem Feld, neben dem Feld, und auch die kleine Fan-Abordnung auf der Tribüne. Enttäuscht, aber nicht unzufrieden. Und das war ein himmelweiter Unterschied zu den frustrierenden Spielen der Vergangenheit, die Cheftrainer Predrag Krunic letztendlich den Job gekostet hatten.

„Ich denke, wir haben uns nichts vorzuwerfen“, fand Baskets-Sportmanager Michael Wichterich am Tag darauf am Flughafen, kurz vor dem Check-In zum Champions-League-Spiel in Venedig (Dienstag, 20.30 Uhr). „Wenn mir jemand vorher gesagt hätte, dass wir mit dem letzten Wurf die Partie gewinnen können – das hätte ich sofort dankend angenommen.“

Wichterich betonte nochmals, dass eine Trainerentscheidung noch nicht gefallen sei und O'Shea zu den Kandidaten auf den Posten gehöre. „Ich habe alle Trainingseinheiten gesehen. Das hat mir gut gefallen, alle haben mitgezogen“, erklärte der Bonner Sportchef. „Chris hat die Aufgabe sehr gut gelöst und die Mannschaft sehr gut eingestellt. Das war ja kein x-beliebiges Spiel.“ O'Shea dürfte angesichts dessen nervös gewesen sein, aber er ließ sich nichts anmerken und wirkte ruhig auf sein Team ein. Das schien insgesamt gut zu passen. Und: O'Shea wollte den Spaß am Basketball zurückbringen und die Kommunikation im Spiel verbessern. Beides ist ihm in der kurzen Vorbereitungszeit gelungen.

Nun ist es unmöglich, Kontinuität nach einem Spiel zu bewerten. Ein gutes Spiel zwischendurch hatte es auch unter Krunic gegeben, insbesondere dann, wenn der Gegner eine entsprechende Herausforderung darstellte. Allerdings wurde die Leistung in den seltensten Fällen bestätigt. Nun suchen die Baskets unter neuen Herausforderungen nach mehr Kontinuität. Diese Suche unter dem zum Interims-Headcoach beförderten Co-Trainer Chris O'Shea begann vielversprechend und sie wird in Venedig fortgesetzt.

Allerdings haben die Baskets viel Energie und Herzblut in Bamberg gelassen. „Endlich“, lassen sich die erleichterten Kommentare ihrer Fans in den sozialen Medien zusammenfassen. „Unsere erste Halbzeit war auf extrem hohem physischen und emotionalen Niveau“, sagte Wichterich, „wenn wir so jede Partie spielen könnten, wäre das übernatürlich. Es war krass, wie auch die Bank mitgegangen ist. Das habe ich selten erlebt.“ Auch in seinen Worten schwang Erleichterung mit. „In der zweiten Halbzeit waren wir etwas müder und mit der hohen Foulbelastung im Nachteil. Dann kann sich ein Unterschied in der individuellen Qualität eben bemerkbar machen.“

Nach der kräftezehrenden Partie war die Enttäuschung bei der nächtlichen Ankunft des Mannschaftsbusses am Telekom Dome schon ein wenig verflogen. Nach einer kurzen Nacht ging es am Vormittag schon wieder Richtung Flughafen. Das bedeutet: Kaum Vorbereitung und wenig Zeit, die Akkus aufzuladen.

Insofern ist auch die Aufgabe in Venedig für O'Shea nicht einfach: Beim Zweiten der Gruppe B (Hinspiel 84:94) können die Baskets mit einem Sieg die Chancen auf das Weiterkommen im Fiba Europe Cup steigern und/oder mit einer Bestätigung der Leistung aus dem Pokalhalbfinale weiteren Rückenwind für die wichtige Partie am Samstag gegen den Playoff-Konkurrenten Giessen 46ers (Telekom Dome, 20.30 Uhr) gewinnen.

Kontinuität kann es auch nach zwei Spielen noch nicht geben, aber eine Bestätigung. Sie würde O'Sheas Chancen, das „Interims-“ vor dem Coach loszuwerden, nicht verschlechtern.