Spiel gegen Ostende

Telekom Baskets scheitern am kleinen Einmaleins

BONN. Nach der 84:86-Niederlage in Ostende steht bei den Telekom Baskets Freiwurftraining auf der Agenda. Es gibt Ärger über den geschenkten Punkt für die Belgier.

Die Partie hätte nach der regulären Spielzeit beendet sein können. Die Telekom Baskets hätten gewonnen und ihre Chancen auf das Weiterkommen in der Champions League deutlich verbessert. Aber sie waren machtlos. Die Unparteiischen verweigerten eine Überprüfung der – letztlich nicht alleine spielentscheidenden – Szene. Der BC Oostende besiegte Bonn am Dienstagabend mit 86:84 nach Verlängerung. Hätte eine krasse Fehlentscheidung den Belgiern nicht einen Punkt geschenkt, wäre die Partie also gar nicht in die Verlängerung gegangen.

Der Bonner Co-Trainer Chris O'Shea versuchte, das Kampfgericht und die Referees zu überzeugen, noch einmal auf die Monitore zu schauen – vergebens. Ostende-Spielmacher Dusan Djordjevic hatte von mindestens einen Meter innerhalb der Drei-Punkte-Linie getroffen, doch der exakt neben ihm stehende Schiedsrichter reckte drei Finger in die Luft. „Sie wollten sich die Szene nicht noch einmal ansehen. Wir konnten nichts machen“, sagt Baskets-Sportmanager Michael Wichterich. „Unter diesem Aspekt ist es fast schon tragisch, dass die Partie in die Verlängerung gegangen ist.“

Aber da war auch der andere Aspekt, das wollte Wichterich nicht verschweigen. „Es tut weh, dass wir elf Punkte an der Freiwurflinie haben liegenlassen – sogar durch die Spieler, die es sonst sehr ordentlich machen.“ Neun von 20 trafen die Bonner. Zahlen, die exakt denen entsprechen, die Ostende an der Dreierlinie verzeichnete. 45 Prozent Freiwurfquote – eine Profimannschaft scheitert am kleinen Basketball-Einmaleins.

„Entsprechend war es ruhig im Bus“, berichtet Wichterich von der Heimreise aus Belgien. „Wir haben einen Punkt liegengelassen, den wir hätten holen können, aber vielleicht nicht unbedingt müssen, denn Ostende hat schon sehr stark gespielt.“ Vor dem Hintergrund der Freiwurfblamage wollte er sich dann auch nicht mehr lange mit den vielen fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen – meist zu Bonner Ungunsten – aufhalten. „Wir müssen uns mit dem befassen, was wir beeinflussen können“, sagte er. „Und da sind die Freiwürfe ein Thema.“ Wie macht man das? Pausenlos an der Linie trainieren? Oder einfach mal gar nicht? „Ein Spieler muss wieder in seinen Rhythmus und die Wurfroutine kommen. Es ist ja so: Wenn die Technik stimmt, ist der Freiwurf meistens drin. Also müssen wir das möglichst oft wiederholen.“

Und wenn die Technik nicht stimmt, ist es oft so, dass da jemand angefangen hat zu überlegen. „Ist doch logisch, dass eine psychische Komponente dabei ist“, findet der Baskets-Manager. „Ich sag's mal so: Keiner steht gerne nackt an die Linie.“ An der Freiwurflinie im Telekom Dome wird nun also gewissermaßen gestrickt; gegen die Nacktheit nach dem Foulpfiff und für eine bessere Quote.

In der Champions League haben die Baskets immer noch Chancen weiterzukommen, aber es wird langsam sehr schwierig. Trotz einer leichten europäischen Niedergeschlagenheit hellte sich die Stimmung am Telekom Dome gestern wieder auf, denn die Bonner stellen zwei Allstars für das Bestentreffen der Liga, das am 13. Januar in Göttingen stattfindet (siehe zweiter Text). Und genau dahin führt der Weg von Cheftrainer Predrag Krunic und seinem Team auch am Samstag (18 Uhr). In der BBL will die Magentamannschaft an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen – denn abgesehen von den Freiwürfen waren die Baskets auf die Aufgaben gut vorbereitet und präsentierten sich warm angezogen.